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Freitag, 04.12.2020

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Türen auf für den Ronhof-Bunker

Erstmals für die Öffentlichkeit zugänglich - 30.12.2019 16:00 Uhr

Der eingezäunte Bunker (im Vordergrund) mit Ziegeldach zur Tarnung und dem SpVgg-Stadion im Hintergrund.

29.12.2019 © Kamran Salimi


Der Verein Untergrund Fürth kooperiert mit den Sportfreunden Ronhof und bespielt künftig, neben dem Grüner-Felsenkeller unterhalb des Klinikums, auch den neuen Fanbunker in der Kronacher Straße. Während die Sportfreunde , wie berichtet, das erste und zweite Obergeschoss nutzen werden, will der Verein Untergrund das Erdgeschoss ab Herbst dauerhaft für die Öffentlichkeit öffnen.

Einen Vorgeschmack gibt es bei Führungen am Donnerstag. Dann wird der Bunker erstmals im Originalzustand aus dem Jahr 1971 vorgestellt. Danach wird der Bunker von den Sportfreunden und vom Verein Untergrund Fürth im Innenbereich baulich verändert. Eine Wiedereröffnung für die Öffentlichkeit im Erdgeschoss ist dann erst wieder im Herbst 2020 vorgesehen, die Obergeschosse stehen dann der Öffentlichkeit nicht mehr zur Verfügung.

Die Bunkertouren am Donnerstag reihen sich auch in eine Serie von Veranstaltungen in der Region ein, die an die Zerstörungen der Luftangriffe in den ersten Monaten des Jahres 1945 in der Region erinnern.

Am 2. Januar 1945 traf es vor allem die benachbarte Stadt Nürnberg, während im Februar und März 1945 auch Fürth massiv von den Luftangriffen betroffen war. Der Verein Untergrund Fürth möchte mit dieser Veranstaltung an das Kriegsende erinnern und bei der Gelegenheit vom Alltag der Menschen in den Bunkern und ihren bewegenden Geschichten erzählen.

Der Kronacher Bunker, der bereits im Zweiten Weltkrieg gebaut wurde, bot den Menschen im Ronhof Schutz und Sicherheit und diente gerade in den schwierigen Zeiten nach dem Krieg vielen Familien aus den ehemaligen Ostgebieten als Wohnraum. Ende der sechziger Jahre wurde der Bunker umgebaut, dieses Mal für den vermeintlich nächsten Krieg – den Kalten Krieg. Auch diese Geschichte soll am 2. Januar anschaulich erzählt werden und den Alltag in einem Bunker verdeutlichen, der in der Regel aus acht Stunden Stehen, acht Stunden Sitzen und acht Stunden Liegen bestand. Damit sich kein Insasse des Bunkers selbst Schaden zufügen konnte, wurde im Innenbereich penibel darauf geachtet, dass keine spitzen Gegenstände herumlagen. Selbst das Essensgeschirr und Besteck, die Handwaschbecken und Toilettenspiegel waren aus Plastik oder Blech gefertigt.

Beginn der Führungen in der Kronacher Straße, Ecke Laubenweg am 2. Januar zwischen 10 und 16 Uhr jeweils zur vollen und halben Stunde. Eintritt 5 Euro.

fn

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