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Montag, 27.05.2019

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Merkendorferin ist Meisterfrau des Jahres

Elke Heidingsfelder bei der Meisterfeier in Nürnberg ausgezeichnet - 28.11.2018 18:00 Uhr

Elke Heidingsfelder (2. von links) ist Meisterfrau des Jahres 2018. Ihr gratulierten (von links): Thomas Pirner, Präsident der Handwerkskammer für Mittelfranken, Professor Dr. Elmar Forster, Hauptgeschäftsführer, Martina Paasch, Vorstandsmitglied N-Ergie, und Christian Vogel, Bürgermeister der Stadt Nürnberg. © Handwerkskammer für Mittelfranken


Wenn sie gerade nicht auf der Bühne steht und für ihre Leistung geehrt wird, ist sie mitarbeitende Ehefrau bei Auto-Heidingsfelder in Merkendorf. Genau genommen sind Tankstellenleitung, Auftragsbearbeitung der Kfz-Werkstatt und Rechnungsbearbeitung ihre Tätigkeitsfelder. "Mein Mann und ich haben jeder seine Aufgaben." Aber: "Der Inhaber eines Handwerksbetriebs und auch die mitarbeitende Ehefrau müssen sich in allen Bereichen auskennen. Ich brauche schließlich auch den Überblick, wenn Klaus mal nicht da ist, oder um Arbeitsabläufe effektiv zu gestalten."

Dafür müssen die Vorgaben klar sein. Wer macht was in welcher Schicht. Klare Ansagen für die Studenten und Schüler, Mütter und Rentner, die beispielsweise in der Tankstelle arbeiten. "Und dann überprüfe ich auch schon mal, ob alles korrekt umgesetzt wurde", sagt Elke Heidingsfelder, die zugibt, dass sie gerne die Kontrolle behält. "An jedem Vorgang hängen viele einzelne Aufgaben. Zusammen ergibt das eine ganze Kette, die nahtlos ineinandergreifen muss, damit es funktioniert." Und das mag die Chefin: "Ich finde es gut, wenn Dinge gut laufen, dann habe ich den Kopf frei und kann Neues ausprobieren."

Woher sie das Wissen hat, das alles zu koordinieren? "Angeeignet", sagt die Industrieelektronikerin. Neu war für sie eigentlich alles, als die Liebe sie von der Industrieelektronik in die Kfz-Welt führte. Doch sie besuchte Weiterbildungen und holte sich dort das nötige Know-how. Gerade macht sie ihren Fachwirt (HWO) in einem Kurs, den sie selbst initiiert hat, denn in ihrer Freizeit engagiert sie sich bei den Unternehmerfrauen im Handwerk (UFH). Auf der Meisterfeier richtet sie sich daher gerade an die Partner der frischgebackenen Jungmeister: "Ich kann nur allen Frauen, die wie ich als Quereinsteiger in einem Handwerksbetrieb landen, raten, sich nach einer Arbeitsgruppe der Unternehmerfrauen umzusehen. 25 gibt es allein in Bayern."

Die Vorteile liegen auf der Hand: Nicht nur Fachwissen wird bei den monatlich stattfindenden Treffen über Vorträge oder Betriebsbesuche ausgetauscht, sondern vor allem Synergieeffekte generiert. Und nicht zuletzt "stärken wir Frauen uns gegenseitig. Denn manchmal ist es auch hart, auf einmal als die Neue in einen Betrieb zu kommen, in dem schon Strukturen vorhanden sind." Manchmal stellen sich die Schwiegereltern quer, manchmal gibt es die altgedienten Meister, die die Frau des Chefs nicht ernst nehmen. "Wir bringen da schon Hierarchien durcheinander", weiß Elke Heidingsfelder.

Bei den Unternehmerfrauen aber hat sie immer wieder gemerkt: "Hey, die anderen haben ähnliche Probleme." Über den Austausch muss man nicht jedes Hindernis alleine nehmen. Sie jedenfalls hat nie bereut, den Schritt mit ihrem Mann gegangen zu sein. Und noch einen guten Rat hat sie für die nächste Generation: "Liebe Frauen, schafft euch so viel Fachwissen an, wie ihr könnt. Dann klappt das auch mit der erfolgreichen Unternehmerin." 

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