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Sonntag, 09.08.2020

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Erntedankfest und Fischerfest am Altmühlsee abgesagt

Schausteller dürfen an zwölf Punkten in Gunzenhausen ihre Geschäfte aufstellen - 31.07.2020 06:16 Uhr

Das Erntedankfest am Altmühlsee ist alljährlich ein Publikumsmagnet. Doch genau solche Anziehungspunkte für Menschenmassen sind heuer nicht erwünscht. Die Großveranstaltung wurde deshalb nun abgesagt.

© Marianne Natalis


Vom Natur- und Kunsthandwerkermarkt an Ostern über das Bürgerfest und die Sommerkonzerte im Falkengarten bis hin zum Kulturherbst hagelte es eine Absage nach der anderen. Mit dem Erntedankfest und dem Fischerfest trifft es nun noch zwei weitere, sehr beliebte Veranstaltungen, zu denen die Besucher normalerweise zu Tausenden strömen.

Doch unter den gegebenen Bedingungen, führte Tourismus-Chef Wolfgang Eckerlein in der jüngsten Sitzung des Stadtratsausschusses für Wirtschaft, Tourismus und Kultur aus, ging kein Weg an der Absage vorbei. Ohne Bestuhlung wären nur 200 Besucher zugelassen, das Gelände müsste eingezäunt werden und auch die vorgeschriebenen Abstände zwischen den einzelnen Buden könnten zumindest beim Fischerfest kaum eingehalten werden.

Im Falkengarten könnten die Tische schon mit genügend Raum drumerhum aufgestellt werden. Doch für die Sommerkonzerte hätte das geheißen, dass an den 30 (statt normalerweise 92) Biertisch-Garnituren lediglich 200 (statt 970) Gäste Platz nehmen könnten. Zusätzliches Personal wäre notwendig, die Bühne ist eigentlich zu klein für die Kapellen – alles in allem wäre es für den Pächter ein Draufzahlgeschäft, weiß Eckerlein.

Das gleiche Schicksal trifft das nicht minder beliebte Fischerfest, das zuletzt Tausende von Besuchern ins Seezentrum Wald lockte.

© Ingeborg Herrmann


Inwieweit der Falkengarten in irgendeiner Form dennoch genutzt werden kann, etwa als offener Biergarten für Familien, das wollten Sigrid Niesta-Weiser (FDP) wissen und lief damit bei Bürgermeister Karl-Heinz Fitz offene Türen ein. Denn genau das sei ein Thema bei einer Besprechung im Landratsamt in Weißenburg gewesen. Auf dem Gelände könnte, erläuterte er auf Nachfragen des Altmühl-Boten, der Regionalzeltbetreiber Horst Gruber einen Biergarten mit rund 150 Plätzen einrichten.

Was die "Ersatz-Kirchweih" betrifft, unterstrich Fitz mehrfach, dass es eine solche nicht geben werde. "Das geben die gesetzlichen Vorgaben nicht her". Die Stadt wolle vielmehr für Gastronomie und Schausteller Alternativen schaffen. An dem Konzept den Schaustellern an zwölf Punkten in der Stadt die Möglichkeit zu geben, ihre Fahrgeschäfte oder Wägen aufzustellen, hält die Stadt fest. Klar sei, dass dort kein Alkohol ausgeschenkt werden dürfe und um 20 Uhr Schluss sein müsse.

"Aktionsprogramm" startet schon im August

Fitz kann sich zudem vorstellen, dieses "Aktionsprogramm" bereits im August zu starten, da es im September abends bereits empfindlich kalt werden kann. Dass die Stadträte von diesen Plänen erst "aus der Zeitung" erfahren haben, sorgte für Irritationen, Kerstin Zels (Grüne) etwa betonte in der Sitzung, sie hätte es begrüßt, vorher davon unterrichtet zu werden. Ähnlich hatte sich bereits Werner Falk (FDP) im Haupt- und Finanzausschuss geäußert.

Wie es in der kalten Jahreszeit weitergeht, ist noch offen. Die Eisbahn, der Weihnachts- und der Wintertrödelmarkt stehen da ab Ende November im Programm. Zumindest der Trödelmarkt könnte eventuell stattfinden, zu den anderen beiden Veranstaltungen konnte Eckerlein zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts sagen.

Eine positive Nachricht hatte er aber zum Bürgerfest im Gepäck: Fast alle ursprünglich für 2020 verpflichteten Bands und Kapellen haben bereits für 2021 zugesagt. Dass das Bürgerfest dann von 2. bis 4. Juli über die Bühne gehen kann, hofft Eckerlein doch sehr.

Ein kleiner Ersatz für all die Ausfälle könnten laut Ingo Scala (Grüne) künstlerische Darbietungen in der Stadt sein. Allerdings ist so etwas laut Eckerlein gar nicht so einfach. Veranstaltungen, zumal an festen Orten, seien "momentan eine heiße Nummer", die auch viel bürokratischen Aufwand (etwa Registrierung der Besucher und ihres Sitzplatzes) brächten. Er versicherte den Ausschussmitgliedern aber: "Wo etwas machbar ist, machen wir es!"

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