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Volksbücherei greift nach den Sternen

Die städtische Einrichtung hat sich erstmals mit anderen Bibliotheken vergleichen lassen - 08.11.2013 22:00 Uhr

Auf die effiziente Arbeit ihres Teams kann Volksbücherei-Chefin Christina Röschlein bauen. Vom Bibliotheksindex gab es zur Belohnung einen Stern. Allerdings ist der Bestand der Bücherei veraltet. © Scherer


Die städtische Einrichtung beteiligte sich erstmals an dieser Datenerhebung, die Büchereien in ganz Deutschland einander gegenüberstellt. „Ich sehe das als gute Gelegenheit, um zu erfahren, wo man steht“, sagt Christina Röschlein, die seit Jahresbeginn die Volksbücherei leitet.

Überprüft wurden vier Kategorien, in jeder winkte ein Stern als Auszeichnung: Während Fürth bei „Angebote“ und „Entwicklung“ leer ausging, gab es für „Effizienz“ den erhofften Stern und für „Nutzung“ immerhin noch einen halben. Bundesweit, sagt Röschlein, müsse sich die Volksbücherei mit ihren eineinhalb Sternen nicht verstecken. In der Region könne sie jedoch nicht mithalten.

Zwar sichert sich Fürth Spitzenplätze innerhalb der Rubrik „Angebote“ mit der schieren Fläche der fünf Bücherei-Standorte sowie mit dem großen Bücher-Bestand (1,61 Medien je Einwohner). Der miserable Wert in punkto Mitarbeiter je Einwohner drückt das Endergebnis jedoch deutlich. 15 Planstellen weist die Volksbücherei auf. In Erlangen, das etwas weniger Einwohner hat, habe die Bücherei doppelt so viele Angestellte, sagt Röschlein.

Ähnlich verhält es sich mit dem Geld, das zur Verfügung steht, um neue Medien anzuschaffen. Rund 200000 Euro pro Jahr sind es Röschlein zufolge in Erlangen, 85000 Euro in Fürth. Mit einer Erneuerungsquote von 7,62 Prozent rutscht die Volksbücherei daher in der Index-Rubrik „Entwicklung“ weit nach hinten.

Punkten kann Fürth bei der Nutzung: Den Wert „2,43 Besuche pro Einwohner“ sieht Röschlein als Bestätigung dafür, dass die Bücherei ein schöner Aufenthaltsort sei, um sich bei einem Kaffee zu treffen und das Angebot zu nutzen – und wenn es „nur“ das Lesen der Zeitung ist. Bestwerte erreicht Fürth bei der Effizienz. „Wir haben mit sehr wenigen Leuten, viel geöffnet und leisten mit geringen Mitteln gute Arbeit“, fasst die Leiterin zusammen. Allerdings gehe das nur dank des persönlichen Engagements der Mitarbeiter – bisweilen über die eigentliche Arbeitszeit hinaus.

Für das Jahr 2014 wünscht sich Röschlein, dass ihr Etat für Neuanschaffungen auf 100000 Euro aufgestockt wird. Mit dem Geld würde sie gerne interaktive Lernmittel anschaffen, wie Tiptoi-Stifte oder Lük-Hefte, aber auch Medien wie Spiele für die Wii-Konsole, um die Attraktivität der Volksbücherei weiter zu steigern. Mit der seit Februar möglichen „Onleihe“, also dem Ausleihen von Büchern, Zeitschriften und weiteren Medien in digitaler Form, sei man bereits auf einem sehr guten Weg. Im Bibliotheksindex, der auf Daten von 2012 basiert, ist diese noch gar nicht berücksichtigt.

Über die beantragte Etaterhöhung müssen die Stadträte bei den Haushaltsberatungen im Dezember entscheiden.

 

Johannes Alles

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