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Mitteleschenbach: Bürgermeister Maul hört auf

Nach rund drei Jahrzehnten in der Kommunalpolitik will der 50-Jährige nicht mehr kandidieren. - 29.04.2019 06:36 Uhr

Mit Sachverstand, Herzblut, Gelassenheit und auch einer Prise Humor steht er seit vielen Jahren als ehrenamtlicher Bürgermeister im Dienste der Gemeinde Mitteleschenbach, will 2020 für den Posten aber nicht mehr kandidieren: Stefan Maul. © Foto: Margit Schachameyer


Unter den Mitteleschenbachern sei sein Entschluss bereits weitgehend bekannt, da er das bereits an seinem 50. Geburtstag vor einigen Wochen angesprochen habe, sagte Maul. Ein durchaus überraschender Entschluss des engagierten und mit Herzblut agierenden Kommunalpolitikers, für den er aber eine Reihe von Gründen angibt. Er werde 2019 dann gut 19 Jahre im Amt sein und habe schon vorher dem Mitteleschenbacher Gemeinderat rund ein Jahrzehnt als Ratsmitglied angehört. "Rund 30 Jahre am Ratstisch von Mitteleschenbach sind dann auch genug", findet er, zumal das Amt des Bürgermeisters in der Mönchswaldgemeinde ein ehrenamtliches sei, das er in all diesen Jahren neben seiner Tätigkeit als Beamter im gehobenen Dienst beim Bezirk Mittelfranken ausgeführt habe.

Dies bedeute 70-Stunden-Wochen, die oft genug immer noch mit dem Gefühl behaftet seien, dass zwischen Familie, Beruf und Ehrenamt doch das ein oder andere immer wieder ein bisschen kurz komme. Zudem sieht Maul die Herausforderungen für die Kommunen nicht kleiner werden, im Gegenteil. Wie solle es zum Beispiel in der Praxis gehen, wenn ein Ganztagesplatz nicht nur im Kindergartenbereich, sondern auch in der Grundschule zum Rechtsanspruch werde? Sein Heimatort stehe momentan so gut da wie noch nie, meint Stefan Maul. Seit mehreren Jahren sei keine Kreditaufnahme nötig gewesen, die Einwohnerzahl liege stabil bei über 1600, bis auf die Grundschule seien in den letzten Jahren alle kommunalen Gebäudlichkeiten saniert worden und nicht zuletzt auch die Kläranlage.

Die Erweiterung des Gewerbegebiets auf dem Lohbuck, die Erschließung eines neuen Wohnbaugebiets, den Kernwegenetzausbau, die Schulsanierung und Maßnahmen im Hochwasserschutz sieht Maul aus Herausforderungen für die nächsten Jahre. Dabei steht der nächste Abschnitt für die Gewerbegebietserweiterung bereits an und die Schulgebäudesanierung beginnt in den Sommerferien 2019 mit der Erneuerung des Dachs. Sowohl bei der Umsetzung des Gewässerentwicklungskonzepts wie auch bei den landwirtschaftlichen Kernwegen und nicht zuletzt bei der Ausweisung eines neuen Wohnbaugebiets sieht Maul Probleme, die in Fragen des Grundeigentums zu suchen sind. Beispielsweise könne Mitteleschenbach in den nächsten Jahren Fördergelder in Höhe von knapp einer Million Euro erhalten, was einer Förderhöhe von satten 85 Prozent entspreche. Dies wäre "ein seltenes Geschenk", doch leider sei "eine sehr starke Zurückhaltung" von Seiten der Grundstückseigentümer festzustellen. Auch im Hinblick auf den Wohnungsbau wäre es aus Sicht des Bürgermeisters wünschenswert, dass innerörtliche Baulücken geschlossen werden könnten: "Es wäre gut, wenn mehr dieser Grundstücke auf den Markt kämen."

Gewohnt umfassend ging Stefan Maul auf alle Aspekte der kommunalen Situation ein, blickte vor und zurück. Ein "persönlicher Tiefschlag" sei für ihn der Tod des stellvertretenden Bürgermeisters Bernhard Lederer im Juni 2018 gewesen, erinnerte Maul. Dieser habe sich über viele Jahre hinweg an zahlreichen Stellen im öffentlichen Leben von Mitteleschenbach engagiert.

Maul dankte zum Abschluss der Bürgerversammlung 2019 seinen Stellvertretern und dem Gemeinderat für die gute Zusammenarbeit wie auch allen gemeindlichen Mitarbeitern für ihren Dienst. Darüber hinaus richtete er seinen Dank auch an alle ehrenamtlich engagierten Bürger. Ein weiterer Bericht über die Mitteleschenbacher Bürgerversammlung folgt.

Margit Schachameyer E-Mail

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