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Den Limes mit der Smartphone-App erkunden

Neue Kommunikationstechnik wird eingesetzt - 15.03.2013 16:42 Uhr

Mit diesem Flyer wirbt „Limes Mittelfranken-Mobil“. © Erich Neidhardt


Neue Wege beschritten daher die Bayerische Sparkassenstiftung und die Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern bei ihrem Vorhaben, den Limes einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die auf ihre Initiative hin erstellte Smartphone-App „Limes Mittelfranken mobil" führt Besucher auf einer Wegstrecke von rund 60 Kilometern in die römische Vergangenheit der Region.

Im Haus des Gastes in Gunzenhausen wurde die neue App jetzt der Öffentlichkeit präsentiert. Sie vermittelt nicht nur in der freien Natur auf allgemeinverständliche und sehr unterhaltsame Art und Weise Informationen über das Leben und Wirken der Römer in Mittelfranken, sondern ist auch Museumsbesuchern ein kundiger und auskunftsfreudiger Begleiter. Und auch im Klassenzimmer leistet die Limes-App wertvolle Dienste, wenn es darum geht, den Nachwuchs mit der römischen Geschichte vertraut zu machen.

Die obergermanisch-raetische „Teufelsmauer" gehört seit 2005 zum internationalen Unesco-Welterbe „Grenzen des Römischen Reiches". Allerdings sind nur wenige Spuren dieses größten Bodendenkmals in Deutschland tatsächlich sichtbar. Mithilfe der zeitgemäßen Präsentation des Denkmals durch modernste Medien ist es allen Interessierten nun möglich, auch schwer zu lokalisierende archäologische Raritäten zu entdecken und interessante archäologische Informationen vor Ort zu erhalten.

Mit der Smartphone-Applikation „Limes Mittelfranken mobil" wurde in Zusammenarbeit mit der Firma Boundary Productions ein multimediales Informationssystem entwickelt, das filmische Inhalte, Bilder, Tonspuren und Texte direkt vor Ort auf mobilen Endgeräten (Smartphones und Tablet-Computern) bereitstellt. Insgesamt wurden 50 Punkte in der Landschaft festgelegt sowie für iOS weitere 25 im archäologischen Museum der Stadt Gunzenhausen, im „Limeseum" am Römerpark Ruffenhofen und in den römischen Thermen der Stadt Weißenburg. Sie vermitteln mit 27 Videosequenzen, 19 Audiobeiträgen und 29 Text- und Bildinformationen die Geschichte der römischen Grenzanlage in der hiesigen Region.

Integriert ist eine GPS-Navigation: Das Smartphone meldet sich automatisch, sobald ein sogenannter point of interest in der Landschaft zu entdecken ist, und stellt den Zusammenhang zwischen Bodendenkmal und dort gefundenen Objekten her. Die Applikation und alle Inhalte funktionieren auch ohne Internetverbindung. Alle Inhalte sind in die Anwendung eingebunden und werden mit der Applikation auf das Mobiltelefon geladen.

Die Bayerische Sparkassenstiftung initiierte das innovative Projekt mit einem Kostenvolumen von rund 70 000 Euro und trug maßgeblich zu seiner Finanzierung bei. Weitere Geldgeber waren der Bezirk Mittelfranken, die Limeskommunen sowie die Sparkassen Gunzenhausen, Mittelfranken-Süd und Ansbach. Die Sparkassenstiftung und die Sparkassen sorgten mit einer Zuwendung in Höhe von knapp 43 000 Euro maßgeblich dafür, dass die Pläne verwirklicht werden konnten.

Die kostenfreie App steht ab sofort über i-tunes im App-store in einer deutschen und einer englischen Version zum Download bereit. Eine Android-App folgt im Google-Play-Store (https://play.google.com) in wenigen Tagen.

Moderiert wurde die App-Präsentation in Gunzenhausen von Dr. Ingo Krüger von der Sparkassenstiftung. Für ihn erlaubt das neue Angebot einen Blick in eine Zeit, die vielen ansonsten verschlossen bleiben würde. Weil Geschichtsbücher nicht mehr stark gefragt sind, habe man diesen Weg der Kulturvermittlung eingeschlagen. Wissen über das kulturelle Erbe sei generell wichtig, weil die Kultur zu den Fundamenten gehöre, auf dem die Gesellschaft stehe und sich weiterentwickle. Entscheidend sei, dass die neuen Angebote Spaß machen. Sonst würden sie nicht genutzt. Krügers Dank galt allen, die einen Beitrag zum Gelingen des Vorhabens geleistet haben.

Den anerkennenden Worten schloss sich Bürgermeister Joachim Federschmidt an. Nach seinen Angaben nahm das Projekt vor drei Jahren in Gunzenhausen seinen Anfang. Er freute sich, dass das Werk nun fertiggestellt ist und das Welterbe Limes via mobiler Endgeräte einer breiten Öffentlichkeit präsentiert werden kann. Federschmidt erhofft sich hiervon auch touristische Impulse. Zu der Präsentation hieß er neben zahlreichen Gästen Landrat Gerhard Wägemann und den stellvertretenden Landrat des Landkreises Ansbach, Anton Seitz aus Wolframs-Eschenbach, willkommen.

Landeskonservator Dr. Michael Henker von der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern sieht in der App ein zeitgemäßes Modul zur Vermittlung von Wissen über den Limes als transnationales Welterbe. Bei der Nutzung habe man ein internationales Klientel im Blick und das Angebot daher zweisprachig aufgebaut.

Für Burkhard Druschel, den Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Gunzenhausen, ist die Smartphone-App eine Antwort auf die stark gewandelte Medienwelt. Sie ermögliche eine zeitgemäße Präsentation des Welterbes. Druschel zufolge fördert die Sparkassenstiftung eine ganze Reihe von Projekten auch in der hiesigen Region. Außerdem unterstützen die Sparkassen nach seinen Worten traditionell die Kulturarbeit.

Bezirkstagsvizepräsident Alexander Küßwetter erhofft sich von dem neuen Angebot wie auch der Bezirk und die Verantwortlichen in den Limes-Gemeinden weitere touristische Impulse. Wie „Limes Mittelfranken mobil" funktioniert erläuterten Dr. Christof Flügel von der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen und Boundary-Productions-Mitarbeiter Erik Dobat. Bei einem anschließenden Rundgang durch das Archäologische Museum und durch das römische Gunzenhausen konnten die Gäste erfahren, was die App alles zu bieten hat.

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