Radsport Gruber

In alter Metzgerei: Bekommt Gunzenhausen ein Zweiradcenter?

Wolfgang Dressler
Wolfgang Dressler

Altmühl-Bote

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26.11.2021, 05:56 Uhr
In der ehemaligen Metzgerei mit Schlachthaus im Gewerbegebiet Nord tut sich seit vielen Monaten gar nichts mehr. Der Leerstand findet ein Ende, wenn Zweirad Gruber die Pläne, die nun dem städtischen Bauausschuss vorlagen, umsetzen wird.

In der ehemaligen Metzgerei mit Schlachthaus im Gewerbegebiet Nord tut sich seit vielen Monaten gar nichts mehr. Der Leerstand findet ein Ende, wenn Zweirad Gruber die Pläne, die nun dem städtischen Bauausschuss vorlagen, umsetzen wird. © Foto: Wolfgang Dressler

In der jüngsten Sitzung des Bauausschusses saßen Erika und Herbert Gruber, die Chefs von Radsport Gruber (so der allgemein bekannte Name des Unternehmens), im Zuschauerbereich. Sie verfolgten aufmerksam "ihren" Tagesordnungspunkt. Dieser war aber ganz unspektakulär, denn im Grunde gibt es derzeit noch gar nicht viel zu berichten.

Fakt ist, dass sich In der Stritt 16 eine Metzgerei mit Schlachthaus befindet. Sie geriet in wirtschaftliche Not, die nicht mehr zu beheben war, auch nicht durch einen zweiten Metzgereibetrieb, so dass die Immobilie an eine hiesige Bank gefallen ist. Der Verkauf von Grund und Gebäuden gestaltet sich schwierig – der "richtige" Interessent ist schwer zu finden.

Betreiber wohnt vor Ort

Das soll sich nun ändern. Radsport Gruber denkt an ein Zweiradcenter mit Betreiberwohnung. Dazu müsste ein Umbau erfolgen, dessen Ausmaß sich aber im Grenzen hält. Die Wohnung macht auch deshalb Sinn, weil dort An- und Ablieferung außerhalb der Geschäftszeiten zu erwarten ist, hieß es im Ausschuss. Rechtlich gesehen ist eine solche Wohnung zulässig, jedenfalls im Gewerbegebiet Nord.

Der Bebauungsplan sieht eine entsprechende Ausnahme vom Grundsatz her vor. Es muss sich allerdings um Eigenbedarf handeln, betonte Stadtbaumeisterin Simone Teufel. Es hänge vom jeweiligen Bebauungsplan ab, ob eine Betreiberwohnung eingerichtet werden dürfe. Im Gewerbegebiet Scheupeleinsmühle ginge es nicht.

Herbert Gutmann (Grüne), Manfred Pappler (CSU) und Daniel Hinderks zeigten sich mit dem, was In der Stritt vorgesehen ist, einverstanden, also auch mit der Wohnung. Pappler stellte zudem fest, es sei zu begrüßen, wenn es hier zu einer Neunutzung durch eine ortsansässige Firma komme. Die allerletzten Entscheidungen stehen allerdings noch aus. Die Immobilie ist noch nicht verkauft, wenngleich sich die Bank bereits ans Rathaus gewandt und um Unterstützung für den Bauantrag gebeten hat.

Ergänzung des Geschäfts

Wenn jetzt die Gunzenhäuser meinen, Zweirad Gruber wolle den Standort Weißenburger Straße zugunsten des Gewerbegebiets Nord aufgeben, dann liegen sie falsch. In der Stritt soll eine Ergänzung des Geschäfts erfolgen, so Herbert Gruber zum Altmühl-Boten. Es ist an eine Station zur Vermietung und Erprobung von Fahrrädern gedacht. Ein Beispiel: Wer mal ein richtig gutes (und teures) Mountainbike ausgiebig testen will, der kann sich an diese Adresse wenden – und eben das Rad spät am Abend zurückbringen, weil der Betreiber dort wohnt und fast immer präsent ist. Auch der normale Radelfreund, der ein Zweirad sucht, um einen Tag im Fränkischen Seenland unterwegs zu sein, wird in dem geplanten Center fündig werden.

Mit dem gemeindlichen Einvernehmen, das der Bauausschuss erteilte, ist das Projekt nun bedeutend realistischer, wenngleich die Baugenehmigung selbst Sache des Landratsamts und nicht des Rathauses ist.

Beschluss liegt schon Jahre zurück

Wie Herbert Gruber dem Altmühl-Boten auch sagte, bleibt es bei der Absicht, in der Weißenburger Straße ein modernes E-Bike-Center zu schaffen. Auch damit ist die Stadt einverstanden, der entsprechende Beschluss liegt schon Jahre zurück, bisher ist allerdings noch nichts geschehen. Mit den Nachbarn müsse die Sache noch abgeklärt werden, hieß es damals.

Die Bauverwaltung hatte auch zuletzt mehrere andere Baugesuche zu bearbeiten. Sie erschienen alle völlig unproblematisch. Dazu zählt der Neubau einer Lagerhalle im Gewerbegebiet Scheupeleinsmühle. Auf dem Grundstück steht bereits eine Halle, eine zweite wird folgen. Die Zustimmung der Stadt fällt umso leichter, als es um eine Halle für einen produzierenden Betrieb geht. Bürgermeister Fitz merkte an, dass in der Scheupeleinsmühle insgesamt bisher rund 300 Arbeitsplätze entstanden sind.

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