Alexandra Kresse: Ein Umdenken muss her

29.5.2019, 06:01 Uhr
Alexandra Kresse: Ein Umdenken muss her

© Frank Rumpenhorst/dpa

Wir haben mit Alexandra Kresse, Vorsitzende der BN-Ortsgruppe Gunzenhausen, über ihre Motivation für dieses Ehrenamt und ihre Ziele gesprochen.

Was hat Sie dazu bewogen, sich als Vorsitzende der Ortsgruppe zur Verfügung zu stellen?

Alexandra Kresse: Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht. Mit drei Kindern, Haushalt und dem Beruf als Lehrerin ist die Zeit mein größtes Problem. Mit Alexander Kohler war ich durch die Organisation der Amphibienschutzzäune, die ich letztes Jahr übernommen habe, schon länger im Gespräch deswegen. Letztlich hat mir die aktuelle Diskussion zum Thema Schwammspinner im Burgstall deutlich gemacht, dass eine Ortsgruppe in Gunzenhausen absolut nötig ist, um sich für die Belange der Natur direkt vor Ort einzusetzen.

Welche Erfahrungen bringen Sie für dieses Ehrenamt mit?

Ich war schon als Schülerin mit meinem Biolehrer beim Bau der Krötenzäune dabei. Und lange bevor es das "Rama dama" bei uns gab, habe ich mit meiner Freundin im Burgstall Müll eingesammelt. Da war ich sieben oder acht Jahre alt. Das Thema Umweltschutz hat mich einfach schon immer interessiert. Und Tiere sowieso: Ich habe es geliebt, in unserem Garten nach Eidechsen, Blindschleichen und Kröten zu suchen.

Welche Ziele haben Sie sich für die Ortsgruppe gesteckt?

Wir möchten Ansprechpartner sein für alle Bürger, denen ihre Umwelt am Herzen liegt, und wir möchten dazu beitragen, Problemlösungen zu finden, etwa beim Schwammspinner oder dem Eichenprozessionsspinner. Außerdem soll es ein Programm für Jung und Alt geben. Das können Exkursionen, Ausflüge oder auch Angebote wie der Bau von Nisthilfen sein. Ganz konkret haben wir für Ende Juni eine Fahrt zum "Hortus Insectorum" in Beyerberg geplant. Außerdem finden alle Bürger, die Fragen zum Schwammspinner haben, Infos und Tipps auf unserer Homepage. Die Adresse lautet: www.weissenburg-gunzenhausen.bund.naturschutz.de.

Umweltschutz ist ja momentan quasi in. Hat das Bestand?

Ich denke, ein radikaler Wandel und ein Umdenken müssen her. Jeder einzelne sollte sein Verhalten überdenken und gegebenenfalls ändern. Aber vor allem müssen politische Entscheidungen getroffen werden. Das Volksbegehren zum Artenschutz ist ein Anfang, sollte aber nicht das Ende sein. Durch das Engagement innerhalb eines großen Verbands kann man da viel mehr erreichen. Man muss aber eben vor Ort anfangen, sich zu engagieren, um gemeinsam Ziele voranzubringen.

Seit Wochen gehen junge Leute auf die Straße und demonstrieren für mehr Umweltschutz. Was halten Sie davon?

Darin sehe ich auch eine Aufgabe für uns als Ortsgruppe, dass vor allem die junge Generation die Möglichkeit bekommt, sich zu engagieren und am "Erlebnis Natur" teilzuhaben. Man unterstellt den jungen Leute ja gerne, von "Handy & Co." geradezu besessen zu sein und sich für nichts anderes zu engagieren. Doch vor allem die "Fridays for Future"-Bewegung zeigt, wie wichtig den Jugendlichen eine intakte Umwelt ist.

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