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Fürther Erhard-Zentrum: Mini-Fußgängerzone für eine Million

Künftig soll man vor dem Museum entspannt flanieren können - 06.06.2019 06:00 Uhr

Das Straßenstück vor dem Ludwig-Erhard-Zentrum soll bald tabu für Autos sein. Bei der Neugestaltung will man sich an der vorhandenen Fußgängerzone in der Schwabacher Straße orientieren. © Hans-Joachim Winckler


Ein Jahr nach der Eröffnung des Ludwig-Erhard-Zentrums (LEZ) ist noch unklar, wann der Platz vor dem Museum neu gestaltet wird. Man wolle das Projekt "möglichst bald realisieren", versicherte Dietmar Most, Chef des Fürther Stadtplanungsamts, auf Nachfrage.

Einstimmig hat der Bauausschuss Pläne des Tiefbauamtes abgesegnet, wonach der Bereich vor dem LEZ seinen Straßencharakter verlieren und sich für 1,04 Millionen Euro in eine weitere kleine Fußgängerzone verwandeln soll. Direkt im Anschluss wird der Übergang von der Wasserstraße zur Ludwig-Erhard-Straße verkehrsberuhigt. Im Schritttempo und in Fahrtrichtung Obstmarkt dürfen Autofahrer dort künftig um die Ecke biegen.

Bei einem Vorhaben dieser Größenordnung hat der Stadtrat das letzte Wort. Er tagt Ende Juni. Gibt er, wie erwartet, grünes Licht, dann wäre Most froh, wenn die Bauarbeiter gleich im Anschluss loslegen würden. Weil sich aber bei anderen Maßnahmen gezeigt hat, wie schwer Handwerker aktuell zu bekommen sind, wagt er keine Prognose zum Baubeginn. Fest steht nur: Die Ausschreibung für die Arbeiten läuft.

Kommt alles wie vorgesehen, dürfen Autos weiterhin von der Hirschenstraße aus mit Tempo 20 auf die Rathauskreuzung zurollen. In Fahrtrichtung links wird der Gehweg zwischen Rathausrückseite und Kohlenmarkt geschlossen.

Eine direkte Anbindung der neuen an die vorhandene Fußgängerzone in der Schwabacher Straße ist nach den Worten von Andreas Gruber, zuständig für Straßenbauplanung im Tiefbauamt, aus verkehrstechnischen Gründen nicht realisierbar. Damit aber alles "aus einem Guss" ist, lehne man sich optisch an die jetzige Fußgängerzone an. Heißt: Die Pflastersteine beispielsweise sollen in Größe und Farbgebung dem in der jetzigen Fußgängerzone entsprechen.

OB schwärmt vom "urbanen Leben"

Oberbürgermeister Thomas Jung schwärmte schon 2017 vom "urbanen Leben", das vor dem LEZ Einzug halten wird. Man könne dort künftig, umgeben von Außengastronomie, "diskutieren und flanieren". Möglich sein soll das eines Tages unter sechs jungen Bäumen, die wegen der vielen Leitungen im Untergrund nicht direkt aus dem Boden wachsen können, sondern in Kübeln beheimatet sein werden.

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Zum weiteren Mobiliar des Fußgängerzönchens gehören den Planungen zufolge eine verzinkte und pulverbeschichtete Plakatvitrine vor dem LEZ im Farbton Anthrazit sowie – aus demselben Material und nach dem Vorbild der Modelle beim Jüdischen Museum – Abfalleimer, Fahrradbügel und Poller. Zwei Sitzbänke sollen zum Verweilen einladen, und abends Wandleuchten den Platz und die Gebäude in Szene setzen.

Damit die Stadt die Million nicht alleine stemmen muss, beantragt sie Zuwendungen aus dem Bund-Länder-Programm "Soziale Stadt – Investitionen im Quartier".

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Vor der Einweihung: Ein erster Blick ins Ludwig-Erhard-Zentrum

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