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Weiterhin kein Sport in der Hardenberg-Turnhalle

In der Sportstätte am Gymnasium wird ein "zweiter Bauabschnitt" nötig - 28.02.2020 06:00 Uhr

Ein Bild aus Zeiten, als in der Hardenberg-Halle noch Sport getrieben wurde. Seit Sommer 2017 ist das nicht mehr möglich. © Foto: Edgar Pfrogner


Wer sich mit der nach wie vor gesperrten Turnhalle des Hardenberg-Gymnasiums beschäftigt, muss inzwischen etwas weiter ausholen. Die Misere begann in den Sommerferien 2017. Während eine Firma im Auftrag der Stadt das Dach sanierte, drang Regenwasser in die Halle ein, Teile des Bodens hoben sich. Seitdem ist dort kein Sportunterricht mehr möglich.

In den vergangenen zweieinhalb Jahren musste sich das Gymnasium zum einen auf seine kleine Altbau-Halle beschränken, zum anderen werden die Schüler mit Bussen zum indoor Sport Fürth gebracht, einer privaten Anlage in der Leyher Straße. Dieser Zustand könnte noch ein gutes Jahr andauern.

Zwar sind die Arbeiten an der eigentlichen Halle bald abgeschlossen, doch inzwischen ist klar, dass sich noch ein zweiter Bauabschnitt anschließen muss: Im Fokus stehen jetzt die Umkleideräume, die Duschen und Toiletten. Das Baureferat der Stadt wollte diesen Bereich erst "später" angehen, wie Fürths Baureferentin Christine Lippert sagt. Doch bei den Arbeiten stellte sich heraus, dass sich die eigentliche Halle und der Umkleidetrakt "so leicht nicht trennen lassen". Zahllose Leitungen verbinden die Bereiche.

Die Folge: Die Stadt will und muss den zweiten Bauabschnitt sofort angehen. Laut Lippert soll im März der Bauausschuss die Projektgenehmigung erteilen. Im August oder September könnten die Arbeiten beginnen. Die Halle wird dann längst fertig, die Fußbodenheizung eingebaut, der neue Boden verlegt sein. Und trotzdem werden Schüler und Vereine sie wohl erst wieder in Beschlag nehmen können, wenn der zweite Abschnitt vollendet ist.

Im Hardenberg-Gymnasium stellt man sich zumindest schon mal darauf ein. "Grundsätzlich könnten wir auch ohne Umkleiden und Toiletten in die Halle", sagt Werner Lieret, Mitarbeiter im Direktorat. Die Schüler müssten dann die Infrastruktur der Altbau-Halle nutzen. Doch das sei "organisatorisch schwierig".

Gibt es Schadenersatz?

Eine Entscheidung steht noch aus, das Direktorat will sie "mit der ganzen Schulfamilie" treffen, insbesondere mit der Fachschaft Sport. Nach Lierets Worten geht die Tendenz jedoch dahin, die Halle erst komplett in Betrieb zu nehmen – voraussichtlich zwischen Fasching und Ostern 2021. Dreieinhalb Jahre nach der Sperrung.

Dass es so lange dauert, liegt vor allem daran, dass die Stadt die Firma zur Rechenschaft ziehen will, die 2017 mit den Dacharbeiten beschäftigt war. Ein Gutachten sollte klären, ob sie den Wasserschaden hätte verhindern können. Wegen der brummenden Baukonjunktur fand sich zunächst kein unabhängiger Fachmann, der das beurteilen wollte. Vorher konnte die Sanierung aber nicht beginnen, weil sie eventuelle Beweise beseitigt hätte. Längst liegt das fertige Gutachten vor, ob der Stadt Schadenersatz zusteht, ist aber immer noch nicht klar. "Das Verfahren läuft", sagt Christine Lippert.

Von einer reinen Schadenbehebung ist die Stadt inzwischen ohnehin weit entfernt. "Im Grunde werden wir eine Generalsanierung hinter uns haben", sagt Lippert. Sie kalkuliert für den ersten Bauabschnitt mit 1,2 Millionen, für den zweiten mit rund einer Million Euro. Das Hardenberg sollte dann erst einmal Ruhe mit seiner Halle haben.

JOHANNES ALLES

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