Gemeinderat Muhr am See stimmt für Eventinsel

15.8.2020, 09:39 Uhr
Im Gemeinderat umstritten, aber letztlich doch abgesegnet: die Event-Insel im Altmühlsee, für deren Umsetzung diverse politische Hürden genommen werden müssen.

Im Gemeinderat umstritten, aber letztlich doch abgesegnet: die Event-Insel im Altmühlsee, für deren Umsetzung diverse politische Hürden genommen werden müssen. © Bach Sonnenschutz GmbH

Es geht dabei um einen Plan des Zweckverbandes Altmühlsee (ZVA), nach dem die Insel, die nicht weit entfernt von Seezentrum und Surfzentrum Schlungenhof liegt, für Feste, Konzerte und dergleichen dienen soll. Dafür wäre neben anderen Baulichkeiten eine fußläufige Verbindung zum Festland nötig sowie der Anschluss von Wasser und Abwasser.

Der Gemeinderat von Muhr am See wurde nach seiner Meinung gefragt, weil für das Vorhaben der Flächennutzungsplan und der Bebauungsplan geändert werden müssen. In diesem Verfahren wiederum werden die so genannten "Träger öffentlicher Belange" angehört, zu denen eben auch die Gemeinde Muhr am See gehört.

Zu den Befürwortern dieses Plans zählte dabei Christian Fitzner. Es wäre eine Bereicherung, diese Wieseninsel neu zu gestalten, und es wäre auch ein Vorteil für Muhr und den Tourismus, meinte er. Wolle man keine Entwicklung zulassen, würde der See irgendwann langweilig. Außerdem gehe es nicht um große Events, sondern zum Beispiel um Hochzeitsfeiern, kleinere Konzerte oder dergleichen.

Keine Konkurrenz für die Gastronomie schaffen

Ganz anders sah dies unter anderem Doris Schicker. Sie erinnerte daran, dass es sich um ein naturnahes Gebiet handle. Nun sei eine Brücke und damit eine Bebauung im See geplant. Der Zweckverband solle sich lieber erst mal um den See selbst und die vorhandene Infrastruktur kümmern, statt Neues mit vermutlich immensen Kosten anzufangen. Außerdem, so Schicker, sollte man keine Konkurrenz für die heimischen Gastwirte und das Altmühlsee-Informationszentrum mit seinen Festmöglichkeiten schaffen.

Letztendlich sprachen sich neun Muhrer Ratsmitglieder für das Projekt und somit die Änderung der nötigen Plangrundlagen aus, sechs waren dagegen.

Wie nahezu in jeder Ratssitzung ging es auch dieses Mal um diverse Bauanträge, weil Bürger sich ihr eigenes Domizil oder Mietwohnungen im Ort schaffen möchten. Das macht Gemeinderat Manfred Jung Sorgen. Im Ortskern werde "alles zugepflastert", sagte er, das ganze Oberflächenwasser gehe in den Mischwasserkanal. Irgendwann aber "packt das Kanalsystem das nicht mehr. Das kann’s auf Dauer nicht sein".

Aus dem Ratsgremium kam daraufhin die Anregung, vielleicht Zisternen zu fordern. Doch Bürgermeister Dieter Rampe sah darin keine Lösung: "Wohin soll man die entleeren?" In den neuen Baugebieten mit dem Trennsystem sei dies alles kein Problem. "Aber in der Ortsmitte geht’s nicht."

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