Ökologie in Treuchtlingen

Flüsse der Umgebung sollen verbessert werden

27.9.2021, 10:09 Uhr
Streckenweise zeigen sich auch ökologisch wertvolle Lebensräume, wie hier im Oberlauf des Störzelbachs bei Alesheim.

Streckenweise zeigen sich auch ökologisch wertvolle Lebensräume, wie hier im Oberlauf des Störzelbachs bei Alesheim. © Foto: WWA Ansbach

Ein Großteil der Bäche und Flüsse im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen erreicht diesen "guten Zustand" nicht. Dies wurde in umfangreichen Bestandsaufnahmen festgestellt. Auch der Störzelbach, Meinheimer Mühlbach, Möhrenbach, Westenbrunnenbach, Brüllgraben, Schambach, Hungerbach sowie die Rohrach zur Altmühl erreichen nicht den guten Zustand. Sie werden als unbefriedigend eingestuft.

Dieser "gute Zustand" von Oberflächengewässern wird von der EU-WRRL als gut definiert, wenn nur geringe Abweichungen von einem Zustand vorliegen, der ohne störende menschliche Einflüsse bestehen würde. Zur Bewertung des Zustands werden biologische, hydromorphologische und chemische Qualitätskomponenten herangezogen.

Querbauwerke, wie Abstürze oder Wehranlagen, verhindern nicht selten die Durchwanderbarkeit der Fließgewässer für viele Fischarten.

Querbauwerke, wie Abstürze oder Wehranlagen, verhindern nicht selten die Durchwanderbarkeit der Fließgewässer für viele Fischarten. © Foto: WWA Ansbach

In den meisten Fällen, so die EU-WRRL, ist ein "guter Zustand" in voller Gänze meist nicht mehr herzustellen, wenn ein Gewässer als künstlich oder erheblich verändert eingestuft wird. Bei gewässerökologischen Untersuchungen konnte bei den Lebensgemeinschaften der Fische lediglich eine unbefriedigende Einstufung festgestellt werden.

Die nur unzureichend vorhandenen Ufergehölze sorgen für keine ausreichende Beschattung. So kommt es gerade zu einer starken Erhöhung der Wassertemperatur, was mit einer mangelnden Lebensraumeignung für viele Fischarten einhergeht.

Die nur unzureichend vorhandenen Ufergehölze sorgen für keine ausreichende Beschattung. So kommt es gerade zu einer starken Erhöhung der Wassertemperatur, was mit einer mangelnden Lebensraumeignung für viele Fischarten einhergeht. © Foto: WWA Ansbach

Jochen Fellendorf, Fachbereichsleiter Wasserbau, Gewässerentwicklung vom Wasserwirtschaftsamt Ansbach, fügt in Bezug auf den gesamten Landkreis an: "Leider ist in allen Flusswasserkörpern mindestens eine Biokomponente in noch keinem guten Zustand." Daran hat der Mensch seinen Anteil. Behinderungen der Durchgängigkeit durch Querbauwerke, ein naturferner Bachlauf und fehlende Gehölze seien unter anderem Gründe für diese Zustände, so Fellendorf.

Gewonnene Lebensräume verknüpfen

"Um den guten ökologischen Zustand zu erreichen, besteht die zentrale Aufgabe nun darin, die Bedingungen für Fische und andere Wasserlebewesen in den Gewässern zu verbessern", heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Wasserwirtschaftsamt in Ansbach weiter. Ziel ist es, die Fließgewässer abschnittsweise in einen solch naturnahen Zustand zu versetzen und die gewonnenen Lebensräume miteinander zu verknüpfen.

Ziel ist es auch, Verschmutzungen durch belastende Stoffe und Nährstoffeinträge effektiv zu reduzieren. Die zur Verbesserung der Gewässer notwendigen Maßnahmen wurden durch das Wasserwirtschaftsamt Ansbach bereits in einem Umsetzungskonzept formuliert.

Fische lieben Schattenplätze

Maßnahmen, die es nun geben wird, sind zum Beispiel der Flächenerwerb zur eigendynamischen Gewässerentwicklung, die Wiederherstellung der Durchgängigkeit für wandernde Fischarten oder die Entwicklung naturnaher Ufer mit einem schattenspendenden Gehölzbestand.

Schatten ist an Gewässern wie Flüssen oder Bächern enorm wichtig, für manche Lebewesen sogar überlebenswichtig. Wie der WWF Deutschland erklärt, kühlen Gehölze, Sträucher und Bäume an den Ufern merklich ab. Das kühlere Wasser schützt dann den Lebensraum vieler Fische (zum Beispiel die Bachforelle) und Kleinlebewesen.

Dabei können die Temperaturunterschiede beachtlich sein. Wie eine Studie der Eawag (Wasserforschungsinstitut der ETH) am Oberlauf der Orbe laut dem WWf belegt, lässt sich die Wassertemperatur durch Beschattungen um bis zu 4 Grad Celsius senken. Ansonsten sind Temperatursenkungen von 2 Grad möglich. Ufergehölze würden außerdem den Eintrag von Agrochemikalien aus der Landwirtschaft vermindern.

Die Maßnahmenumsetzung ist bis Ende 2027 vorgesehen. "Beim Umsetzungskonzept handelt es sich um ein planerisches Instrument zur präzisierten Verortung von Einzelmaßnahmen, zum Beispiel zur Verbesserung der Lebensräume im Uferbereich, die als notwendig erachtet werden, um einen guten Fließgewässerzustand zu erreichen", erklärt Fellendorf.

Im Rahmen einer Öffentlichkeitsbeteiligung stellt das Wasserwirtschaftsamt diese Planungen allen interessierten Bürgern über das Internet zur Verfügung. Zudem besteht die Möglichkeit, sich zu den geplanten Maßnahmen zu äußern. Die Planunterlagen hierzu finden sich hier.

Hinweise und Anregungen zu den Planungen können bis zum 15. Oktober diesen Jahres an das Wasserwirtschaftsamt Ansbach, Dürrnerstraße 2, 91522 Ansbach oder an die poststelle@wwa-an.bayern.de gesendet werden.

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