Dienstag, 28.01.2020

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Fürther Kläranlage bekommt neue Zentrale

Der Ausbau des Betriebsgebäudes nähert sich allmählich der Zielgeraden - 14.02.2019 06:00 Uhr

Der Neubaukomplex an der Zufahrtsstraße von seiner Rückseite her gesehen: im Vordergrund die Garagen, dahinter die Räume für die rund 120 Mitarbeiter des Klärbetriebs. © Foto: Hans-Joachim Winckler


Schon 2015 ist der Grundstein für die neue Regiezentrale des kommunalen Klärbetriebs gelegt worden. Dagegen wurde der Bau der Feuerwache erst 2017 in Angriff genommen. Und während die Löschmannschaften im Frühjahr 2020 den Umzug planen, steht über dem Bezugstermin des Betriebsgebäudes in der Kläranlage noch ein Fragezeichen.

Dabei wurde der Rohbau – wie bei der Feuerwehr – in einem knappen Jahr hochgezogen. Doch beim Ausbau gab es Schwierigkeiten. "Zwei Firmen mussten wir kündigen, weil sie ihre Verträge nicht erfüllten", berichtet Bauleiter Arthur Sieder. Vor allem externe Unternehmen nähmen es mit den Terminen nicht so genau.

Sieder: "Wenn sie einen lukrativeren Auftrag bekommen, ziehen sie ihre Arbeiter einfach ab." Rund ein Jahr sei man deshalb in Verzug geraten. Auch, wenn sich die Handwerker auf den 7231 Quadratmetern des Neubaus nicht gerade auf die Füße treten: Es geht voran. Und die Dauer der Arbeiten ist auch der anspruchsvollen Materie geschuldet. Denn der teilunterkellerte, drei- bis viergeschossige Betonklotz bietet nicht nur zeitgemäße Hygieneräume für die rund 120 Klärwerker, sondern beherbergt auch die zentrale Warte für die Überwachung und Steuerung der Hauptkläranlage und den neuen Eingangsbereich.

Vom Labor bis zur Kantine

Außerdem sind hier Labors für die Eigenüberwachung des Klärbetriebs und die Kontrolle externer Abwasser-Einleiter aus der Industrie integriert. Darüber hinaus die Büros der Verwaltung, Werkstätten, umfangreiche Materiallager, Garagen und die aufwändige Gebäudetechnik. Schulungsräume sowie eine Kantine komplettieren den Multifunktionsbau.

Besonders raffiniert ist die Energieversorgung ausgelegt. Als technisch weiterentwickelter Passivbau ist das neue Betriebsgebäude quasi autark. Es benötigt keine Fremdenergie. Über Wärmetauscher werden die Räume mit Wärme aus Abwasser im Winter beheizt und im Sommer gekühlt. Nach diesem Prinzip funktioniert bereits die Energieversorgung des Fürther Rathauses.

Neben einer Fußbodenheizung sorgen Deckenstrahlplatten als sogenannte Klimasegel für gleichbleibend komfortable Temperaturen. Versorgungssicherheit gewährleistet ein mit Klärgas betriebenes Blockheizkraftwerk. Wie ungleich komplexer der Ausbau des Betriebsgebäudes gegenüber der neuen Wache der Berufsfeuerwehr ist, verdeutlicht die Tatsache, dass in der Kläranlage rund 40 verschiedene Gewerke erforderlich sind – doppelt so viele wie am Schießanger.

Langsam zeichnet sich das Ende der Arbeiten ab. Momentan werden die Malerarbeiten ausgeschrieben. In den Duschräumen hängen bereits die Spiegel. Armaturen fehlen aber ebenso wie Türen, Schränke und Leuchten. Die Geduld der Chefin der Stadtentwässerung, Gabriele Müller, wird indes reichlich strapaziert, denn mit ihrer 34-köpfigen Verwaltung soll sie das Technische Rathaus in der Hirschenstraße so bald wie möglich verlassen, weil die Bauverwaltung den Platz dort selbst benötigt.

Volker Dittmar

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