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Sperrmüll: Im Fürther Land bleibt manches stehen

Ein Zirndorfer Ehepaar kritisiert die Mitnahmebedingungen der im Landkreis zuständigen Firma - 31.05.2021 11:00 Uhr

Ausgebaute Dachflächenfenster oder die alte Regentonne: Darauf werden Hugo Georg Körner und seine Ehefrau Sabine sitzenbleiben. Die Entsorgerfirma Merkel ist wählerisch, sie nimmt nicht alles mit.

25.05.2021 © Florian Burghardt


"Auch einen alten Briefkasten und einen großen Weidenkorb darf ich nicht runter an die Straße stellen. Dabei sind diese Teile alle zu sperrig für die Mülltonnen, in meinen Augen also Sperrmüll", meint Sabine Körner unzufrieden.

Sie und ihr Mann kritisieren die Mitnahmebedingungen der Firma Umweltdienste Merkel. Das Unternehmen aus Lauf an der Pegnitz hatte im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung das wirtschaftlichste Angebot gemacht und damit den Landkreis Fürth überzeugt. Seitdem führt es für die dortigen Einwohner die entsprechenden Dienstleistungen durch. Zwei Mal pro Jahr dürfen Landkreishaushalte kostenlos eine Sperrmüllabfuhr beantragen. Dieser Service ist in den Abfallgebühren enthalten. Aufgrund der verschiedenen Materialien und deren Verwertbarkeit gelten für diese Abholungen aber gewisse Einschränkungen.


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Nicht alle können die Körners nachvollziehen. Sie glauben zudem, dass sie nicht die einzigen Menschen sind, die das so sehen. Neben Elektrogeräten, Gartenabfällen und Altöl – das alles finden Körners verständlich – werden etwa auch Abfälle aus Bau- und Renovierungsarbeiten nicht mitgenommen. Die Aufzählung, was alles darunter fällt, ist lang, zumindest aber im Terminankündigungsschreiben nicht vollständig. Auch Toiletten und Fenster zählen dazu.

Extratour zum Wertstoffhof

Außerdem, berichtet Sabine Körner, habe man ihr bei einem Vorgespräch am Telefon erklärt, dass unter anderem Vorhangstangen und Körbe nicht mitgenommen werden. Diese und einige andere Teile habe sie nun selbst mit dem Auto zum Wertstoffhof nach Leichendorf gebracht und dafür den zweiten Sperrmüllgutschein für das Jahr eingelöst. Dieses Vorgehen sei aber logistisch nicht mit allen Teilen möglich, die bei der Sperrmüllabholung nicht mitgenommen werden. Zumindest nicht, ohne einen Transporter zu mieten und eventuell sogar Helfer anzuheuern.

Beim Landkreis Fürth geht man aber davon aus, dass sich die Bürger in solchen Fällen selbst um die Entsorgung kümmern. Bei Bau- und Renovierungsabfällen, wozu auch Türen, Fenster oder Toilettenschüsseln zählen, sei die Entsorgung über die Wertstoffhöfe in Langenzenn und Zirndorf organisiert, heißt es auf FN-Nachfrage aus dem Landratsamt. Die Bürger müssen aber den Transport und das Ausladen selbst organisieren.

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Grundsätzlich würde die kostenlose Sperrmüllabholung aber haushaltsübliche Mengen an Möbeln und sonstigen Einrichtungsgegenständen aus brennbarem Material oder Metall umfassen, die nicht über die Restmüllbehälter entsorgt werden können. Als Beispiele nennt man im Landratsamt Tische, Stühle, Betten, Matratzen, Federbetten, Teppiche, Läufer, Schränke, Regale, Polstermöbel, Vorhänge, Gartenmöbel, Gartengeräte und -werkzeuge, Fahrräder, Kinderwagen und Spielgeräte.

Abholung nach Voranmeldung

Bei Elektrogeräten handle es sich dagegen nicht um Sperrmüll. Neben der Entsorgung über die Wertstoffhöfe (Bringsystem) könnten speziell Kühlschränke, Waschmaschinen, Wäschetrockner, Geschirrspüler und Elektroherde aber nach Voranmeldung beim Landkreis kostenlos bei den Haushalten abgeholt werden.

"Darüber hinaus können wir versichern, dass eine bürgernahe Serviceorientierung bei der Ausgestaltung unserer abfallwirtschaftlichen Dienstleistungen eine große Rolle spielt", betont Christian Ell, Pressesprecher der Behörde. Mit den derzeit laufenden Ausbaumaßnahmen am Wertstoffhof Rangau soll sich das in Zukunft noch verbessern. Das Landratsamt erhofft sich davon einen staufreien Ablauf bei der Anlieferung, wenn doch einmal mehr Bürger selbst etwas bringen müssen.

FLORIAN BURGHARDT

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