Freitag, 13.12.2019

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Erntedankfest lockte Massen an den Altmühlsee

Traditionelle Veranstaltung punktete mit 50 Ausstellern und prachtvollem Wetter - 07.10.2018 17:13 Uhr

Viele originelle und kreative Dekoartikel wurden beim Erntedankmarkt imWalder Seezentrum angeboten. Schön anzusehen waren nicht nur die Fliegenpilze von Anita Gutmann, hier mit ihre Tochter Jana, aus Oberhambach. © Marianne Natalis


Der Geistliche überreichte den Gottesdienst-Besuchern heuer — symbolisch — einen bunten Erntedankblumenstrauß, in dem jede einzelne Blume ihre Bedeutung hatte. Da stand die eine für Freude und Dank. Man solle morgens nicht die "kummerbeladene" Brille aufsetzen, legte Wagner seinen Zuhörern ans Herz, sondern die Sehhilfe mit einem "Dankesbrillenputztuch" reinigen und so den Mut haben, jeden Tag mit Freude zu beginnen. Eine Blüte verkörperte die Hoffnung, andere symbolisierten Frieden, Segen, gutes Miteinander oder Vergebung. Persönlicher Favorit Wagners war dabei die Blume, die den Menschen bewusst machen sollte, dass sie mit Jesus neu anfangen dürften.

Wie immer wurde der Gottesdienst vom Posaunenchor Wald musikalisch umrahmt, die Walder Konfirmanden wirkten ebenfalls mit. Für Wagner war es der letzte Erntedankgottesdienst, den er im Zelt hielt, er geht im kommenden Jahr in den Ruhestand.

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Tausende strömten zum Erntedankmarkt

Zwei Tage lang stand das Erntedankfest im Seezentrum Wald im Mittelpunkt. Das prächtige Herbstwetter lockte die Menschen zuhauf an den Altmühlsee, beim Gang über den Markt erhielten sie viele Ideen für Haus und Garten. Sehr gut besucht war auch der traditionelle Erntedank-Gottesdienst im Zelt.


Der erste Dank von Bürgermeister Karl-Heinz Fitz galt dann auch Wagner, der dem traditionsreiche Erntedankfest am Altmühlsee über so lange Jahre den kirchlichen Segen erteilt hat. Die Veranstaltung zeige einmal mehr, dass es viele Gründe gebe, dankbar zu sein. Unter anderem den Landwirten, die ein schwieriges Jahr hinter sich haben, denn für Fitz ist die Landwirtschaft eine "wesentliche Säule unserer Gesellschaft".

Die Begrüßung der vielen Ehrengäste nahm Fitz zudem zum Anlass, daran zu erinnern, dass sich die politischen Mandatsträger, von denen viele ins Zelt gekommen waren, meist ehrenamtlich und über die Maßen für die Bürger einsetzten. Sie leisten dabei nach seinen Worten auf allen politischen Ebenen "hervorragende Arbeit".

Dank trotz großer Verluste

Der Dank für die eingebrachten Feldfrüchte stand auch für den stellvertretende Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands, Erwin Auernhammer, an erster Stelle, auch wenn die Bauern heuer große Verluste eingefahren haben: 7 Prozent weniger Wintergerste, 18 Prozent weniger Weizen ernteten die bayerischen Landwirte von ihren Feldern. Und stehen damit laut Auernhammer im bundesweiten Vergleich noch gut da, denn hier mussten die Kollegen ein Rückgang von 26 Prozent beim Getreide verbuchen.

Niemand müsse nun aber Angst haben, zu hungern, versicherte Auernhammer, der kurzfristig für seinen erkrankten Kollegen Fritz Rottenberger eingesprungen war. Wünschenswert sei aber, dass die Menschen wieder "richtig bewusst einkaufen" und sich dabei klar machen würden, dass fast in jedem Lebensmittel die Arbeit eines Landwirts stecke, sei das nun Fleisch, Brot, Bier oder Tee.

Dass das so bleibe, dafür setze sich sein Berufsstand auch weiterhin ein, 24 Stunden täglich, 365 Tage im Jahr. Allerdings würden die zunehmenden Auflagen — als jüngstes Beispiel nannte er die Neuerungen bei der Ferkelkastration — den Bauern das Leben immer mehr erschweren. Nach wie vor geben laut Auernhammer viele Betriebe auf.

Zu den Dingen, die den Bauern "weh tun", gehört laut Auernhammer aber auch die öffentliche Kritik, der sie ständig ausgesetzt seien. Pfarrer Wagner, machte er ein Beispiel, habe einen sehr schönen Gottesdienst gehalten. Doch wie würde es dem Geistlichen gefallen, wenn im Anschluss an seine Gottesdienste regelmäßig Gemeindemitglieder auf ihn zukämen, um ihm zu sagen, wo sie noch Verbesserungspotential sehen würden, dass er an seiner Kleidung arbeiten und die Liedauswahl optimieren könnte? In der Landwirtschaft gehöre dies mittlerweile zum täglichen Brot.

Angesichts des milden Herbstwetters waren im Zelt einige Bahnen hochgeklappt, so eröffnete sich den Gottesdienstbesuchern ein wunderbarer Blick auf den Altmühlsee und das unter dem Zelt liegende Gelände. Dort hatten rund 50 Aussteller ihre Stände aufgebaut und boten zwei Tage lang vielfältige und zum Teil sehr kreative Dekorationsgegenstände für Haus und Garten, selbstgefertigten Schmuck, Woll- und Filzwaren und vieles mehr an. Auch kulinarisch blieben kaum Wünsche offen. Eine kleine Traktorenausstellung rundete die Veranstaltung ab.

Marianne Natalis Altmühl-Bote E-Mail

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