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Zwischen Theater und Centaurenbrunnen

Ein neuer Stadtrundgang zu jüdischen Stiftungen und Stiftern in Fürth feiert Premiere - 01.05.2013 19:00 Uhr

Die Krautheimer Krippe ist auch ein Überbleibsel jüdischer Stifter. © Schulz


Was haben Berolzheimerianum, Krautheimerkrippe und Nathanstift gemein? Warum gibt es im ukrainischen Czernowitz einen Ort, an dem man glauben könnte, man steht mitten in Fürth? Wie gelangte der Centaurenbrunnen, der doch für den Nürnberger Plärrer gestaltet wurde, an den Fürther Bahnhofplatz? Und warum gab es überhaupt in Fürth so viele jüdische Stiftungen? Diese Fragen und noch einige weitere will der neue Stadtrundgang beantworten.

Damit greift der Verein Geschichte Für Alle ein brandaktuelles Thema auf: Wie berichtet, bewarb sich die Stadt Fürth 2012 gemeinsam mit Halberstadt unter dem Titel „Jüdisches Stiftungswesen als Beitrag zur modernen Sozialstadt“ um die Aufnahme ins Unesco-Weltkulturerbe – und das nicht ohne Grund: Fürth wurde bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts umfangreich mit jüdischen Stiftungen bedacht, die heute infolge der Inflation und des Nationalsozialismus großteils nur noch namentlich erhalten sind. Zahlreiche Gebäude und Kunstwerke im öffentlichen Raum zeugen aber nach wie vor von der jüdischen Stiftertätigkeit, die allen Fürthern unabhängig von ihrem Glauben zugute kam.

Der Rundgang führt zu bekannten Stiftungen wie dem Volksbildungsheim Berolzheimerianum, dem Stadttheater, der ehemaligen Säuglings- und Kleinkinderkrippe der Familie Krautheimer oder dem früheren Nathanstift, das heute von der Leopold-Ullstein-Realschule genutzt wird. Dazu rücken eher unbekanntere Stiftungen wie das Sanitätskolonnenhaus des Roten Kreuzes an der Otto-Seeling-Promenade oder Kunstwerke wie Brunnen oder die venezianischen Löwen im Stadtpark in den Vordergrund.

Durch diese Vielfalt wird verständlich, mit welcher Motivation die Stiftungen entstanden: Neben der religiösen Verpflichtung zur Wohltätigkeit hatten sie das Ziel, soziale Missstände zu beheben, kulturelle Einrichtungen zu schaffen oder die Stadt zu verschönern. Aber auch das „ehrende Andenken“ an verstorbene Familienmitglieder in der Stadt zu verwurzeln oder sich selbst einen „guten Namen“ und somit Ansehen und Achtung in der Öffentlichkeit zu schaffen wie auch Ausdruck patriotischer Gesinnung spielten hier eine Rolle.

Premiere hat der Stadtrundgang an diesem Sonntag. Treffpunkt: 14 Uhr am Centaurenbrunnen beim Hauptbahnhof, Kosten 7/6 Euro. Weitere Termine 2013: 14. Juli, 18. August, 27. Oktober.

  

fn

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