Samstag, 04.04.2020

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Zirndorfer Brücke ist ein zu filigraner Betonkoloss

Nach 44 Jahren schon verbraucht - 21.07.2015 16:00 Uhr

Von unten betrachtet, offenbart der Brückenschlag, wie luftig er gebaut wurde. Die Konstruktion hat sich nicht bewährt. © Foto: Hans-Joachim Winckler


Dem damaligen Schlankheitsideal der Architekten entsprechend, wurde die Spannbetonbrücke zwischen Dambach und Zirndorf vor 44 Jahren sehr filigran gebaut. Die Folge: Unter Belastung gerät das Bauwerk ins Schwingen. Nachdem festgestellt wurde, dass einige der stählernen Spanntrossen korrodieren, zog die Stadt die Reißleine.

Nur noch mit Tempo 30 und von Fahrzeugen bis zu zwölf Tonnen darf die Brücke bis zum Abschluss der Untersuchungen hinsichtlich ihrer Tragfähigkeit passiert werden. Wann das Untersuchungsergebnis der TU München vorliegt, das über Generalsanierung oder Neubau entscheidet, kann Karlheinz Schenkel aus dem städtischen Tiefbauamt nicht absehen. Eine kostensparende Zusammenarbeit mit Nürnberg schließt der Brückenexperte aus. Dazu gebe es keine gemeinsamen Planungsinstrumente. Zudem müsse jede Kommune die Finanzierung separat in ihrem Haushalt einplanen.

2013 erst ist die ähnlich gebaute Graf-Stauffenberg-Brücke zwischen Ober- und Unterfürberg nach 15- monatiger Generalsanierung wieder für den Verkehr freigegeben worden. 4,5 Millionen kostete die Sanierung. Zum Vergleich: Der Bau der Zirndorfer Brücke hat 5,4 Millionen Mark verschlungen. Derzeit wird am 3,5 Millionen Euro teuren Neubau der Vacher Regnitzbrücke gearbeitet. Die alte Konstruktion ist nach 57 Jahren baufällig geworden.

50 bis 60 Jahre Lebensdauer gibt Schenkel modernen Brücken. Die „Steinerne Brücke“ in Regensburg bringt es hingegen auf 869 Jahre. Mangels ausgefeilter Messtechnik hat man sie sicherheitshalber lieber etwas zu massiv als zu schlank gebaut.

Volker Dittmar

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