Gartenschau Wassertrüdingen: Auf Preis folgt Nominierung bei "Gärten des Grauens"

29.4.2021, 06:02 Uhr
Wo sich jetzt die Steinaufschüttung mit dem Goldenen Weihersteig befindet, war einst eine Bauschuttdeponie.

Wo sich jetzt die Steinaufschüttung mit dem Goldenen Weihersteig befindet, war einst eine Bauschuttdeponie. © Foto: Peter Tippl

Selbst die Nominierung für den Preis war bereits ein großer Erfolg, heißt es aus dem Rathaus. Das Landschaftsarchitekturbüro Planorama aus Berlin hatte den Steig ins Rennen geschickt und wird auch die Auszeichnung erhalten. Dennoch freut sich die gesamte Stadt über die herausragende Leistung.


Was von der Landesgartenschau in Wassertrüdingen bleibt


Aus ursprünglich 119 Einsendungen wurden 35 Bewerbungen zur weiteren Auswahl nominiert. In insgesamt neun Kategorien sind die Auszeichnungen vergeben worden. Die Preisverleihung selbst ist für Anfang Oktober geplant. Der Preis wird alle zwei Jahre vom Bund Deutscher Landschaftsarchitekten ausgelobt.

Bürgermeister Stefan Ultsch und Geschäftsleiter Peter Schubert sind begeistert: "Der Goldene Weihersteig ist das Alleinstellungsmerkmal in Wassertrüdingen und durch eine solche Auszeichnung sei das überörtliche Interesse an unserer Gartenschau auch weiterhin gesichert," so Peter Schubert.Auch das ehemalige Gartenschau-Team sei bereits informiert worden und die Reaktionen sind durchweg positiv.

Steig auch für Auszeichnung bei "Gärten des Grauens" nominiert

Doch nicht überall kommt die Auszeichnung so gut an. Auf dem mittlerweile doch recht bekannten Blog "Gärten des Grauens" wurde der Goldene Weihersteig für den "Terror Gardening Award" im Monat Mai nominiert. Satirisch heißt es in dem Post dazu: "Wo man mit einem Goldenen Steg ,den Naturraum auf einzigartige Weise inszeniert, erschließt und erlebbar macht‘ und ihr ganz beiläufig den Goldenen Schuss versetzt, da wird Gelände zu Landschaft und im Schotterhandel bekommt man feuchte Augen."

Die Seite betreibt der Botaniker und Biologe Ulf Soltau seit Anfang 2019. Über 87.400 Menschen folgen ihm bereits. Beinahe täglich postet er unansehnliche Kiesgärten im "Kulturkampf um eine lebens- und liebenswerte Umwelt". "Ziel unserer Satire sind unökologische Schottergärten, Kunstrasen, sterile Krüppelkoniferen und naturfeindliche Psychopathengärten aller Art, für die der Name unserer Seite mittlerweile zum gängigen Aphorismus avanciert ist", heißt es auf dem Blog.


"Gärten des Grauens": Stadt Erlangen beschließt Verbot


Mit seinen Posts macht sich Soltau nicht immer Freunde, manche Gemeinden reagieren aber auch auf den "Terror Gardening Award". So habe laut Deutschlandfunk Kultur die Stadt Xanten (Nordrhein-Westfalen) auf eine Nominierung reagiert und die Bebauungspläne dahingehend verändert, dass Schottergärten nun unerwünscht sind.

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