Samstag, 04.04.2020

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Zirndorfer Brücke hält Verkehr aus

Messergebnisse bisher im grünen Bereich — „Keine Gefahr für Leib und Leben“ - 02.06.2016 21:00 Uhr

Ende Februar nahmen Experten erstmals eine Durchbiegungs- oder Nullmessung im Ruhezustand an der Zirndorfer Brücke vor, um so deren Position über dem Meeresspiegel zu ermitteln. © Archivfoto: Horst Linke


Wie berichtet, geben Experten der Betonkonstruktion aus dem Jahr 1971 noch acht bis zehn Jahre, ehe sie abgerissen werden muss. Ein Neubau käme auf 50 Millionen Euro. Zuletzt war eine Debatte darüber entbrannt, ob Fürth das dann alleine stemmen müsste oder ob Zirndorf und Oberasbach als Profiteure die Verkehrsverbindung mitfinanzieren müssten.

Entschieden ist nichts, und noch erfüllt die alte Brücke ihren Job. Um ihre Stahl-Spannglieder zu schonen, die im Lauf der Jahrzehnte an Elastizität eingebüßt haben, wurden schon vor längerem Sicherheitsvorkehrungen getroffen. So sollen eine Tempo-30-Regelung und eine auf zwölf Tonnen pro Fahrzeug beschränkte Nutzlast verhindern, dass das Bauwerk allzu sehr in Schwingung versetzt wird. Seit Ende Februar wird es außerdem ähnlich engmaschig überwacht wie ein Patient auf der Intensivstation.

Das heißt: Im Vier-Wochen-Rhythmus kontrollieren Fachleute der Vermessungsabteilung im Stadtplanungsamt, wie sich die Brücke bei Belastung verhält. Tiefbauamtsleiter Hans Pösl erklärt: Unter der Last des Autoverkehrs reagiere eine Brücke „wie ein gespanntes Gummiband, das schwingt nach unten und nach oben“.

Es geht um Zentimeter

Der unterste und der oberste Punkt dieser Schwingungen dürften, so Pösl weiter, maximal 20 Zentimeter voneinander entfernt sein. Anders ausgedrückt: Rollen Autos über die Zirndorfer Brücke, darf sich diese zwischen ihren Stützen links und rechts des Main-Donau-Kanals auf einer Länge von 75 Metern nicht mehr als zehn Zentimeter nach unten durchbiegen. Größere Ausschläge wären heikel, sagt der Amtsleiter, sie wären nämlich ein Zeichen dafür, dass Stahl-Spannglieder in der Brücke gerissen sind.

Ende Februar wurde die Brücke für den Verkehr gesperrt, damit Experten eine so genannte Durchbiegungs- oder Nullmessung im Ruhezustand vornehmen konnten. Seitdem fanden drei Messungen unter Belastung statt, die vorerst letzte am 25. Mai. Das Ergebnis formuliert Pösl so: „Bis dato ist keine Verschlechterung des bisherigen Zustandes erkennbar.“ Die Brücke wölbe sich an einem der Messpunkte drei Zentimeter nach unten. Das sei der extremste Fall, doch bedeute das „keinerlei Gefahr für Leib und Leben“. Ende Juni findet die nächste Kontrolle statt.

Birgit Heidingsfelder

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