Die "Trails" bleiben das Thema der Stadt

Lift im Heumöderntal: So lief der Ortstermin

13.9.2021, 10:14 Uhr
Etwa 50 Personen versammelten sich am Samstag an der Talstation im Heumöderntal, um über die geplante Lifttrasse zu diskutieren und Teile der Trails zu begehen. Zugegen waren auch einige Stadträte und Bürgermeisterin Kristina Becker.

Etwa 50 Personen versammelten sich am Samstag an der Talstation im Heumöderntal, um über die geplante Lifttrasse zu diskutieren und Teile der Trails zu begehen. Zugegen waren auch einige Stadträte und Bürgermeisterin Kristina Becker. © Foto: Lidia Piechulek

Eingeladen hatten Robert Rieger, der Betreiber der Heumöderntrails, sowie Christian Wißmüller, der gemeinsam mit Axel Rosenbauer Initiator der Schlepplift-Idee für das Heumöderntal ist.

Zur Prüfung der Umweltverträglichkeit wird derzeit noch ein Gutachten erstellt. Das Genehmigungsverfahren im Landratsamt ist noch nicht abgeschlossen, Stadtratsdiskussionen und diverse Bürgerbeteiligungen stehen ebenfalls noch aus. Man ist also noch ganz am Anfang.

Derweil schien es gerade zu Anfang der Versammlung am Samstag, als wäre ein sachliches Gespräch über das Für und Wider eines Lifts schon jetzt unmöglich. Immer wieder fielen die Anwesenden einander ins Wort, Wißmüller und Rieger wiesen mehrmalig auf den eigentlichen Grund für den Ortstermin, die Vorstellung der Liftidee, hin.

Verschiedene "Störfaktoren"

Konkrete Vorschläge und Impulse für eine Verbesserung der Planungen oder der aktuellen Störfaktoren für die Anwohner gab es indessen nur wenige, obwohl Christian Wißmüller eingangs darum gebeten hatte.

Besagte Störfaktoren sind zum einen der Autoverkehr, zum anderen das Gefahrenpotenzial beim Aufeinandertreffen von Mountainbikern und Fußgängern. Eine Treuchtlingerin brachte ein spezielles Ticket-Angebot als Idee mit ein, um die Mountainbiker zu einer Anreise mit dem Zug zu motivieren.

Auch wurden einige gefährliche Kreuzungen entlang der bestehenden sechs Trails ausgemacht, an denen querende Fußgänger und Radfahrer direkt miteinander kollidieren können.

Diesen Punkt versprach der Betreiber aufzunehmen und für Warnschilder zu sorgen. Angedacht sind außerdem "Hier bitte nicht"-Schilder an manchen Orten, an denen Mountainbiker häufiger die gängigen Trails verlassen.

Für die Versammelten ging es entlang der Trailstrecken hoch Richtung Schloßberg sowie zu der konkreten Stelle am Scheitel des aktuellen Skilifts, an dem einmal die Lifttrasse ihren Endpunkt finden könnte.

Wie Christian Wißmüller erklärte, habe man ursprünglich gehofft, den alten Skilift auch für die Mountainbiker nutzen zu können. Dies habe sich aber als nicht durchführbar herausgestellt. Der Grund ist, dass der neue Schlepplift für die Mountainbiker die Skipiste ansonsten komplett queren würde. Stattdessen müsste nun eine sieben Meter breite Schneise durch den Wald geschlagen werden, um einen neuen Lift zu realisieren. Der alte Skilift solle im Gegenzug wieder aufgeforstet werden.

Immer wieder Ausfälle

Stefan Baum vom örtlichen Deutschen Alpenverein (DAV)-Verband äußerte – unterstützt von einigen weiteren anwesenden DAV-Mitgliedern – sein Wohlwollen gegenüber diesem Projekt. Wie er ausführte, sei für den DAV Treuchtlingen, der aktuell den Skilift betreibe, der Betrieb mit erheblichem Personalaufwand und Kosten verbunden.


Bürgerversammlung in Treuchtlingen: Passen die Trails zum neuen Image?


Bei dem etwa 45 Jahre alten Lift habe es zuletzt immer wieder Ausfälle gegeben. Wie lange dieser überhaupt noch funktionieren würde, sei ungewiss, eine grundlegende Überholung desselben sehr kostspielig. Insofern sei die Erlaubnis zur kostenlosen Mitbenutzung der neu entstehenden Lifttrasse in seinen Augen für den DAV ein Gewinn.

Die Kritiker und Gegner des Liftprojekts sprachen hingegen dem Skilift ebenso wie einem Mountainbikelift seine Notwendigkeit ab. In ihren Augen stehe die Zerstörung der Natur in diesem Waldstück, "nur um für einige Mountainbiker eine neue Lifttrasse zu erhalten", in keinerlei Verhältnis zum Nutzen.

Sie verurteilten die Idee als eine Kommerzialisierung auf Kosten der Natur – und ließen den Hinweis auf Ausgleichsflächen und Aufforstung an anderer Stelle zur Kompensation dieses Schadens nicht gelten.

"Freiwilliges Zusatzangebot"

Der Sorge, dass der Schlepplift für einen noch größeren Besucherstrom sorgen würde, verliehen mehrere Anwesende Ausdruck. Da es den Mountainbikern ohnehin um sportliche Betätigung gehe, sei das Hochfahren ohne Lift in ihren Augen zumutbar.

Dem hielt Christian Wißmüller entgegen, dass das Liftangebot ein freiwilliges Zusatzangebot darstellen solle, um noch mehr Menschen
– auch ohne E-Bike und ohne gute Kondition – die Möglichkeit zu bieten, die Trails auszuprobieren. In erster Linie solle der Lift aber Familien mit kleinen Kindern helfen, welche die Strecke bis nach oben, zum Anfangspunkt der Trails, noch nicht schaffen könnten.

5 Kommentare