Wildernde Hunde

Tote Rehe in Fürth: Hunde hetzen Wild in Kanal

5.5.2021, 21:00 Uhr
Rehe und ihre Kitze, die sie nun bald zur Welt bringen, sind wildernden Hunden schutzlos ausgeliefert.

Rehe und ihre Kitze, die sie nun bald zur Welt bringen, sind wildernden Hunden schutzlos ausgeliefert. © Foto: Reiner Bernhardt

Es war sicherlich kein schöner Anblick, der sich der Fürther Feuerwehr bei diesen Einsätzen in Oberfürberg bot: Innerhalb kurzer Zeit musste sie zwei tote Rehe aus dem Kanal bergen. Die Tiere, so vermutet Stadtförster Martin Straußberger, wurden von frei laufenden Hunden gehetzt. Ihre Flucht endete im Kanal, wo sie jämmerlich ertranken.

Straußberger möchte die traurige Geschichte zum Anlass nehmen, um an Hundebesitzer zu appellieren, ihre Tiere an die Leine zu nehmen. "Jetzt werden viele Kitze geboren, die wildernden Hunden völlig ausgeliefert sind."

Genauso sieht das Dieter Misch. Der Jagdpächter, in dessen Revier, das Dambach, Weikershof sowie Ober- und Unterfürberg umfasst, die beiden Rehe zu Tode gekommen sind, sieht immer öfter frei laufende Hunde. Er beobachtet sie unter anderem im Rednitzgrund bei Dambach, wo wiederum viele Rehe zu Hause sind – etliche von ihnen sind zurzeit trächtig. Stöbern Hunde die wehrlosen Kitze in der Wiese auf, haben sie keine Chance.

Und der Hundebesitzer oftmals auch nicht. "Wenn der Hund nicht exzellent ausgebildet ist, kann man ihn nicht mehr zurückpfeifen." Misch ruft deshalb dazu auf, Hunde anzuleinen, auch wenn in Fürth – abgesehen vom Wiesengrund und den Vacher Flussauen zur Brutzeit der Störche – nicht explizit Leinenpflicht herrscht. Allerdings, so Ordnungsamtschef Jürgen Tölk, muss der Hundebesitzer sicherstellen, dass sein Tier keinem Wild nachstellt. "Er muss seinen Hund beherrschen."


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Dass das leider nicht immer der Fall ist, weiß auch Jagdpächter Gerhard Janousch zu berichten. Vor zwei Tagen erst hat er wieder ein von Hunden gerissenes Reh in seinem Burgfarrnbacher Revier entdeckt; das fünfte Opfer innerhalb kurzer Zeit. Verzweifelt und aufgebracht seien die Jäger deswegen, sagt Jarousch, die Hundehalter oft wenig verständnisvoll.

Dieter Misch weist darauf hin, dass die Leine auch den Hund und Unbeteiligte vor Schlimmem bewahren kann. Etwa, wenn er bei seiner Verfolgungsjagd auf eine befahrene Straße rennt und dort einen Unfall auslöst.

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