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Gunzenhausen: Neuer Wohnraum für Senioren

Das Gebäude II des Burkhard-von-Seckendorff-Heims wurde zu einem Wohnhaus mit 30 Apartments umgebaut - 03.06.2020 17:11 Uhr

Auch die Fasse des generalsanierten Hauses kann sich sehen lassen. Es beherbergt 30 Wohnungen in gehobener Ausstattung. © Erich Neidhardt


 

Bei einem Ortstermin überzeugte sich Bürgermeister Karl-Heinz Fitz zusammen mit Stadtbaumeisterin Simone Teufel und Altenheimleiter Rolf Siebentritt vom gelungenen Umbau des Gebäudes. Wie der Rathauschef dabei erläuterte, reagierte die Hospitalstiftung als Träger des Heims mit dem vor rund zwei Jahren gestarteten Umbauprojekt auf die damals angespannte Belegungssituation des Heims.

Weil nicht mehr alle der einst 216 stationären Plätze belegt werden konnten, musste die Stadt, die die Geschäfte der Hospitalstiftung führt, handeln. Es wurde beschlossen, die Zahl der stationären Plätze auf 177 zu reduzieren, wodurch das Gebäude II, in dem überwiegend die noch fitten Senioren untergebracht waren, frei wurde. Erste Überlegungen, das Haus zu sanieren, waren bereits im Jahr 2011 angestellt worden. Es bot zu diesem Zeitpunkt schon zehn Wohnungen, der Rest waren Pflegezimmer.

Ein Blick in eine der komplett ausgestatteten Einbauküchen. © Erich Neidhardt


Um das Wohnungsangebot in der Stadt zu verbessern und auf die hohe Nachfrage nach seniorengerechtem Wohnraum zu reagieren, entschied man sich seitens der Stadt, das 1976 errichtete Gebäude II des Heims umfassend umzubauen und zu sanieren und hier Mietwohnungen für ältere Mitbürger zu schaffen. In diese Richtung zu agieren, legte auch ein in der Sache in Auftrag gegebenes Gutachten nahe. Auch der Brandschutz spielte bei dem Umbauprojekt eine wesentliche Rolle. Dem Haus fehlte ein zweiter Rettungsweg, der nun geschaffen wurde.

Fitz legte bei dem Ortstermin Wert auf die Feststellung, dass es sich bei dem generalsanierten und energetisch optimierten Haus um keine Pflegeeinrichtung handelt. In dem eigenständigen Gebäude, das nach wie vor der Hospitalstiftung gehört, seien ganz normale Wohnungen entstanden, die gemietet werden können. Betreutes Wohnen werde nicht angeboten und es könnten auch keine Pflegeleistungen vom Heim in Anspruch genommen werden. Allerdings bestehe die Möglichkeit, per Notfallknopf rund um die Uhr aus dem Heim Hilfe zu holen. Auf Wunsch könnten die Mieter auch die Teilnahme am Essen im Speisesaal des Heims buchen oder andere Dienstleistungen wie beispielsweise einen Besuch beim Friseur oder beim Fußpfleger in Anspruch nehmen.

Sieben Millionen Euro investiert

Um die ehrgeizigen Pläne Wirklichkeit werden zu lassen, nahm die Hospitalstiftung rund sieben Millionen Euro in die Hand. Und das Ergebnis, wurde bei der Gebäudebegehung deutlich, kann sich mehr als sehen lassen. Aus den früheren Bewohnerzimmern entstanden 30 Apartments mit gehobener Ausstattung. 19 davon bieten rund 55 Quadratmeter Wohnfläche und elf sind etwa 75 Quadratmeter groß. Vier der größeren Apartments befinden sich im Penthaus. Sie bieten einen herrlichen Ausblick auf die Stadt und das Umland. Die Penthaus-Wohnungen befinden sich in einem aufgemauerten Stockwerk, bieten eine größere Raumhöhe und sind mit Markisen ausgestattet.

Die sieben bis 15 Quadratmeter großen Balkone laden zum Verweilen ein. © Erich Neidhardt


Die meisten Wohnungen, die für ein bis zwei Personen Platz bieten, sind nach Süden und Westen ausgerichtet. Neben Wohn- und Schlafzimmer bieten sie eine komplett ausgestattete moderne Einbauküche und ein möbliertes und barrierefreies Bad. Die Bäder haben eine große Duschwanne. Darüber hinaus gibt es auf jeder Etage einen Raum mit Badewanne, der auch als Pflegebad genutzt werden kann. Die größeren Wohnungen haben einen Abstellraum. Die Wärmeversorgung erfolgt mittels Blockheizkraftwerk und Solarthermie und kommt vom Burkhard-von-Seckendorff-Heim. Das Altenheim ist über einen Übergang direkt erreichbar. Für jede Wohnung gibt es einen Kfz-Stellplatz und ein Aufzug sorgt im Wohnhaus für eine mühelose Erreichbarkeit der einzelnen Etagen. Bis auf zwei haben alle Apartments einen Balkon und sind mit Einbauleuchten und großen Fensterflächen mit Raffstoreanlagen ausgestattet. In den Schlafzimmern sind Verdunkelungsrollos angebracht. Auch bietet das Haus große Kellerabteile sowie separate Räume für Waschmaschinen und Trockner, Abstellmöglichkeiten für Fahrräder und eine E-Ladestation. Das Kellergeschoss ist für Radl-Fans und Rollstuhlfahrer auch per Rampe erreichbar. Ein Plus für die Bewohner sind auch die beiden Stadtbushaltestellen in unmittelbarer Nähe des Gebäudes.

Stadtbaumeisterin Simone Teufel, Heimleiter Rolf Siebentritt und Bürgermeister Karl-Heinz Fitz überzeugten sich bei einem Rundgang vom gelungenen Umbau des Gebäudes. © Erich Neidhardt


Im Erdgeschoss stehen den Bewohnern zwei große Gruppenräume mit Küche zur Verfügung. Sie sind mit einer Schiebetür verbunden und eignen sich für Geburtstagsfeiern oder andere gesellige Veranstaltungen sowie für therapeutische Zwecke. Wie Stadtbaumeisterin Simone Teufel ankündigte, sollen die geräumigen Flure bei Bedarf als Begegnungsstätten genutzt werden.

Die Mietkosten für die neuen Wohnungen bewegen sich zwischen 565 und 1172 Euro, jeweils zuzüglich Vorauszahlung auf die Nebenkosten. 13 Wohnungen sind bereits bezogen oder werden gerade eingerichtet. Für 23 Wohnungen wurden bereits die Verträge unterzeichnet, sieben sind noch frei, davon zwei im Penthaus. Interessenten können sich an Heimleiter Rolf Siebentritt (Telefon 09831/508770) wenden.

 

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