Schottische Hochlandrinder

"Almabtrieb" vom höchsten Berg Mittelfrankens

25.10.2021, 17:09 Uhr
Karl-Heinz Heß (rechts) und sein Sohn Karlheinz führten die schottischen Hochlandrinder von der Bergweide am Hesselberg auf eine Wiese bei Röckingen.

Karl-Heinz Heß (rechts) und sein Sohn Karlheinz führten die schottischen Hochlandrinder von der Bergweide am Hesselberg auf eine Wiese bei Röckingen. © Peter Tippl, NN

"Volksfeststimmung" herrschte dabei am Fuße des Hesselbergs – denn das spektakuläre Ereignis eines "Almabtriebs" in der sonst eher flachen Region wollten sich zahlreiche Zuschauer nicht entgehen lassen. Vor drei Jahren hatten Karl-Heinz Heß, Metzger und Landwirt aus Röckingen, und sein Sohn Karlheinz Heß, im Nebenerwerb "Hobbylandwirt", die Idee, schottische Hochlandrinder zu halten.

Die Rinder sind ganzjährig auf der Weide, im Sommer am Hesselberg – drei Hektar haben die beiden Männer dort gepachtet – und in den Wintermonaten am Rand des Dorfes. Diese Tierhaltung entspricht den natürlichen Lebensgewohnheiten der schottischen Hochlandrinder, die sich überwiegend von Gras ernähren. Zusätzlich bekommen sie Heu, aber kein Kraftfutter. Der landschaftspflegerische Gewinn ist unbestritten, denn die Rinder haben flache Klauen und lieben auch nasse Flächen.

Schafe hingegen, die den Magerrasen am Hesselberg pflegen, haben spitze Klauen und fühlen sich auf dem Bergrücken wohler. Durch die schonende Bewirtschaftung mit Rindern kommen viele Insekten und Käfer vor, die wiederum Vögel anlocken. Wiesenschafstelze und Bachstelzen sind gesichtet worden und auch schon der seltene Wiedehopf – ein Gewinn für den Naturschutz und auch für den Tierhalter.

Fressen die Kräuter des Hesselbergs

Karl-Heinz Heß berichtet von einer grandiosen Fleischqualität. Die bestätigen ihm auch etliche Kunden, die von weit her zur Familie Heß kommen. Die Tiere ernähren sich nahezu ausschließlich von Gras, fressen die Kräuter des Hesselbergs. Nach etwa drei Jahren sind die Rinder schlachtreif. Bulle Boris, er wurde aus der fränkischen Schweiz geholt, ist derzeit im schwäbischen Fremdingen "eingesetzt" und kommt im April, wenn die kleine Herde wieder auf den Hesselberg zieht, zurück. Ein Kalb wurde in diesem Jahr am 1. Mai geboren, drei Kühe sind trächtig.

Den für die Hesselbergregion außergewöhnlichen "Almabtrieb" begleitete ein Alphorn-Quartett aus Dinkelsbühl. Gemächlich führten Vater und Sohn Heß die geschmückte "Lotte" und sechs weitere Rinder den knapp ein Kilometer langen Weg von der sonnigen Hesselbergweide nach Röckingen herunter.

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