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Freitag, 14.08.2020

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Zirndorf: Hotel in idyllischer Stadtwaldlage

Der neue Eigentümer Murat Bülbül will das Kneipp-Kurhotel sanieren und vergrößern - 19.07.2020 08:00 Uhr

Das Parkhotel am Achterplätzchen soll größer und schöner werden. Es liegt im Stadtwald, die Grünen möchten, dass der Baumbestand auf jeden Fall bleibt.

© Thomas Scherer


Das Parkhotel am Achterplätzchen soll attraktiver und größer werden. Besitzer Murat Bülbül plant, das als Kneipp-Kurhotel anno 1933 entstandene Gästehaus umzubauen, mit Wellness-Bereich auszustatten und von 15 auf 55 Zimmer zu erweitern, wie er auf Nachfrage erklärte. Dann soll auch die Klassifizierung des Hauses von einem Drei- auf ein Vier-Sterne-Hotel steigen.

Der Bauausschuss hatte dem Umbau und der Erweiterung des langgestreckten, leicht geschwungenen Gebäudes von zwei auf drei Etagen über die komplette Breite bereits im September 2018 zugestimmt. Das Landratsamt als genehmigende Behörde forderte jedoch einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan für das Hotel im Außenbereich, das zu einer Zeit entstand, als es derartige baurechtliche Auflagen noch nicht gab. Insoweit hat es Bestandsschutz, bei Veränderungen aber müsse sich der Bauherr heutigen Gegebenheiten anpassen, erklärte Bürgermeister Thomas Zwingel auf Nachfrage von Cornelia Thomas (Grüne).

Grundsätzliches Ja

Mit 20 zu neun Stimmen hat der Stadtrat jetzt Einvernehmen signalisiert und damit die Verwaltung beauftragt, die entsprechende Bauleitplanung anzupacken. Ein Votum, das die grundsätzliche Zustimmung aus den Fraktionen widerspiegelt, aber auch Bedenken Einzelner abbildet.

So bewertete Ursel Rauch (CSU) Ausbau und Attraktivitätssteigerung des Hotels zwar "grundsätzlich wohlwollend", meldete allerdings auch kritisch an, dass der Verkehr an der Straße, an der zwei Kindertagesstätten sowie ein Abenteuerspielplatz liegen, zunehmen dürfte. Sie warnte davor, dass die Hotelerweiterung die Stadt möglicherweise dazu zwingen könnte, die Straße zum Achterplätzchen ausbauen zu müssen. Mehr Verkehr fürchtete auch Udo Nürnberger als Chef der CSU-Fraktion. Marcus Spath signalisierte für die SPD-Fraktion Zustimmung, schließlich wolle die Stadt Tourismus und Wirtschaft fördern. "Himmelangst", sagte Ralf Schmidt (Freie), werde ihm, "wenn man so ein Riesengebäude in den Wald stellt."

Walter Schäfer von den Grünen hat grundsätzlich etwas dagegen, "dass da mitten im Grünen" gebaut wird" – das Hotel liegt im Stadtwald und damit im geschützten Bannwald. Dass dort Bäume fallen, will auch sein Fraktionskollege Wolfram Schaa verhindern. In puncto Wirtschaftlichkeit lenkte Walter Schäfer jedoch ein: Mit nur 28 Betten sei das Haus womöglich über kurz oder lang nicht zu halten.

Eine Einschätzung, die Paul Reubel bestätigte. Der FDP-Stadtrat wurde in seiner Funktion als Kreisvorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbands um Stellungnahme gebeten. Er stufte ein Haus in der Dimension des Parkhotels als mittelfristig unwirtschaftlich ein. Perspektivisch bliebe dann allenfalls, statt der Hotelzimmer Pflegeplätze oder Luxuswohnungen in idyllischer Lage anzusiedeln. Eine Vergrößerung, so Reubel, sei die einzige Chance, langfristig überleben zu können.

Vorausgesetzt, man denke nicht zu groß, sagte er und nannte dafür ein Beispiel in Unterasbach: Ein Investor hatte dort vorübergehend ein Tagungs- und Kongresshotel mit an die 150 Zimmern anvisiert. Reubel: "Das hätte den Markt vor Ort kaputt gemacht."

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