Teurer Dachbrand im Neubau der Maischule

11.12.2009, 00:00 Uhr
Ein Dachbrand im Neubau der Maischule an der Otto-Seeling-Promenade hielt gestern Mittag die Fürther Feuerwehr in Atem. Die verschmorte Holzverschalung der Ostfassade muss komplett erneuert werden.

© Draminski Ein Dachbrand im Neubau der Maischule an der Otto-Seeling-Promenade hielt gestern Mittag die Fürther Feuerwehr in Atem. Die verschmorte Holzverschalung der Ostfassade muss komplett erneuert werden.

Um 13.10 Uhr alarmierten Bauarbeiter die Berufsfeuerwehr, weil das Dach des Neubaus an der Otto-Seeling-Promenade in Flammen stand. Zuvor waren auf dem Flachdach Bitumenbahnen verschweißt worden. Eine gefährliche Materie, wie man in Fürth seit dem Dachbrand des Hallenbades am Scherbsgraben 2005 weiß.

Auch am neuen Schulhaus entstand allem Anschein nach ein Glutnest in dem Erdölprodukt. Im Naturmaterial der Fassade fand es reiche Nahrung. Als die Berufsfeuerwehr nach nur fünf Minuten mit 30 Mann und zwei Drehleitern eintraf, loderten die Flammen bereits offen hoch. Mit zähem Schaum aus der Löschkanone war das Feuer im Handumdrehen erstickt.

Schwieriger erwies sich die Suche nach verborgenen Brandherden. «Hinter der Fassade hat alles gebrannt», berichtet Feuerwehr-Einsatzleiter Christian Rieck. Außen deuteten nur schwarz verkohlte Holzleisten auf die Brandentwicklung hin. Mit Motorsäge und Beil arbeiteten sich die Wehrmänner zu den Brandherden vor, vom Straßenrand aus aufmerksam beäugt von Grundschülern aus der Nachmittagsbetreuung der Maischule.

Der Ostgiebel muss nun auf seiner gesamten Breite von rund 20 Metern neu gedämmt und verschalt werden. Ein Arbeit, die das Projekt nach Einschätzung der Bauleitung um etwa vier Wochen zurückwirft. Dennoch ist Projektleiter Franz Breitenbach aus dem Fürther Baureferat zuversichtlich, den angepeilten Fertigstellungstermin 30. Juni 2010 einhalten zu können. Es handelt sich derzeit um den letzten Neubau einer Hauptschule in Bayern.

Der Brandschaden wird auch die Versicherung beschäftigen. Auf die Stadt kommen in diesem Fall keine Mehrkosten zu. Und noch ein weiterer Aspekt erleichtert: Durch das Feuer und den Rauch wurde gestern niemand verletzt. Die städtischen Finanzplaner dürften dennoch keine Freudensprünge machen: Denn nach den aktuell vorliegenden Zahlen wird das von der Gebäudewirtschaft (GWF) betreute Projekt zum Ersatz der alten Maischule den im Oktober 2007 vorgelegten Finanzierungsplan ohnehin um 493 580 Euro sprengen.

Bei einem Gesamtvolumen von zehn Millionen Euro entspreche dies jedoch noch der stets einkalkulierten Kostenmehrung oder -minderung, sagt Oberbürgermeister Thomas Jung. «Die fünf Prozent tun natürlich schon weh», gibt er zu. Allerdings seien mehrere Bauprojekte der jüngeren Vergangenheit billiger als geplant abgeschlossen worden, weshalb die Gesamtbilanz am Ende laut Jung wieder «einigermaßen ausgeglichen» sei.

Bei der Maischule summieren sich nicht nur Nachbesserungen, die beispielsweise auf Grund einer schärferen Schallschutzverordnung bei so genannten Abhangdecken nötig wurden. Auch das Sicherheitskonzept wurde überarbeitet.

Einbruchhemmende Fassade

Die Schule bekommt in Abstimmung mit der Kripo eine einbruchhemmende Fassade für rund 24 800 Euro mit Überwachungskontakten an Fenster- und Türflügeln. Hintergrund ist die Kriminalstatistik, die einen deutlichen Anstieg der Einbruchsrate in Schulen verzeichnet.

In das Klimakonzept fließen ebenfalls neueste Erkenntnisse ein. Die Maischule wird zum Teil mit speziellen Lamellenfenstern ausgestattet, die die Luftzirkulation verbessern und mit einer Wettersteuerungs-Automatik gekoppelt werden, von der die Stellung der Lamellen den Witterungsverhältnissen angepasst wird: Hochtechnologie zum Wohle von Schülern und Lehrkräften für etwa 53 800 Euro.

Um das Raumklima zu optimieren, wird die Schule mit Kohlendioxidsensoren in den Klassenzimmern ausgerüstet, die verbrauchte Raumluft anzeigen. Vorab werden die Räume mit der nötigen Verkabelung versehen, die etwa 2400 Euro kosten soll. (Siehe weiteren Artikel auf Seite 2)