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Viele Grundsteinchen für Fürths Kunstgrundschule

Die Rosenschule: einzige Kunstgrundschule und zweite Grundschule "ohne Rassismus" in Mittelfranken - 18.07.2015 08:00 Uhr

Diese bunten Mosaikbilder puzzeln die Rosenschüler im Rahmen des Pilotprojekts Kunstgrundschule zusammen. © Mark Johnston


Sätze, die so beginnen, sind für Menschen zwischen sechs und zehn Jahren, salopp gesagt, ein echtes Brett: „Wenn an meiner Schule Gewalt, diskriminierende Äußerungen oder Handlungen ausgeübt werden, wende ich mich dagegen und setze mich dafür ein, dass wir in einer offenen Auseinandersetzung. . .“ Trotzdem haben es ein paar Jungs der Rosenschule beim Festakt am Freitag geschafft, die Selbstverpflichtung der Courage-Schulen halbwegs fehlerfrei über die Lippen zu bringen. Hut ab.

13 Courage-Schulen gibt es nun in Fürth, sagte Bürgermeister Markus Braun beim Fest. Aber: Die Rosenschule sei nicht nur die erste Grundschule in Fürth, sondern auch die zweite in ganz Mittelfranken, die fest vorhat, immer wieder aufs Neue aktiv für ein Klima der Toleranz zu sorgen. Ein guter Vorsatz, lobte Schulleiter Christian Boeder, auch mit Blick auf die internationale Zusammensetzung seiner Schützlinge. Eine bunte Truppe sind die Rosenschüler, findet Ulrike Irrgang, Leiterin der „Schule der Phantasie“ — ideale Voraussetzung, „um gemeinsam Schönes zu schaffen“. Wie berichtet, trägt die Rosenschule neuerdings auch den Titel „Kunstgrundschule“. Sie ist als einzige Einrichtung in Mittelfranken Teil eines Pilotprojekts, das der Freistaat bezuschusst. 3650 Euro gibt es pro Jahr für die Rosenschule und nochmal soviel für die „Schule der Phantasie“, die als anerkannte Jugendkunstschule den Part des Kooperationspartners übernommen hat.

Die Idee: Schüler sollen sich über den Kunstunterricht hinaus kreativ mit ihrer Umgebung auseinandersetzen. Ab Oktober finden Quartalsworkshops statt, ein Erfinderlabor, eine Buchdruckwerkstatt Doch schon jetzt machen die Rosenschüler dem neuen Titel alle Ehre. Beim Sommerfest fügten sie zerschlagene Fliesen zu Mosaikbildern zusammen und legten so viele Grundsteinchen für die Kunstgrundschule. Die Bilder zieren später das Schulhaus, das gerade saniert wird.

Kunst versteht Irrgang als Brücke — zwischen Kulturen, Sprachen, zu Fremdem, Andersartigem. Davon zeugt auch ein Film, den die Theatergruppe mit Benjamin Schroeder gedreht hat. Der junge Schauspieler logierte, wie manch andere Künstler, in Irrgangs Kunstort Bogenhof, revanchierte sich mit seinem Talent und machte mit seiner Gastgeberin und den Schülern aus Til Schweigers Kinderbuch „Keinohrhase und Zweiohrküken“ einen Kurzfilm, in dem es um Ausgrenzung geht, aber auch um Freundschaft und mehr.

 

hbi

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