Samstag, 18.01.2020

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Tempo 30 auf Fürths Friedrichstraße

Ein Student hat das Provisorium während des Weihnachtsmarkts angeregt - 09.12.2019 06:00 Uhr

„Präventiv und vernünftig“: Auf ihren Wegen zwischen Weihnachtsmarkt und Fußgängerzone überqueren zurzeit besonders viele Passanten die Friedrichstraße. Tempo-30-Schilder bremsen Autofahrer nun bereits ab der Moststraße aus. © Foto: Hans-Joachim Winckler


Luca Scharrer, der an der Technischen Hochschule Nürnberg studiert und in der Fürther Friedrichstraße beim Rad- und Wintersportgeschäft Fun & Sport jobbt, hatte sich per Mail ans Büro des Oberbürgermeisters gewandt.

Aus Sorge um die vielen Fußgänger, die die zweispurige Einbahnstraße zurzeit zwischen Neuer Mitte und Weihnachts- und Mittelaltermarkt auf der Freiheit überqueren, bat er die Verantwortlichen im Rathaus darum, zumindest während der Weihnachtszeit "präventiv und vernünftig zu handeln" und den Verkehr zu beruhigen. Ansonsten komme es schlimmstenfalls zu einem Unfall, der dann die Veranstaltung auf der Freiheit überschatten würde.

Dass Autos mit 50 Stundenkilometern durch die Friedrichstraße brausen dürfen, findet Scharrer während des ganzen Jahres "vollkommen unverständlich". Immerhin handle es sich um eine Einkaufsstraße im Zentrum der Stadt. Er kenne aber keine andere Großstadt, argumentierte er weiter, in der es zwischen Weihnachtsmarkt und Fußgängerzone kein Tempolimit gebe, "obwohl ein enormes Risiko für alle Passanten herrscht".

Seine Worte stießen auf offene Ohren. Im zuständigen Straßenverkehrsamt, so der stellvertretende Leiter Tobias Dienstbier auf Nachfrage, erachtete man die Anregung als sinnvoll – und reagierte prompt. Obwohl es in Höhe Volksbücherei Fußgängerampeln gibt, signalisieren nun zwei provisorische Tempo-30-Schilder Autofahrern, dass sie den Fuß vom Gas nehmen sollen. Gelten wird die Regelung bis Weihnachten.

Oberbürgermeister Thomas Jung begrüßt sie und stellt auf Nachfrage klar, dass er sich eine dauerhafte Tempo-30-Regelung, wie sie nach einem FDP-Vorstoß 2016 schon einmal diskutiert wurde, gut vorstellen kann. Denn: Zum einen habe der Passantenstrom mit dem im Mai eröffneten neuen Fürther Markt, den die Friedrichstraße von den Geschäften der Neuen Mitte trennt, zugenommen. Zum anderen unterstreiche das Tempolimit den "Boulevard-Charakter der Friedrichstraße mit ihren wunderschönen Fassaden, Bäumen und Geschäften". Der OB hatte sich schon vor seiner ersten Wahl 2002 für den Ausbau der Friedrichstraße in ihrer heutigen Form stark gemacht und von der Hauptverkehrsachse als "Boulevard" gesprochen. Man werde die Erfahrungen der nächsten Wochen abwarten, sagte Jung jetzt, und dann darüber diskutieren, ob es bei Tempo 30 bleiben soll.

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