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Gunzenhäuser Umgehung: Ein großer Kreisverkehr wäre denkbar

Wolfgang Dressler
Wolfgang Dressler

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24.11.2021, 06:01 Uhr
Blick auf den Verschwenk der Gunzenhäuser Umgehung, der verbessert werden könnte – nicht zuletzt deshalb, um die Innenstadt weiter zu entlasten.

Blick auf den Verschwenk der Gunzenhäuser Umgehung, der verbessert werden könnte – nicht zuletzt deshalb, um die Innenstadt weiter zu entlasten. © Foto: Wolfgang Dressler

Denn dort hat der Verkehr auf der Verbindungsstraße Gunzenhausen-Unterwurmbach (Oettinger Straße) Vorrang gegenüber der Bundesstraße. Nicht nur die Grünen denken daran, die Umgehung attraktiver zu machen. Das soll dann den Verkehr auf der Weißenburger Straße, wo 10.000 Fahrzeuge pro Tag gezählt wurden, verringern.

In diesem Sinne hat sich auch schon mehrmals Bürgermeister Karl-Heinz Fitz geäußert. Ihm schwebt ein großzügiger neuer Kreisverkehr an der Scheupeleinsmühle vor. Zuständig für die Realisierung wäre aber nicht die Stadt, sondern das Staatliche Bauamt Ansbach.

Hier hakte Herbert Gutmann, Fraktionsvorsitzender der Grünen, in der jüngsten Sitzung des städtischen Bauausschusses ein. Er schlug vor, Heinrich Schmidt, den Leiter des Staatlichen Bauamts, nach Gunzenhausen einzuladen. Dieser solle dann darlegen, was alles für eine Verbesserung der Umgehung möglich wäre und wann das dann umgesetzt werden könnte. Gutmann: "Es wäre gut, wenn dann die Öffentlichkeit was erfahren würde."

Bürgermeister Fitz zeigte sich durchaus offen für ein solches Treffen mit Heinrich Schmidt. Es komme darauf an, den "Verschwenk" an der Scheupeleinsmühle wegzubekommen. Bei dieser Absicht unterstütze die Stadt die staatlichen Straßenbauer. Ein Problem sei jedoch weiterhin die Grundstücksfrage, da vergehe viel Zeit, bevor etwas in Bewegung komme.

Anbau für die Berufsschule

Viel konkreter ist ein Bauprojekt des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen. Die Berufsschule in Gunzenhausen soll um ein Gebäude für die angehenden Bäcker und Metzger vergrößert werden. Der Anbau wäre auch ganz im Sinne der Stadt Gunzenhausen. Der kompakte Baukörper soll möglichst wenig in die jetzige Grünanlage reichen, informierte der Bürgermeister. Er geht davon aus, dass sich demnächst der Bauausschuss mit dem konkreten Bauantrag aus dem Landratsamt beschäftigen und Stellung nehmen wird.

Die Stadt ist auch "betroffen" von einem anderen Projekt, der Reaktivierung der Bahnstrecke nach Wassertrüdingen. Wie berichtet soll in Cronheim ein Haltepunkt geschaffen werden. Standort wird ein Gelände neben dem früheren Bahnhofsgebäude sein, hörten die Stadträte. Im Dezember 2024 soll die Bahnstrecke in Betrieb gehen. Bis dahin sei es zeitlich nicht mehr sehr lang, unterstrich der Bürgermeister.

Im März soll eine städtische Baumaßnahme beginnen. Der Arbeitstitel lautet "Kanalsanierung Paul-Weth-Straße" – und führt in die Irre. Gebaut wird nämlich in der Straße Im Eisenreich, und zwar für eine Verbesserung in der Paul-Weth-Straße, sagte stellvertretender Stadtbaumeister Thomas Hinterleitner. Es sei notwendig, neue Abwasserkanäle zu bauen und vorhandene zu vergrößern, was man als eine Art "Lückenschluss" sehen könne. Damit will die Stadt Überflutungen, wie sie im Jahr 2019 nach starkem Regen in der Paul-Weth-Straße auftraten, vorbeugen.

Überrascht über günstiges Angebot

Die Kanalsanierung war im Rathaus mit mindestens 259.000 Euro angesetzt worden, auch 300.000 Euro erschienen durchaus möglich. Die beschränkte Ausschreibung hat aber ganz zum Vorteil der Stadt ein anderes Bild ergeben. Acht Firmen gaben ein Angebot ab, das preisgünstigste in Höhe von 206.000 Euro kam von der Heidenheimer Firma Grillenberger. Im Bauamt konnte man kaum glauben, dass Grillenberger so niedrig lag, und fragte in Heidenheim nochmal nach. Ergebnis: Die 206.000 Euro seien reell.

Der Hintergrund: Offensichtlich wollten zwei Bauunternehmen diesen Auftrag unbedingt haben und kalkulierten mit sehr spitzem Bleistift. Das zweitniedrigste Angebot lag nur um 1000 Euro höher als dasjenige von Grillenberger. "Für uns kann es nur gut sein", so lautete Thomas Hinterleitners Kommentar zu der Tatsache, dass es diesmal bei einer Ausschreibung eine willkommene Überraschung gab.

Auf der ganz anderen Seite der Skala befand sich übrigens das teuerste Angebot, es hatte eine Höhe von 367.000 Euro. Die Firma Grillenberger wird drei Monate lang in der Straße Im Eisenreich mit dem Lückenschluss zu tun haben, so der Plan.

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