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Die Wärme kommt ins Haus

Neues Verteilernetz in Hohentrüdingen seiner Bestimmung übergeben - 26.08.2013 16:05 Uhr

Dank der Eigenleistung der Hohentrüdinger konnte die Bausumme gut eingehalten werden.


Bei Kaiserwetter und bester Verpflegung blickten die Gäste im Anwesen von Hans Eisen auf Planung und Bau zurück.
Nach sorgfältigem Abwägen hatte sich Wilfried Rühl Mitte 2011 entschlossen, die Abwärme seiner seit vielen Jahren laufenden Biogasanlage für ein Nahwärmenetz zu nützen. Ein daraufhin zusammengekommener Kreis von Interessenten entschied sich für den Bau eines Netzes mit 15 Hausanschlüssen mit je zehn Kilowatt maximaler Heizleistung. Als Rechtsform wurde von den zwölf Mitgliedern die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) auserkoren.
Zu ehrenamtlichen geschäftsführenden Gesellschaftern der neu gegründeten „Nahwärmenetz Hohentrüdingen (NWH) GbR“ wurden Reinhard Ebert (Technik) und Helmut Habermeyer (Finanzen) gewählt. Innerhalb kürzester Frist erstellte dann im Sommer 2011 Nahwärmepionier Michael Völklein aus Hüssingen die Planung des Netzes.
Von Mitte Oktober bis kurz vor Weihnachten 2011 wurde dann in enger Kooperation mit dem Heizungsbauunternehmen Diez aus Oettingen das insgesamt etwa 750 Meter lange Nahwärmenetz in teils schwerem Gelände durch die Mitglieder der NWH GbR und ihre Helfer verlegt – gänzlich in Eigenleistung und vollkommen unfallfrei. Unterstützt von Maschinenparks und das Know-How von Wilfried Rühl und Bauunternehmer Hans Eisen wurden dabei von Mitgliedern und Helfern in einem „gemeinsamen Kraftakt nach bester Hohentrüdinger Manier“ 1700 Arbeitsstunden geleistet – nicht selten in langen Nachtschichten. Zudem wurden pa­rallel an sämtliche Haushalte Leerrohre für DSL-Glasfaserkabel verlegt und von Reinhard Ebert verbunden, um einem künftigen schnellen Internet den Weg zu ebnen.
Durch den Anschluss des Gemeindlichen Feuerwehrhauses mit dessen Versammlungsraum sowie des Gemeindehauses der evangelischen Kirchengemeinde Hohentrüdingen gereicht das neue Nahwärmenetz allen Bürgern Hohentrüdingens zum Vorteil. Der enorm hohe Anteil an Eigenleistung war Hauptgrund dafür, dass die geplante Bausumme mit 150 000 Euro niedrig angesetzt und gut eingehalten werden konnte. Sie wurde zur einen Hälfte aus einem Zuschuss der KfW-Bank, zur anderen Hälfte aus Anschlussgebühren von 5000 Euro je Hausanschluss beglichen, sodass die NWH GbR schuldenfrei den Netzbetrieb aufnehmen konnte.
Zu Jahresbeginn 2012 wurde das Netz dann schrittweise in Betrieb genommen, wobei der extrem kalte Februar 2012 noch für einige Schrecksekunden sorgte. Im ersten kompletten Heizjahr wurden, obwohl noch nicht alle Anschlüsse in Betrieb waren, rund 400 000 Kilowattstunden Wärme abgegeben, sodass künftig auch hier die geplanten 500 000 Kilowattstunden, was 50 000 Litern Heizöl entspricht, wohl sehr genau erreicht werden dürften.
Nach kleineren Restarbeiten am Netz sowie den vor kurzem abgeschlossenen, umfangreichen Erweiterungsarbeiten an der Biogasanlage von Wilfried Rühl, welche mit aktuell 200 Kilowatt doppelt soviel Wärmeleistung liefern kann, wie bisher, war nun die Zeit reif, den Abschluss des gelungenen Projekts gebührend zu feiern.

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