Samstag, 18.01.2020

|

Gräfensteinberger Schulhaus wird zum Tonstudio

Die Kinder nahmen zusammen mit den "Minimusikern" eine eigene CD auf - 06.12.2019 05:54 Uhr

Die jungen Sänger waren allesamt mit Feuereifer bei der Sache. © Kerstin Seitz-Knechtlein


Hintergrund dieses ungewöhnlichen Besuchs ist der Schwerpunkt, den die Schule für dieses Jahr gesetzt hat: Unter dem "Musik macht alles besser" haben die Schüler bereits eine echte Organistin getroffen, die ihnen ihr Instrument vorgestellt hat, erzählt Schulleiterin Kerstin Seitz-Knechtlein. Auch im Opernhaus in Nürnberg waren sie und begegneten dort der "großen Musik". Was genau ein Klavierbauer macht, werden sie in der Firma Steinbauer kennenlernen, die ihren Sitz praktischerweise in Gräfensteinberg hat.

Vorher aber sind die "Minimusiker" an der Reihe. Die Musikpädagogen Stephan Gembler und Nadja Lea Letzgus hatten im Vorfeld der Tonaufnahmen Tipps für die Liedauswahl gegeben, und seit Beginn des Schuljahres heißt es nun täglich: üben, üben, üben. Und das offenbar sehr erfolgreich, zeigen sich die beiden Profis doch schwer beeindruckt von der tollen Vorbereitung der Schüler. So klappen die meisten Aufnahmen meist gleich beim ersten Anlauf, auch wenn die Aufregung bei den Nachwuchssängern durchaus spürbar ist.

Sorgt für den richtigen Ton: Profimusiker Stephan Gembler, hier mit Lara Jansen und Phil-Noah Hochsprung aus der vierten Klasse. © Tina Ellinger


Wie etwa Phil-Noah Hochsprung, Lara Jansen gehen, Hannah Ottmann und Linda Bachmann. Sie alle gehen in die vierte Klasse und warten gespannt darauf, ihr sängerisches Können unter Beweis zu stellen. Musik gehört für sie einfach dazu, und so spielen sie auch alle vier ein Instrument. Im Tonstudio haut jedoch Profi Stephan Gembler in die Tasten, während Nadja Lea Letzgus die Kinder in die richtige Position bringt, so dass die zwei großen Mikrophone die Stimmen optimal einfangen können.

Schließlich soll daraus eine professionelle CD mit dem Titel "So klingt‘s bei uns im Seenland I" werden. Dazu steuern die Klassen 1 bis 5 jeweils ein, zwei Lieder bei. Die Wahl fiel auf herbstliche und weihnachtliche Klänge, im Frühling soll der zweite Teil aufgenommen werden. Da sind Phil-Noah und Lara sicher wieder dabei, die gerade freudestrahlend und zufrieden mit erhobenem Daumen aus dem Tonstudio kommen: "Cool war das", erzählen sie stolz – auch wenn zunächst die Hände vor Aufregung ganz nass waren, wie Lara zugibt. Froh und erleichtert, dass alles so gut gelaufen ist, freuen sie sich nun auf die zweite Runde im nächsten Jahr: "Da können wir gerne noch mehr Lieder singen."

Stehen die Nachwuchssänger alle richtig? Musikpädagogin Nadja Lea Letzgus bringt sie in die passende Position. © Tina Ellinger


Und sie dürfen sich, wie alle anderen Beteiligten auch, über einen Überraschungsgast freuen, der das ungewöhnliche Tonstudio selbst in Augenschein nehmen will: Schulamtsdirektor Fritz Felleiter nutzt seinen letzten Arbeitstag vor dem Eintritt in den Ruhestand für einen Abstecher nach Gräfensteinberg und wird von Kindern und Lehrkräften mit einem kleinen Abschiedsständchen bedacht. Sichtlich gerührt, lobt er das Musikprojekt der Schule und betont: "So was macht Schule aus und schweißt zusammen. Nicht die Zahlen sind wichtig, sondern die Menschen."

Dass der Zusammenhalt in der Schule Absberg-Haundorf gut funktioniert kann man an diesem Tag förmlich riechen: Die Mitglieder des Elternbeirats bieten leckere Sternchensuppe an – zur Stärkung und zum Ölen der Stimme.

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Gräfensteinberg