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Sonntag, 29.11.2020

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Betriebe in Weißenburg-Gunzenhausen sind besorgt

Die beiden Vorsitzenden des IHK-Gremiums Weißenburg-Gunzenhausen schildern die Stimmung - 29.03.2020 16:38 Uhr

Die Betriebe nicht nur im Gewerbegebiet Nord in Gunzenhausen sind angesichts der enormen Folgen der Corona-Pandemie derzeit „in Aufruhr“.

29.03.2020 © Limes-Luftbild.de


"Besorgt, aber nicht niedergeschlagen", bringt sein Stellvertreter Hans-Georg Degenhart die Stimmung von Industrie und Handel in Altmühlfranken auf den Punkt. "Auf uns kommt eine Riesenwelle zu", dessen sei sich jeder bewusst.

Aber jeder wisse auch um die zahlreichen Programme, die die Politik auf den Weg gebracht habe, um diese nie da gewesene Krise abzufedern. Die Politik habe, stellt Degenhart erfreut fest, deutliche Zeichen gesetzt, dass ihr die Wirtschaft und der Erhalt der Arbeitsplätze wichtig seien.

"Wir sind alle froh über diese Gesetze", nimmt Amesöder den Faden auf. Der dringende Wunsch sei nun , dass diese Hilfen auch tatsächlich "so unkompliziert wie versprochen" umgesetzt werden. Er befürchtet da – vorsichtig ausgedrückt – noch die ein oder andere Hürde, die sich in den Antragsformularen und erforderlichen Voraussetzungen verstecken könnte.

China ist weit weg, haben viele gedacht, als sich die Nachrichten über den neuen Virus und wie rapide er sich verbreitet, häuften. Nicht so die Industrie. "Uns war schnell klar, dass das bis zu uns durchschlagen wird", erzählt Amesöder, allerdings habe niemand gedacht, "dass es so schnell kommt und mit dieser Wucht". Und die trifft nun alle, vom großen Industriebetrieb bis zum kleinsten Einzelhändler, vom Hotelkomplex bis zur Kneipe um die Ecke. "Es geht uns allen ziemlich ähnlich", beschreibt Amesöder, der Geschäftsführer von RF-Plast Gunzenhausen, die Situation, jeder sei "in Aufruhr", alle setzten die geforderten Maßnahmen um und seien bemüht, für ihre Mitarbeiter den besten Schutz zu gewährleisten.

Ganz wichtig sei es jetzt, betont Degenhart, dass Kranke oder wer auch nur meint, dass eine Krankheit im Anflug ist, daheim bleiben. Ebenso wichtig aber auch, dass die Gesunden auf die Arbeit kämen und mithelfen würden, dass der Betrieb irgendwie am Laufen bleibt.

Die bisherige Erfahrung zeige aber, und das bestätigen nach Degenharts Worten alle Kollegen, dass "die Belegschaft in hohem Maße mitzieht". Es gebe gerade ein sehr erfreuliches Gemeinschaftsgefühl. Für die Unternehmen sei das Signal, dass ihre Mitarbeiter hinter ihnen stehen, gerade jetzt sehr wichtig, ergänzt Amesöder.

Sehr positiv sehen Amesöder und Degenhart auch den regen Austausch, der untereinander herrscht. Alle seien auf der Suche nach den besten Möglichkeit, ihre Mitarbeiter zu schützen, alle würden hier voneinander lernen. Viele Betriebe produzieren gerade im eigentlich oft ungeliebten Schichtbetrieb, und auch hier, das betonen die beiden Gremiumsvorsitzenden explizit, zögen die Mitarbeiter voll mit, das versetzt arbeiten "klappt reibungslos". Allen sei klar, dass diese Maßnahmen nicht nur im Sinne der Gesundheit einfach notwendig seien, sondern auch, um den eigenen Betrieb zu erhalten.

Gegenseitige Unterstützung, das ist das Gebot der Stunde, auch in der Wirtschaft. Und Solidarität ist vorhanden: Als ein Unternehmer aus Westheim im Altmühl-Boten las, dass RF-Plast das Desinfektionsmittel auszugehen droht, meldete er sich spontan bei Nadine Amesöder. Hatte er doch gerade per E-Mail Desinfektionsmittel angeboten bekommen.

Not macht erfinderisch, das weiß der Volksmund seit langem und das gilt selbstverständlich auch in der Corona-Krise. Viele Einzelhändler in Gunzenhausen haben sich "pfiffige Angebote" einfallen lassen, sagt Degenhart, um nicht ganz mit leeren Händen dazustehen. Das reicht von den Buchhändlern, die ihre Kunden den Lesestoff vor die Haustür bringen über die Gastwirtschaften, die Essen to go anbieten bis zur Blumenhändlerin, die den Frühling mit bunten Sträußen nach Hause liefert.

Regional einkaufen statt "Amazonien", das sei jetzt das Gebot der Stunde, mahnt Degenhart an. Andernfalls könnte sich der Marktplatz nach der Pandemie "grundlegend verändern". Wie lange der Shutdown noch dauert, das kann derzeit noch niemand absehen, auch die beiden IHK-Gremiumsvorsitzenden nicht. Es werde aber sicher noch eine ganze Zeit dauern, "bis wir wieder in der Spur laufen", ist Amesöder überzeugt. Bis dahin gelte es, weiterhin im Alltag und am Arbeitsplatz ruhig zu bleiben und gemeinsam gut durch diese nie erlebte Krise zu kommen.

Informationen und Hilfe gibt es unter www.ihk-nuernberg.de, in der IHK-Geschäftsstelle in Ansbach (0981/20957011) oder unter simon.amesoeder@rf-plast.de (den IHK-Newsletter mit aktuellen Informationen leitet er gerne an Interessierte weiter).

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