Leben in der Stadt

Regens Wagner Stiftung: Wohngruppe Treuchtlingen stellt sich vor

15.10.2021, 10:10 Uhr
Das Führungsquartett, bestehend aus Antonia Fürnkäs, Juliane Weigand, Alexander Bystricky und Carmen Salomon (v. li. n. re) freut sich über das erste Jubiläum.

Das Führungsquartett, bestehend aus Antonia Fürnkäs, Juliane Weigand, Alexander Bystricky und Carmen Salomon (v. li. n. re) freut sich über das erste Jubiläum. © Foto: Regens Wagner Absberg

Aus diesem Grund entstand 2011 in der Treuchtlinger Lessingstraße, direkt am Kurpark gelegen, ein Nachsorgezentrum, das speziell auf die Bedürfnisse von Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen ausgerichtet ist. Es feiert heuer sein zehnjähriges Jubiläum.

Angeschlossen an das Wohnheim ist eine Förderstätte, die auch Menschen mit Hirnschädigung zur Verfügung steht, die nicht in der Einrichtung, sondern weiterhin in ihrem familiären Umfeld leben möchten.Mit insgesamt 24 Plätzen bietet die Förderstätte ihren Beschäftigten eine fordernde und sinngebende Tagesstruktur. Nach über einjähriger coronabedingter Schließung konnte die Förderstätte zum 1. Juli wieder öffnen. Einige Plätze sind noch frei.

Im SHT-Nachsorgezentrum entstehen auf den Einzelnen abgestimmte Angebote, die fortwährend an die aktuellen Bedürfnisse angepasst werden. In enger Zusammenarbeit mit externen Therapeuten wird durch Einsatz von Hilfsmitteln und kinästhetischen Bewegungs- und Koordinationsübungen am Wiedererlangen der motorischen und kognitiven Fähigkeiten gearbeitet.

"Wir dürfen nie vergessen, wer unser Gegenüber ist"

Die Einrichtung bietet ihren Beschäftigten die Möglichkeit, Zulieferarbeiten für die Absberg-Werkstätten zu fertigen. Zu den oft fordernden Angeboten der Tagesstruktur schafft die Nutzung der Entspannungs- und Ruheräume einen Ausgleich. Auch Kunst- und Kreativprojekte gehören zum Angebot.


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Ebenfalls seit Juli steht das SHT-Nachsorgezentrum unter neuer Leitung: Alexander Bystricky verfügt bereits über mehrjährige Erfahrung als Leiter verschiedener Einrichtungen und Wohnangebote der Eingliederungshilfe. Gemeinsam mit Carmen Salomon, psychologischer Fachdienst, Juliane Weigand, Leitung der Offenen Hilfen im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen und Antonia Fürnkäs, verantwortliche Koordinatorin für das Ambulant begleitete Wohnen (ABW) der Offenen Hilfen Weißenburg-Gunzenhausen, bildet er das neue Führungsteam des Regens Wagner Hauses Treuchtlingen.

"Alles barrierefrei"

Auf die Frage, was genau die Einrichtung auszeichnet, sagt Bystricky: "Jede Klientin und jeder Klient hat Einschränkungen durch einen schweren Schicksalsschlag erfahren. Wir dürfen nie vergessen, wer unser Gegenüber ist und welche Geschichte dieser Mensch hat."

Auch baulich gibt es Neues: Neben den bereits vorhandenen 20 Apartments in sechs etablierten Wohngemeinschaften, entstehen derzeit im Dachgeschoss drei neue stationäre Einzelapartments und fünf ambulant begleitete Wohnangebote in Kooperation mit den Offenen Hilfen Weißenburg-Gunzenhausen.

Neben Einzelapartments gibt es auch Wohnraum für ein Pärchen, das ambulant begleitet werden möchte – allesamt barrierefrei.

Eine gläserne Zäsur beherbergt Zugang und Treppenhaus zu den beiden Wohnheim-Flügeln. Zwischen den Treppen hängt eine haushohe, farbenfrohe Gemälde-Installation von Peter Webert.

Eine gläserne Zäsur beherbergt Zugang und Treppenhaus zu den beiden Wohnheim-Flügeln. Zwischen den Treppen hängt eine haushohe, farbenfrohe Gemälde-Installation von Peter Webert. © Shaw

Offene-Hilfen-Leiterin Juliane Weigand betont, dass selbstbestimmtes leben und dabei selbständig in seinem eigenen Wohnraum im gesellschaftlichen Raum teilhaben können, ein Bedürfnis aller Menschen ist, die der Einrichtung begegnen – unabhängig davon, ob sie eine Behinderung haben.

"Wir freuen uns, wieder ein paar mehr Menschen im Landkreis Unterstützung geben zu können. Die Anfragen zeigen uns, wie groß der Bedarf ist."

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