Gunzenhäuser THWler unterwegs in den Süden

13.1.2019, 11:30 Uhr
Nun wurden auch das Gunzenhäuser THW zum Katastropheneinsatz in den Süden Bayerns beordert. Ein Zugtrupp und die Bergungsgruppe machten sich Sonntagmorgen auf den Weg nach Berchtesgaden.

Nun wurden auch das Gunzenhäuser THW zum Katastropheneinsatz in den Süden Bayerns beordert. Ein Zugtrupp und die Bergungsgruppe machten sich Sonntagmorgen auf den Weg nach Berchtesgaden. © THW Gunzenhausen

"Ich rechne stündlich mit einem Anruf", hatte Heinz Rettlinger noch am Freitag auf Anfrage des Altmühl-Boten gesagt. Im Süden Bayerns sind gerade Räumgeräte dringend gefragt, vor allem aber "Manpower", so der Fachberater des Gunzenhäuser THW. Angesichts der enormen Schneemassen, die auf den Dächern lasten, braucht es vor allem Helfer mit Schneeschaufeln. Und da haben die Gunzenhäuser Erfahrung, sie sind schon öfters in den Süden gereist, wenn es Petrus mit der weißen Pracht mal wieder zu gut gemeint hatte. Meist wurden sie dabei vor Ort freudig begrüßt, nicht nur, weil jede Hand willkommen ist, sondern auch, weil "wir die einzigen waren, die ihre Schneeschippen mitgebracht haben", schmunzelte Rettlinger.

Bis zu 350 Kilogramm pro Quadratmeter lasten derzeit nach seinen Worten auf den Dächern in Südbayern, normalerweise ist ein Hausdach für rund 150 Kilogramm pro Quadratmeter ausgelegt. Vor allem Turnhallen, Schwimmbäder und ähnliche Einrichtungen, die oft große Flachdächer haben, gelte es vom Schnee zu befreien. Zumal weiterer Schneefall angesagt ist.

In einigen Landkreisen im Süden Bayerns, etwa im Berchtesgadener Land oder in Bad Tölz, wurde bereits der Katastrophenfall ausgerufen. Werden weitere Helfer gebraucht, so wendet sich in der Regel der örtliche THW-Fachberater an die Regionalstelle und meldet dort seinen Bedarf an. Bei der derzeitigen Lage aber geht die Einsatzplanung über den Landesverband, erläuterte Rettlinger. Wenn der entscheidende Anruf kommt, dann sollten die örtlichen Helfer innerhalb von zwei Stunden abfahrbereit sein, so Rettlinger. Er schätzt, dass im Einsatzfall "sehr viele Helfer auf den Hof" kommen, rechnet mit ungefähr 30 Einsatzkräften. Dass sich dann alle auf einmal auf den Weg nach Süden machen, hält der hiesige Fachberater aber für eher unwahrscheinlich. Wie viele tatsächlich ausrücken, hängt auch von der Dauer des Einsatzes ab.

Aus der Region wurden bereits etliche Trupps angefordert. So haben etwa der Ansbacher und der Schwabacher THW-Ortsverein bereits Helfer in die Katastrophengebiete geschickt.  

(Dieser Artikel wurde akutalisiert am 13.1.2019)

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