Mittwoch, 13.11.2019

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"Friday for Future" auch in Altmühlfranken

Kundgebung nach Unterrichtsschluss in Weißenburg — Ärger in Oettingen - 14.03.2019 05:58 Uhr

In Weißenburg bereitet ein Orga-Team aus rund 30 Schülern die für den „Friday for Future“ geplante Kundgebung vor. © Fridays for Future Weißenburg


Auf Initiative von Lea-Marie Lensing, Schülersprecherin der Weißenburger Realschule, und Franziska Hagn, Schülersprecherin der BOS Weißenburg, hat sich in der Großen Kreisstadt ein breites Bündnis gebildet, das von Schülern eigentlich aller Weißenburger Lehranstalten unterstützt wird. Mittlerweile haben sich auch Delegationen des Simon-Marius-Gymnasiums und der Mädchen-Realschule aus Gunzenhausen sowie der Treuchtlinger Senefelder-Schule angesagt. Die Organisatoren rechnen deshalb mit 300 bis 400 Teilnehmern.

Zunächst gibt es um 13 Uhr auf dem Weißenburger Marktplatz eine Kundgebung mit Musik. Gegen 14.30 Uhr wird sich der Demonstrationszug in Bewegung setzen. So bleibt auch den Schülern aus den anderen Städten genug Zeit, um nach Unterrichtsschluss nach Weißenburg zu fahren.

Einen Schritt weiter sollen, geht es nach Jasmin Bauer, die Oettinger Schüler gehen. Die Mittelschülerin ruft, wie berichtet, zu einem veritablen Schulstreik auf. Im Mittelpunkt der Aktion steht eine Kundgebung um 10 Uhr auf dem Oettinger Marktplatz. Und um diese Kundgebung gibt es nun Ärger. Denn sie wurde von Jasmins Stiefvater Franz Grundschöttel angemeldet. Der aber ist Vorsitzender der Offenen Linken Ries, auf deren Homepage finden sich auch alle Informationen zum Schulstreik.

"Sehr kritisch zu sehen"

Oettingens Bürgermeisterin Petra Wagner, die dem Anliegen von Jasmin Bauer zunächst offen gegenüberstand, wittert nun eine Parteiveranstaltung hinter dem Ganzen. "Das hat nichts mit einem Schulstreik zu tun", erklärt sie gegenüber dem Altmühl-Boten, die geänderte Situation sei "sehr kritisch zu sehen". Sie gehe deshalb auf Distanz zu der Aktion, so die Bürgermeisterin.

Auch die Leiterin der Mittelschule Oettingen, Ursula Hertle, stellt klar, dass sie einen solchen Schulstreik selbstverständlich nicht unterstützen wird. In Bayern bestehe Schulpflicht und da gebe es klare Handlungsvorgaben. Wenn sich Schüler also an dem Schulstreik beteiligen und nicht zum Unterricht erscheinen, dann werde das als unentschuldigtes Fehlen gewertet.

Natürlich haben, bekräftigt Ursula Hertle im Gespräch mit dem Altmühl-Boten, auch Schüler das Recht zu demonstrieren. Persönlich findet es die Schulleiterin auch "sehr toll", wenn sich Kinder und Jugendliche engagieren, gerade für das wichtige Thema Klima. Die freie Meinungsäußerung müsse allerdings außerhalb der Schulzeit stattfinden.

Eine Aktion wie in Weißenburg hätte sie voll unterstützen können. So aber gehe es nicht, dass sie die Schulbühne für diese Veranstaltung zur Verfügung stelle.

Der Leiter des Albrecht-Ernst-Gymnasiums, Günther Schmalisch, sieht die Dinge ähnlich und hat ebenfalls in einem Elternbrief darauf hingewiesen, dass es keine Unterrichtsbefreiung wegen Schulstreiks geben werde. Unentschuldigtes Fehlen müsse vielmehr "die in der Schulordnung dafür vorgesehenen Folgen nach sich ziehen". Schmalisch macht die Eltern zudem darauf aufmerksam, dass die Veranstaltung von den Offenen Linken Ries angemeldet worden sei.

Er trete, weist Grundschöttel diese Vorwürfe in einer Antwort auf den Elternbrief zurück, bei der Kundgebung ganz privat als Veranstalter auf und nicht als Vorsitzender der Offenen Linken Ries. Er sei sehr stolz auf seine Tochter Jasmin, von der die Initiative für den Schulstreik ausgehe.

Marianne Natalis Altmühl-Bote E-Mail

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