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Fürther Feuerwache bleibt im Besitz der Stadt

Offen aber ist die Frage, wer hier später einziehen darf - Kosten werden geprüft - 24.11.2018 06:00 Uhr

Blick auf begehrte Häuser: die Feuerwache (Bildmitte) mit ihren Seitentrakten, dahinter links das Eichamt. © Foto: Skyling/Tobias Dotzauer


Genau richtig sei es, sagte Oberbürgermeister Thomas Jung den FN kürzlich, dass so viele Menschen jetzt Vorschläge machen, was aus dem historischen Gebäude im Herzen der Stadt einmal werden könnte. Wie begehrt diese besondere Immobilie tatsächlich ist, merkt er offenbar auch ganz unmittelbar: Sehr munter gehen in seinem E-Mail-Postfach zurzeit Wünsche und Ideen ein, erzählte er in der jüngsten Stadtratssitzung.

Er warnte aber auch davor, sich Illusionen zu machen: Wenn die Berufsfeuerwehr 2020 auszieht, werde ein Objekt mit immensem Sanierungsbedarf frei. "Das ganze Haus ist verbraucht." Die Feuerwehr habe es all die Jahre mit großem handwerklichen Geschick in Schuss gehalten. Allein der Brandschutz sei schon völlig unzureichend. Jung: "Alles andere als die Feuerwehr wäre illegal in diesem Gebäude."

Er sei reichlich ernüchtert gewesen, als er es sich genauer angeschaut hat, berichtete auch der für den Fürther Schulsektor zuständige Bürgermeister Markus Braun: Fluchtwege fehlten, man finde enge Gänge und kleine Räume vor, die Fahrzeughalle lasse sich gerade einmal auf etwa ein Grad aufheizen. Deshalb sei es fraglich, wie viel Fläche das Heinrich-Schliemann-Gymnasium, das dringend mehr Platz braucht, hier überhaupt kurzfristig nutzen könnte. Ein Beispiel: Einzelinstrumentalunterricht sei zwar in den kleinen Räumen denkbar – aber lässt es die Akustik zu?

Schulleiter dankt

Nachdem die CSU-Fraktion sich kürzlich mit einem Antrag dafür eingesetzt hatte, dem Gymnasium in der Wache Raum zu geben, war auch Schulleiter Carsten Böckl in die Ratssitzung gekommen. Er danke den Stadträten dafür, dass sie den Bedarf des HSG im Hinterkopf haben, betonte er. Deutlich machte er: Ja, die Schule brauche Räume – aber es sei gründlich zu prüfen, welche Bereiche der Feuerwache wirklich für sie geeignet sind. Der Antrag sei gut gemeint gewesen, stellte daraufhin die CSU klar. Falls die Räume für das Gymnasium nicht taugen, sperre man sich natürlich nicht, sie anderweitig zu vergeben.

Man habe mit dem Antrag auf den Vorstoß des Kulturreferats reagiert, das jüngst ein Konzept vorgelegt hatte: Demnach soll aus Wache und Eichamt ein Kulturzentrum werden (siehe auch Text links).

Jung und Braun plädierten dafür, erst einmal Fakten zu sammeln: Bevor die Stadt ins Auge fassen könne, wer hier zum Zug kommt, sei es etwa zwingend nötig, zu wissen, mit welchen Kosten die weitere Nutzung verbunden ist. Einstimmig beauftragte der Stadtrat denn auch das Baureferat, zu prüfen, wie viel Geld man mindestens in die Hand nehmen muss, um Teile der Wache für eine Zwischennutzung herzurichten. Womöglich lohne es sich, das Gebäude dann lieber gleich richtig zu sanieren, so Jung. Bei einer Begehung im Januar sollen sich die Stadträte zudem selbst einen Eindruck vom Haus machen können.

Klar machte der OB indes schon jetzt: Die alte Feuerwache wird nicht verkauft, sondern von der Stadt genutzt – "und zwar nicht für die Verwaltung". Und: Das Thema werde den Stadtrat noch über die laufende Legislaturperiode hinaus beschäftigen, man brauche deshalb nicht in Hektik zu verfallen: "Viele haben jetzt den Fuß in der Tür", so der OB. "Und wir haben noch keinen rausgeschoben." 

Claudia Ziob

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