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Gunzenhäuser Freibad gibt Raupen-Entwarnung

Auszubildende der Jugendwerkstatt Langenaltheim unterstützen die Altmühlstadt - 27.06.2019 05:54 Uhr

13 Auszubildende der Jugendwerkstatt Langenaltheim sind zusammen mit zwei Ausbildern und dem Sozialpädagogen Daniel Guckenberger nach Gunzenhausen gekommen und sammelten am Burgstallwaldrand Raupen und Puppen ein. © Isabel-Marie Köppel


Die Straße vor dem Freibad sei schwarz gewesen, "und ich übertreibe nicht, wenn ich das sage". Das Personal war extrem überlastet. Sie saugen die Schädlinge weiterhin ab, der Befall sei jedoch merklich zurückgegangen.

"Nur noch vereinzelt krabbeln Raupen herum", sagt Malorny. Die Maßnahmen der Stadt greifen. Zusätzlich zum Zaun am Rande des Burgstallwalds ist der Parkplatz vor dem Freibad gesperrt. Dadurch entsteht ein breiter Raum zwischen Wald und Bad, der regelmäßig mit einer Kehrmaschine gesäubert wird. So soll auch die Verbreitung des Schmetterlings eingedämmt werden. Alternativ können Badegäste auf einer Wiese links kurz vor dem Freibad parken. Hinter dem Gebäude befindet sich ebenfalls eine kleinere Fläche. Die Stadt schätzt, den Parkplatz in drei bis vier Tagen wieder freigeben zu können.

Für den Rückgang der Krabbeltiere könnte auch die beginnende Verpuppung mitverantwortlich sein. Die Stadt Gunzenhausen bestätigt den Prozess und schreibt: "Das Amt für Ländliche Entwicklung empfiehlt, die Puppen jetzt zügig abzusaugen, da sie noch nicht richtig festgeklebt sind." Je länger die Puppen am Untergrund hängen, umso fester verbänden sie sich mit dem Untergrund.

Braune Kokons am Boden

Die ersten Raupen haben sich bereits verpuppt. © Isabel-Marie Köppel


Am Boden vor dem Schutzzaun finden 13 Auszubildende der Jugendwerkstatt Langenaltheim einige der braunen Kokons. Gehüllt in Schutzanzüge aus Fleece, mit Mundschutz und Handschuhen sammeln sie die Schädlinge entlang der Barriere ein. "Ich habe die Berichte im Altmühl-Boten gelesen und Kontakt zu den Stadtwerken aufgenommen", erzählt der Sozialpädagoge Daniel Guckenberger. Er wollte seine Hilfe anbieten und fragte die Jugendlichen, ob sie Interesse an der Aktion hätten.

13 junge Männer und Frauen aus dem Bereich Forst, der Schreiner und der Schneiderei haben sich freiwillig gemeldet. Unterstützt werden sie von den beiden Ausbildern im Forstbereich und natürlich von Guckenberger. "Ich finde das eine ganz tolle Sache", sagt Malorny, der sich über die Hilfe freut. Zur Belohnung dürfen die Jugendlichen im Anschluss ins Freibad. "Dass sie nur einen halben Tag arbeiten müssen, habe ich erst im Nachhinein verraten. Alle haben sich schon vorher freiwillig gemeldet", betont Guckenberger.

Stadt will Urlauber nicht verlieren

Feriengäste müssen die Schwammspinner ebenfalls nicht fürchten, so die Botschaft der Altmühlstadt. "Die Raupen treten nur örtlich begrenzt direkt am Burgstallwald auf, das sind deutlich weniger als ein Prozent der Gesamtfläche im Fränkischen Seenland", schreibt die Stadt in einem viel kommentierten Post auf ihrer Facebookseite. Darin gibt sie auch Entwarnung für das Freibad. Die Meinungen der User gehen allerdings auseinander. "Dies kann ich auch so bestätigen. Ich war gestern sogar mittags eine Stunde im Burgstall spazieren (...) Das Freibad nutze ich fast täglich, ist wunderschön und ohne Einschränkungen besuchbar", schreibt Martin Balzer.

Bilderstrecke zum Thema

Plage in Gunzenhausen: Raupen des Schwammspinners auf dem Vormarsch

2018 hatte Gunzenhausen und vor allem der Burgstallwald zum ersten Mal mit dem Schwammspinner zu tun. Bis zu 1000 Eier legt ein Schmetterlingsweibchen. Dementsprechend viele Raupen fressen sich gerade durch den Burgstallwald, der mittlerweile nahezu kahl ist. Auch die Anwohner, das Freibad und die Seenlandklinik Lindenhof kämpfen mit der Plage.


"Heute Abend waren hunderte auf den Wegen im Schwimmbad und sogar einige im Becken! (...) Für dieses Jahr ist die Saison für das Freibad gelaufen", meint Sven Baumeister. Einen Einbruch der Besucherzahlen gibt es tatsächlich. An so einem heißen Tag wie gestern hätten sie normalerweise 1000 bis eher an die 2000 Badegäste, sagt Malorny. Momentan müssen sie sich mit 300 bis 500 begnügen, also lediglich einem Drittel. 

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