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Sonntag, 15.09.2019

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"So ein Theater" in Gunzenhausen

Mehr als 50 Gruppen beteiligten sich am traditionellen Kirchweih-Umzug durch die Altmühlstadt. - 09.09.2019 15:42 Uhr

„So ein Theater“: Unter diesem Motto beteiligte sich auch die Kita St. Josef am traditionellen Kirchweih-Umzug durch Gunzenhausen. © Foto: Wolfgang Dressler


Es herrschte eine prächtige Stimmung zwischen Reutberg- und Weißenburger Straße. Hinzu kam, dass die Beteiligten dem Motto "So ein Theater" wirklich engagiert folgten, sie hatten sich viel einfallen lassen. So war es das reine Vergnügen, "Klassiker der Weltliteratur (und andere) auf den Brettern, die die Welt bedeuten" zu betrachten.

Kirchweihorganisator Wolfgang Eckerlein hielt eine launige Begrüßungsrede, vielleicht wird er doch noch zum "Kirchweihbürgermeister" aufsteigen. Und nach ihm ergriff in typischer Manier Georg Karl Zanzinger das Mikrofon und stellte die 54 Gruppen vor. Die zog es nach dem Großereignis zum Festplatz, und viele andere folgten diesem Beispiel.

Kerwa–Madla und Kerwa-Bua gekürt

Dort war am Abend zuvor bereits eine überaus bedeutsame Wahl über die Bühne im Gruber-Zelt gegangen. Die vor allem mit Sponsoren besetzte Jury hat nach drei Wertungsrunden entschieden: Kerwa-Madla und Kerwa-Bua 2019 für Radio 8 sind Henrike Heinicke (Bopfingen) und Daniel Kress (Weißenburg). Die beiden strahlten natürlich bis über beide Ohren. Die beiden nächsten Plätze belegten Elena Pietsch aus Neuendettelsau und Corinna Rühl aus Weidenbach-Esbach bzw. Felix Lepp aus Gundelsheim und Philipp Stukenberg aus Untermichelbach.

Begeisterung der Blasmusik-Fans

Der Wettergott ließ auch am Kirchweihsonntag Gnade walten – und so ging die Brauchtumsveranstaltung: "Fränkisch aufg’spielt" am Marktplatz trocken über die Bühne – und sorgte für große Begeisterung bei den Blasmusik-Fans.

Mit einem flotten Marsch der "Gunzenhäuser Blousn" zogen die teilnehmenden Gruppen, angeführt von Moderator Karl "Charly" Hummel, auf den Platz unterm Maibaum ein. Eine Augenweide bot die Kindervolkstanzgruppe Pfofeld, teilweise in fränkischer Tracht auftretend. Weitere musikalische Gäste waren die "Seenland-Alphornbläser", aus dem benachbarten Ries kamen die "Original Riaser Goislschnalzer" unter Leitung von Herbert Leister. Stimmgewaltig gaben sie einige Kirchweihlieder zum Besten und ließen die an Fuhrmannspeitschen angebrachten Schnüre (Goisln) erschallen.

Nach einem "Rausschmeißer" spielte die "Blousn" noch Reime zum Heimatlied "I bin vo Gunzahausn" in denen Tomas Pentza so manches politische und kulturelle Ereignis auf die Schippe nahm. Sehr aufmerksam lauschten Bürgermeister Karl-Heinz Fitz und die anwesenden Stadträte diesen Versen.

Ehemalige aus Sydney und den USA

Zum traditionellen Treffen der ehemaligen Gunzenhäuser Bürger zur Kirchweih im Markgräflichen Hofgarten, verbunden mit einem Schülertreffen der Jahrgänge 1946 und 1947, hieß Fitz über 60 Personen willkommen. Namentlich begrüßte er den 83-jährigen Jerry Ortner aus Arizona/USA, der bereits seit 59 Jahren regelmäßig seine Heimatstadt Gunzenhausen zur Kirchweih besucht. Aber auch ehemaligen Bürgern aus ganz Deutschland sowie der ebenfalls weit angereisten Ilona Nehmeier mit ihrer Tochter Violet aus Sydney/Australien galt sein Gruß.

Bereits zum 15. Mal kam Werner Mrasek, ein altbekannter Gunzenhäuser, der seine Jugend in der "Höll" verbrachte, in der Altmühlstadt den Beruf des Einzelhandelskaufmannes bei der damaligen Firma Zuber erlernte und jetzt seinen Ruhestand in Allmersbach/Tal in Württenberg verbringt. Aus dem Emsland angereist kam Christa Kiener, eine geborene Voß aus der Zufuhrstraße, deren Vater jahrzehntelang am Fahrkartenschalter im Bahnhof saß. 

dre/hk/am E-Mail

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