Viren-Überträger: Asiatische Tigermücke in Fürth entdeckt

Birgit Heidingsfelder
Birgit Heidingsfelder

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26.9.2019, 17:44 Uhr

© Foto: James Gathany/dpa

Anwohner der Kleingartenanlage Süd hatten Insekten beim "Mückenatlas" eingesandt, der die Verbreitung der Stechmückenarten in Deutschland kartographiert. Es handelt sich um ein Mitmach-Projekt des Friedrich-Löffler-Instituts (Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit) und des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung. Die Tiere wurden, sagt Anita Friedrich vom Amt für Umwelt, Ordnung und Verbraucherschutz, "eindeutig als Asiatische Tigermücken identifiziert".

Um mehr über die Population zu erfahren, veranlasst die Stadt ein sogenanntes Mückenmonitoring. Dabei werden im Frühjahr, wenn es wieder wärmer wird, Fallen aufgestellt. Nach den Zufallsfunden soll so wissenschaftlich ermittelt werden, wie weit sich die Tigermücke hier verbreitet hat. Von den Daten verspricht man sich, heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Rathaus, wertvolle Informationen über das Ausbreitungsmuster. Sie sollen aber auch für die Prävention und die gezielte Bekämpfung des Insekts hilfreich sein.

Die Tigermücke stammt ursprünglich aus Südostasien und wird seit Jahrzehnten durch den globalen Reise- und Handelsverkehr verschleppt. Begünstigt wird ihre Ansiedlung in hiesigen Breiten durch die zunehmende Klimaerwärmung. In Deutschland wurde sie bereits in Thüringen, Baden-Württemberg, Hessen und Bayern gefunden.

Keine Krankheitsfälle

Die Tigermücke kann Krankheitserreger wie Dengue-, Gelbfieber-, Chikungunya-, Zika- oder West-Nil-Viren übertragen. Sie trägt diese zunächst nicht in sich, sondern wird zum Überträger, wenn sie einen Menschen sticht, der die Erreger im Blut hat. Die Wahrscheinlichkeit dafür sei in Deutschland "als sehr gering einzustufen", heißt es aus dem Rathaus. In der Stadt Fürth seien bisher keine dieser Krankheiten der Gesundheitsbehörde im Landratsamt gemeldet worden. Deren stellvertretende Leiterin, Dr. Claudia Kuhn, betont: "Es ist ein Glück, dass die Erreger hierzulande nicht kursieren." Vor allem eine in Fürth geschlüpfte Mücke sei daher an sich nicht gefährlich.

Trotzdem will die Stadt eine weitere Ausbreitung möglichst im Ansatz verhindern. Sie setzt auf Bekämpfungsmaßnahmen, an denen sich die ganze Bevölkerung beteiligen kann. So erschwert es den Blutsaugern das Brüten und die Vermehrung, wenn sie keine Wasseransammlungen in Blumentopfuntersetzern, ungenutzten Gießkannen oder Eimern finden. Regentonnen sollten abgedeckt werden, Wasser in Vogeltränken oder Planschbecken sollte man regelmäßig austauschen.

Bekämpfen kann man die Tigermücke auch mit biologischen Mitteln, einem bakteriellen Eiweiß, das die Larven abtötet. Das Mittel ist in Tablettenform für die Anwendung in Haus und Garten, beispielsweise für Regentonnen, erhältlich. Laut Kuhn bekommt man es in Garten- und Baumärkten.

Weitere Infos bei der Stadt, Tel. (0911) 9 74-1 46, im Landratsamt, Tel. (0911) 97 73-18 06, und im Internet unter https://mueckenatlas.com

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