Leiter Wolfgang Trampert ist Fachbuchautor

Hühnerzähler und Fischfütterungsanlage: Im vhs-Kurs den eigenen Kleincomputer entwickeln

11.9.2021, 15:38 Uhr
Anfängern wird Schritt für Schritt erklärt, wie sie die Mikrocontroller programmieren.

Anfängern wird Schritt für Schritt erklärt, wie sie die Mikrocontroller programmieren. © privat, NN

Oft nehmen wir es gar nicht bewusst wahr, aber in den meisten Geräten des täglichen Lebens - Mikrowelle, Kaffeeautomat, Smartphone, Kfz, Waschmaschine, Heizungs-, Garagentor-, Aufzugsteuerung - steckt ein Mikrocontroller, also ein Kleincomputer speziell zu Steuerungszwecken. Um diese kleinen Computer verwenden zu können, wurden bisher umfangreiche Kenntnisse der Hard- und Software benötigt. Das weiß Wolfgang Trampert aus Gunzenhausen.

Wolfgang Trampert ist fasziniert von Mikrocontrollern und will das Wissen darüber an andere weitergeben.

Wolfgang Trampert ist fasziniert von Mikrocontrollern und will das Wissen darüber an andere weitergeben. © privat

Und er berichtet: Das speziell für Einsteiger entwickelte "Arduino"- Konzept macht es jetzt allen "Hobbyisten" und technisch Interessierten möglich, ohne große Spezialkenntnisse mit diesen Kleincomputern eigene Projekte zu realisieren. Beim Googeln im Internet findet man viele Berichte von Leuten, denen es ohne jegliche Mikrocontroller-Vorkenntnisse gelang, etwa eine automatische Fischfütterungsanlage für ihren Karpfenteich, einen "Hühnerzähler" für ihre Geflügelzucht, einen Alkoholtester oder ein Schneehöhenmessgerät selbst zu planen und zu bauen.

Für den Modellbauer ist der Mikrocontroller das Universalwerkzeug zum Aufpeppen seiner Modelle. Schülern und ihren Lehrern bietet der Mikrocontroller im Hinblick auf die aktuell besonders intensive Förderung der MINT-Fächer ein großartiges Mittel zur Umsetzung ihrer Ideen. Diplom-Ingenieur Wolfgang Trampert ist Fachbuchautor, sein viertes Buch zum Thema Mikrocontroller wird in wenigen Wochen auf dem Buchmarkt erscheinen.

Von der Polizeisirene bis zum "Mini-Piano"

Das Buch gibt einen umfassenden Einblick in die Anwendung und Programmierung von Mikrocontrollern. Es enthält eine Einführung in die Grundlagen der Programmiersprache C, beschreibt ausführlich die Software, die zur Programmierung von Mikrocontrollern benötigt wird, und anhand einer Vielzahl von Beispielen und praktischen Übungen – neben vielen anderen Projekten werden zum Beispiel eine Polizeisirene, eine Spieluhr, ein "Mini-Piano", ein elektronischer Würfel und ein Voltmeter mit Digitalanzeige realisiert – erfährt der Leser, wozu ein Mikrocontroller imstande ist, und vor allem, wie er selbst ein solches Projekt realisieren kann.

In seinem "Mikrocontroller-Schnellkurs für Einsteiger"" an der Volkshochschle Gunzenhausen zeigt Trampert ab dem 21. September immer dienstags von 19 bis 20.30 Uhr, wie man auch ohne Vorkenntnisse in Elektronik und Programmiersprachen eigene Projekte mit einem Mikrocontroller realisieren kann. Die Teilnehmer sollten lediglich Interesse an Technik und Elektronik mitbringen, Kenntnisse der elektronischen Schaltungstechnik oder einer Programmiersprache sind für die Kursteilnahme nicht nötig.

Interessenten können sich unter der Kursnummer BG 0301 bei der vhs Gunzenhausen zu diesem Kurs anmelden. Auch für die beiden Fortsetzungskurse BG 0302 und BG 0303 (in denen es unter anderem um die Abfrage von Sensoren oder die Steuerung von Motoren bis zum Verbinden des Mikrocontrollers über WLAN oder Bluetooth mit dem PC oder dem Smartphone gehen wird) sind bereits Voranmeldungen möglich, denn "wer zuerst kommt, mahlt zuerst".

Schritt für Schritt dazulernen

Der Schwerpunkt des Kurses liegt auf den praktischen Übungen, denn die Teilnehmer werden sich die erforderlichen Kenntnisse durch "Learning by Doing" aneignen. Mit jeder Übung kommen neue Hard- und Software-Komponenten hinzu, die jeweils ausführlich erklärt werden. So erhält der Einsteiger Schritt für Schritt einen stetig zunehmenden Kenntnisstand der vielfältigen Möglichkeiten, die der Mikrocontroller bietet. Und am Ende jeder Übung steht das Erfolgserlebnis, wenn man seine selbst entwickelte Software zum ersten Mal in den Mikrocontroller lädt und sieht, dass alles genau so funktioniert, wie man es sich vorgestellt hat.

"Wer es nicht selbst erlebt hat, glaubt nicht, wie faszinierend es sein kann, eine blinkende Leuchtdiode zu betrachten, einfach nur deshalb, weil man es selbst geschafft hat, diese LED zum Blinken zu bringen!", so Tramperts langjährige Erfahrung.

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