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Corona-Tote in Altmühlfranken: Schwankungen nicht nur wegen Covid-19

Insgesamt lässt sich bisher nur ein leichter Anstieg ausmachen - 27.01.2021 17:18 Uhr

Im Winter sterben immer mehr Menschen, weiß Klinikvorstand Christoph Schneidewin.

19.01.2021 © imago images /Roland Mühlanger


Mehr als doppelt so viele Menschen starben im Dezember 2020 in den beiden Häusern des Klinikums Altmühlfranken im Vergleich zu den vorherigen Jahren. Das lässt sich aber nur teilweise auf das Coronavirus zurückführen. So verstarben in den beiden Krankenhäusern 2020 421 Menschen, das Jahr zuvor 391 und 2018 395 Menschen, weiß Klinikchef Christoph Schneidewin.

Konkret starben im Dezember des vergangenen Jahres 72 Patienten, in den beiden Jahren zuvor 32 beziehungsweise 30. Doch die Zahl liegt auch ohne die 19 Menschen, die mit oder an Covid-19 verstarben, höher. "Auch nicht jeder August ist gleich. Wir haben in anderen Monaten ebenso Schwankungen zwischen 20 und 50", sagt Schneidewin – unabhängig von der Pandemie.


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Dennoch ist es so, dass mittlerweile mehr Covid-19-Patienten an den beiden Standorten behandelt werden. Von März bis Mitte Juni wurden 66 Menschen, die an dem Virus erkrankt waren, ins Klinikum Altmühlfranken eingeliefert, 15 davon wurden in größere Krankenhäuser wie Nürnberg oder Fürth verlegt, weil man vor Ort Kapazitäten freihalten wollte, erklärt Klinik-Vorstand Schneidewin. Wie deren Krankheitsverlauf verlief, wisse man nicht. Unabhängig dieser 15 verstarben elf Personen.

Viermal so viele Patienten

Danach gab es einige Wochen niemanden, der aufgrund von Covid-19 in eines der beiden Häuser eingeliefert werden musste. Seit dem frühen Herbst, als es wieder losging, bis einschließlich 22. Januar, nahm das Klinikum 247 Corona-Patienten auf. Das sind knapp viermal so viele im Vergleich zur ersten Welle.


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Mittlerweile hat sich die Situation nämlich gedreht. Krankenhäuser aus Schwabach, Nürnberg, Fürth verlegen seit Dezember Patienten nach Altmühlfranken, und diesen ginge es oft sehr schlecht, fügt Schneidewin an.

28 von den 247 Infizierten, verlegte das hiesige Klinikum selbst, weil sie beispielsweise eine spezielle Behandlung benötigten. Von den 219 verbliebenen starben 44. Damit liegt die Sterberate sowohl in der ersten als auch in der zweiten Welle bei rund 20 Prozent. Wobei die meisten "mit" nicht "an" dem Virus sterben, so die Erfahrung des Klinikchefs.

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ikö

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