Ein "historischer Moment"

Planungsbüro für Gunzenhäuser Bahnhof gefunden

4.8.2021, 06:01 Uhr
Ein entscheidender Schritt für den Umbau des Bahnhofs ist getan: Der Stadtrat hat die Vorplanung für die Sanierung des Gebäudes vergeben.

Ein entscheidender Schritt für den Umbau des Bahnhofs ist getan: Der Stadtrat hat die Vorplanung für die Sanierung des Gebäudes vergeben. © Wolfgang Dressler, NN

Für Bürgermeister Karl-Heinz Fitz war es fast schon eine "historische Sitzung": Der Stadtrat hat die Vorplanung für den Sanierung und den Umbau des Bahnhofs vergeben. Damit ist ein erster wichtiger Schritt hin zur Umwandlung des historischen Gebäudes in eine Mobilitätszentrum gemacht.

Acht Bewerbungen

Die Stadt hatte das Projekt im Staatsanzeiger ausgeschrieben. Acht Büros haben sich beworben, berichtet Fitz, fünf haben sich und ihre Ideen letztendlich im Rathaus vorgestellt. Vergeben wurde, erläuterte Stadtbaumeisterin Simone Teufel in der Stadtratssitzung, nach einem Punktesystem. Bewertet wurden dabei Präsentation ebenso wie die Zusammenarbeit im Team, die Ortspräsenz, die Kostenkontrolle oder auch das Honorar. Beteiligt waren dabei Vertreter aller Fraktionen sowie der fraktionslose Peter Reitmaier (Piraten & Linke).


In den Gunzenhäuser Bahnhof wird kräftig investiert


Die meisten Punkte erhielt am Ende das Büro Raith Architekten GmbH aus Kelheim. Ein wichtiges Argument war dabei auch, dass Norbert Raith und Kollegen in jüngster Zeit zwei Bahnhöfe gebaut haben, so Fitz. Dabei haben sie nicht nur intensiv mit der Deutschen Bahn AG zusammengearbeitet, sondern sich auch das Wissen um mögliche Fördertöpfe erarbeitet. Beides wird für den Umbau des Gunzenhäuser Bahnhofs sicher von Nutzen sein.

Zunächst nur die Vorplanung

In der Leistungsphase 1 und 2 werden die Kehlheimer Fachleute einen Einwurf und eine Kostenschätzung erarbeiten. Dafür erhält das Büro 60000 Euro. Für alle Leistungsphasen, also den gesamten Umbau, rechnet Teufel derzeit mit rund 565000 Euro Architektenhonorar. Wobei die eigentliche Planung auch an ein anderes Büro vergeben werden könnte, falls die Zusammenarbeit wider Erwarten nicht so funktioniert, wie es die Stadt möchte. Das bestätigte der Bürgermeister auf die Frage von Herbert Gutmann (Grüne).

Für die gesamte Maßnahme stehen derzeit Kosten von 4,5 bis 5 Millionen Euro im Raum. "Ob wir da landen können", das wird laut Simone Teufel der Entwurf zeigen. Und selbst dann wird es noch Unwägbarkeiten bei den Kostenfaktoren Statik, Haustechnik oder auch der Schadstoffuntersuchung geben, machte Teufel klar.

Ein Glücksfall

Ein Glücksfall, da war man sich im Stadtrat vollkommen mit Sigrid Niesta-Weiser (FDP) einig, ist die Tatsache, dass die Sanierung des Bahnhofsgebäudes nun mehr oder weniger gleichzeitig mit dem barrierefreien Umbau des Zugangs zu den Gleisen auf dem Programm steht. Der Fügung allein wollte der Rathauschef dies aber nicht zuschreiben, die Stadt habe dafür auch "viele Weichen" gestellt. Nicht zuletzt dank des Konzepts für das Bahnhofsgebäude habe man den Zuschlag unter 70 Bahnhöfen bekommen. Ein Versprechen, dass die Stadt nun auch einhalten müsse.

Dank einer relativ paralellen Planungsphase könne nun genau abgestimmt werde, wo künftig der Zugang zu den Gleisen oder der Eingang zum neuen Mobilitätszentrum liegen soll. Laut Fitz ist es durchaus möglich, dass die Unterführung verlegt wird.


Auch die Reaktivierung der Hesselbergbahn ist im Gespräch


Was genau im neuen Mobilitätszentrum untergebracht wird, das liegt ganz in der Hand des Stadtrats. Derzeit reichen die Vorschläge von Fahrrad- und Autoverleih über Car-Sharing, E-Ladestation, Stadtbusbüro bis hin zu einer Tourist-Information. Peter Reitmaier regte an, dass hier auch die Bevölkerung im Rahmen einer Bürgerbefragung zu Wort kommen sollten. Planung und Umbau werden Gunzenhausen "bestimmt in den nächsten fünf Jahren beschäftigen", so Fitz

Direktverbindung nach Nürnberg?

Manfred Pappler grifft die besondere Bedeutung dieser Entscheidung auf und sprach von einem "historischen Moment". Noch vor wenigen Jahren habe die Stadt vergeblich versucht, das Bahnhofsgebäude zu kaufen. Pappler berichtete von dem Schriftverkehr mit dem bayerischen Verkehrsministerium. Im jüngsten Schreiben aus der Münchner Behörde sei von der Direktverbindung nach Nürnberg als notwendige Entwicklungsmaßnahme die Rede gewesen.

Am Ende musste der Bürgermeister nicht lange um breite Zustimmung für das neue Millionen-Projekt bitte, der Stadtrat stimmte geschlossen für die Vergabe an das Kelheimer Büro.

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