Montag, 06.04.2020

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CSU-Kandidat Fitz hofft auf Bestätigung

Wie der Bürgermeister die letzten sechs Jahre sieht und was er alles vorhat - 06.03.2020 17:33 Uhr

Amtsinhaber und CSU-Kandidat Karl-Heinz Fitz hofft auf ein klares Votum für sich bei der Wahl am 15. März. © Wolfgang Dressler


Vor zwölf Jahren war vieles ganz anders. Da musste sich der Jurist erst bei den Gunzenhäusern bekannt machen, nachdem er zuvor als juristischer Berater in den neuen Ländern gearbeitet hatte. Er ging für die CSU in den Wahlkampf, wurde nicht Bürgermeister und machte danach sechs Jahre lang die Ochsentour als Rechtsanwalt mit eigener Kanzlei vor Ort, als 2. Bürgermeister und in vielen weiteren Funktionen. Es folgte 2014 der ersehnte Erfolg – auf dem sich Fitz aber wahrlich nicht ausruhte, sondern durchstartete. Damals hieß es: "Fitz packt’s an."

 

Stadthalle und noch viel mehr

 

In den vergangenen Wochen macht er im Wahlkampf (das Wort "Kampf" empfindet er nicht als passend) immer wieder die Bilanz auf, was er alles angestoßen und erreicht hat. In der Tat ist diese Liste lang. Im Gespräch mit dem Altmühl-Boten erwähnt er nur kurz die Stadthalle, den Stauraumkanal, den Kauf des Bahnhofs, das Landesamt für Schule, die deutlich gestiegene Gewerbesteuer, die neuen Firmen im Gewerbegebiet Scheupeleinsmühle, den Stadtmarketingverein – und wendet sich dann dem zu, was er in den nächsten sechs Jahren alles erreichen möchte. Als Erstes nennt er den Bahnhof, der zu einem Mobilitätszentrum entwickelt werden soll: mit Fahrkartenverkauf, Reisebüro, Carsharing, Bistro und ÖPNV-Büro der Stadtwerke. Draußen soll es mehr Parkflächen für Fahrräder und Autos geben. Daneben steht die Sanierung des Waldbads an. Es soll attraktiv und zeitgemäß bleiben. Fitz, selbst passionierter Schwimmer, will verstärkt Einheimische und Urlauber ins Freibad bewegen. Und weiter geht es mit dem Baugebiet Reutberg III und der Generalsanierung der Stephani-Schule.

Fitz’ Amtsverständnis und Führungsstil darf man als kooperativ bezeichnen. Er will keine One-Man-Show abliefern, sondern weiß, dass vieles nur gemeinsam geht, sei es im Stadtrat, im regelmäßigen Gespräch mit den Leuten aus der Wirtschaft. Es gelte, sich auszutauschen, dem Anderen zuzuhören, ihn einzubinden und zu überzeugen, so wachse Vertrauen. Dabei setzt der Bürgermeister auf "vernünftige Lösungen" und eine intensive Diskussion vor endgültigen Beschlüssen. Ein Beispiel: Das Projekt Hochwasserschutz drohte aus dem Ruder zu laufen, weil der Freistaat das ganz große – und unschöne – Rad drehen wollte. Da griff der Rathauschef ein und leitete eine Bürgerbeteiligung ein, die erstens so nicht vorgesehen war und zweitens ein Ergebnis erbrachte, mit dem alle zufrieden waren. Darauf ist er heute noch stolz. Insgesamt gesehen, helfe sein juristischer Hintergrund viel bei der Bewältigung der Aufgaben.

 

Es gab auch Rückschläge

 

An seine Grenzen stieß er, als sich partout trotz aller Bemühungen für die Stadthalle keine passende Förderung finden ließ. Der Kauf von Grundstücken gestaltet sich manchmal schwierig, da muss der Bürgermeister dann passen, wenn die andere Seite abblockt oder pokern will. Die Zeit der Flüchtlingskrise war nicht einfach, und die Wochen, als sich der Schwammspinner über den Burgstall und das Umfeld hermachte, empfand man auch im Rathaus als eine Art Krise. Zuletzt wandte sich eine klare Mehrheit der Bürgerschaft gegen eine Umgehung von Schlungenhof – Fitz war dafür gewesen. Hier muss man fairerweise sagen, dass der Bürgermeister wegen des Bürgerbegehrens zur Neutralität und Zurückhaltung verpflichtet war. Anders gesagt: Er konnte vor dem Bürgerentscheid nicht so, wie er gerne wollte.

Ein Dauerproblem sind zu wenigen Plätze in den Kindertagesstätten. Hier hat die Stadt Millionen Euro aufgewendet, es ist viel geschehen, aber die Nachfrage blieb viel höher als das Angebot. Den Unmut darüber bekommt auch der Rathauschef zu spüren. Deshalb lautet eine der Fitz’schen "Visionen" (mit dem Begriff hat er keine Probleme) für die nächsten Jahre, die Stadt müsse noch kinder- und familienfreundlicher werden, nicht zu vergessen die Senioren, für die das Gleiche gelte.

Dem 15. März blickt Fitz mit Ruhe und Zuversicht entgegen. Er sehe keine Wechselstimmung, die Stadt nehme eine gute Entwicklung und viele wollten, dass das fortgesetzt werde. Unabhängig vom Tagesgeschäft, das nicht leiden dürfe, nehme er die Wahl sehr ernst und zeige zusammen mit den Parteifreunden Präsenz, sei es bei den Versammlungen, am Wochenmarkt oder auf der Homepage, für die er viele Stunden aufgewendet hat. Sein Verhältnis zu den anderen Bürgermeisterkandidaten beschreibt er als sachlich-distanziert. Jeder solle seine Wahlwerbung machen, dabei auf persönliche, unfaire Attacken verzichten. Bisher könne man in dieser Hinsicht zufrieden sein.

"Ich bin nicht der Typ, der leere Versprechungen macht", sagt Fitz und will dies auch absolut beibehalten. Er gehe gerne voran, um zu Beschlüssen und guten Ergebnissen zu kommen. Andererseits sage er auch, "wenn etwas nicht möglich ist". Aber was ist, wenn er mit seinen Argumenten nur schwer oder gar nicht durchdringt oder ihm etwas absolut nicht passt? Fitz formuliert es so: Es komme ganz selten vor, dass ihn der Ärger übermannt und er dann auf den Tisch haut, im Rathaus oder anderswo.

 

Angriffe und Dankesworte

 

Ja, es stimme: Die Zeiten seien härter geworden, ein Bürgermeister werde zuweilen hart angegangen, bis hin zu Verunglimpfungen und Beleidigungen, meist anonym über die sozialen Medien. Das seien zum Glück Einzelfälle. Umgekehrt erfahre er immer wieder viel Zuspruch beim Gang über den Marktplatz oder am Rande von Veranstaltungen. "Es ist schön, aus der Bevölkerung heraus ein Wort des Dankes zu hören."

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