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Wallenstein-Weg: "Das ist eine tolle Werbung"

Im Museum Zirndorf setzt Christine Lorber auf die Historie - 27.03.2021 17:34 Uhr

Christine Lorber (51) ist seit 18 Jahren im Städtischen Museum Zirndorf tätig, zunächst als wissenschaftliche Mitarbeiterin, seit 2017 als dessen Leiterin. Die studierte Kulturwissenschaftlerin gehörte von Anfang an zum Kuratorenteam, das den Erlebnisweg fachlich begleitet hat. Schon als Kind war sie mit ihren Eltern viel in Museen unterwegs – von Langeweile keine Spur: „Ich fand sie alle spannend.“

26.03.2021 © Foto: Thomas Scherer


Jetzt geht’s los. Auf was, Frau Lorber, freuen Sie sich am meisten?

Besucher können Wallensteins Lager jetzt nicht nur auf einer Karte oder im Modell betrachten, sondern die Orte erwandern, die sich ja ganz in der Nähe befinden. Dies konnte man zwar an der Alten Veste vorher schon, aber nun ist es nicht nur möglich zu sehen, wo etwa Wallenstein damals gewohnt hat. Es geht auch um die einfachen Menschen des 17. Jahrhunderts und die Fragen: Wie lebten sie im Lager? Was haben sie während der drei Monate erlitten?

 

Wo hat das Museum dabei seinen Platz?

Der Weg ist mit seinen Stelen und Stationen eine sehr schöne Ergänzung und führt genau am Museum vorbei. Bei uns können sich Besucher intensiver informieren und viel tiefer in die Geschichte eintauchen. Dank der QR-Codes, die wir an unseren Texttafeln hier im Haus haben, ist es sogar möglich, sich alles vorlesen zu lassen.

 

Auf dem Wallenstein-Weg berichten Menschen aus der damaligen Zeit – zum Beispiel eine Marketenderin oder ein Musketier – an Audiostationen von ihren Erlebnissen und ihrer Mühsal. Es lassen sich Dinge anfassen, es gibt eine App. Womit kann das Museum punkten?

Wir haben klasse Exponate: Wer möchte, kann bei uns in den Harnisch, also den Brustpanzer, eines Pikeniers schlüpfen. Es gibt ein Faksimile des Trexel-Plans aus dem Jahr 1634, der Wallensteins Lager darstellt. Man kann sich ein Interview mit dem früheren Kreisheimatpfleger Helmut Mahr, einem ausgewiesenen Kenner der Materie, aus der ZDF-Dokumentation "Mit Gottes Segen in die Hölle" anhören oder einen Musketier in Lebensgröße in voller Montur bewundern. Und dann ist da unser wunderbares Diorama . . .

 

. . . der große Schaukasten, der mit Zinnfiguren und Modellarbeiten Wallensteins Lager zeigt.

Genau. Wie genial das ist, merken wir immer wieder, wenn Schulklassen im Museum sind. Was die Kinder alles entdecken! Und uns geht es genauso. Immer wenn man sich die Szenerie betrachtet, findet man ein neues Detail.

 

Sie haben vom Museum aus schon länger Wallenstein-Führungen angeboten. Welche Rolle wird dabei der Erlebnisweg spielen?

Wir werden ihn ein wenig integrieren, auch wenn sich sehr viel bei uns im Haus oder an der Alten Veste abspielt. Schließlich ist das nicht nur eine tolle Werbung für das Museum und ein Angebot, das uns sicher mehr Besucher bringen wird. Das Projekt macht außerdem deutlich, dass Zirndorf, Oberasbach und Stein damals im Zentrum der europäischen Geschichte standen.

INTERVIEW: HARALD EHM

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