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Sonntag, 20.09.2020

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Verzögerung: Fürther Feuerwehr zieht erst 2021 um

Die neue Wache ist erst mit Verspätung fertig - 10.08.2020 06:00 Uhr

Weit vorangeschritten ist der Bau der neuen Feuerwache an der Kapellenstraße. Bis zur endgültigen Fertigstellung werden aber noch einige Monate vergehen.

© Foto: Hans-Joachim Winckler


Läuft alles nach Plan, so schrieben es die Fürther Nachrichten im Januar, werde die alte Wache am Helmplatz im Laufe des Jahres 2020 ihre bisherige Funktion verlieren. Voraussichtlich ab dem Spätsommer sollte die Berufsfeuerwehr ihr vertrautes Quartier verlassen und in den modernen Komplex ziehen, der an der Kapellenstraße entsteht. Nicht auf einen Schlag, sondern stufenweise.


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Aber offensichtlich ist in den vergangenen Monaten nicht alles nach Plan gelaufen. Wie die FN auf Anfrage erfahren haben, wird der Neubau nun frühestens Ende November, Anfang Dezember fertig. Ursprünglich hatte man September angepeilt, doch die Corona-Zeit sei nicht ganz spurlos an dem Projekt vorübergegangen, sagt Martin Müller von der städtischen Gebäudewirtschaft. So waren manche Baumaterialien zeitweise nicht zu haben, obendrein konnten Arbeiter aus osteuropäischen Ländern vorübergehend nicht zur Baustelle gelangen. Müller zufolge wird dort aber längst wieder "fleißig gewerkelt".

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Lieferengpässe gab und gibt es jedoch auch beim Mobiliar, weshalb zur Fertigstellung wohl noch nicht alles an seinem Platz stehen wird. Macht nichts, findet Müller. "Überspitzt gesagt: Wir brauchen nicht jeden Tisch und jeden Stuhl, um loslegen zu können." Entscheidender sei beispielsweise, dass die Kommunikationstechnik im Verwaltungsgebäude funktioniert oder dass der Umbau der Kapellenstraße abgeschlossen sein wird. Dort sollen neue Ampelanlagen der ausrückenden Feuerwehr eine Grüne Welle ermöglichen.

Die Illustration zeigt, wie das Innenleben der alten Feuerwache und ihr Umfeld nach Ansicht der Initiative künftig aussehen könnten.

© Quelle: Initiative Fürth-Ort


Feuerwehrchef Christian Gußner trägt es mit Fassung, dass das Gebäude – Spatenstich war übrigens im Juli 2017 – später als geplant vollendet wird. Wie berichtet, mussten er und seine Leute fast zwei Jahrzehnte auf den Baubeginn warten. "Da kommt es auf ein paar Monate auch nicht mehr an." Sehen zu können, dass etwas vorangeht, das sei für ihn entscheidend.

Testbetrieb am Jahresende

Nach Vorstellung der Gebäudewirtschaft kann die Feuerwehr, zu Gußners Truppe zählen etwa 95 Mann, Anfang Dezember ihren dreimonatigen Probebetrieb starten. Er soll zeigen, ob wirklich alles zu 100 Prozent funktioniert. Im Laufe dieser Testphase werden dann irgendwann erste Einheiten von der Kapellenstraße aus ausrücken. Gußner spricht von einem Parallelbetrieb im Neubau und in der alten Wache, der sich über mehrere Wochen erstrecken wird.

"Erst wenn wirklich alles passt, werden wir komplett umziehen." Ende Februar, Anfang März könnte es so weit sein. Der Feuerwehr-Chef hofft zudem, dass im Januar ein Lehrgang für rund 20 Brandmeister-Anwärter, die auch aus anderen Städten kommen, erstmals im Neubau über die Bühne gehen kann.

Noch völlig offen ist, wie die Feuerwehr den Umzug aus dem denkmalgeschützten Jugendstilbau am Helmplatz, der längst nicht mehr modernen Standards entspricht, feiern wird. Einen Korso aus Feuerwehrfahrzeugen mit Blaulicht hatte Christian Gußner bereits vor Monaten vor Augen. Doch das seien alles noch Gedankenspiele, die auch von der Corona-Lage beeinflusst werden dürften. "Und da", sagt Gußner, "will ich keine Prognose wagen."

JOHANNES ALLES

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