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Sonntag, 16.05.2021

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Stadt Gunzenhausen entfernt Storchennest

Storchenpaar wollte sich auf dem Giebel des Hanselmannhauses niederlassen - 09.04.2021 16:03 Uhr

Diese Konstruktion aus spitz zulaufenden Metallteilen und einer eng gespannter Wäscheleine soll neue Nestbauversuche unterbinden und eigentlich auch verhindern, dass Meister Adebar überhaupt auf dem Giebel landet.

09.04.2021 © Foto: Marianne Natalis


Eifrig schleppten die Vögel Zweige, Äste und anderes Material an. Doch so einfach ist es offensichtlich nicht, daraus ein stabiles Zuhause zu schaffen. Und so folgte ein Gutteil des Baumaterials dem Gesetz der Schwerkraft – und landete auf dem Gehsteig.

Und das waren beileibe nicht nur ein paar dürre Zweiglein, da seien richtig kräftige Äste darunter gewesen, berichtet Bürgermeister Karl-Heinz Fitz auf Anfrage des Altmühl-Boten. Da das für Passanten durchaus gefährlich werden kann, hatte Reiner Hanselmann vor drei Tagen den Bürgermeister über das Problem informiert, denn das Haus gehört der Stadt.

Schnelles Handeln gefragt

Dass man den Störchen Einhalt gebieten muss, war schnell klar. Ebenso war klar, dass schnelles Handeln gefragt ist, denn wenn die Tiere erst einmal anfangen würden zu brüten, würde man sie kaum mehr vertreiben können.

Mit Hilfe der Drehleiter der Gunzenhäuser Feuerwehr entfernten Mitarbeiter des Bauhofs die Anfänge eines neuen Storchennests vom Giebel des Hanselmann-Hauses.

09.04.2021 © Foto: Wolfgang Dressler


Fitz holte sich bei der Regierung von Mittelfranken schriftlich Rückendeckung, erläuterte er im Gespräch, und aktivierte die Mitarbeiter von Bauhof und Feuerwehr. Mit Hilfe der Drehleiter wurde so nicht nur, das Nest entfernt. Sondern gleichzeitig eine Konstruktion angebracht, die die Vögel von weiteren Versuchen, sich dort niederzulassen, abhalten soll. Störche können da sehr hartnäckig sein. Meister Adebar unternahm denn auch gestern mehrere Versuch, auf dem Giebel zu landen, die meisten erfolglos.


Viele Störche suchen in Gunzenhausen ein Zuhause


"Wir haben dort ja schon das Taubenproblem", so Fitz weiter, nun kämen auch noch die Störche hinzu. Neben dem Sicherheitsaspekt müsse ja auch die Hygiene gesehen werden.

Bilderstrecke zum Thema

2020: Luftraum fest in Meister Adebars Hand

In Gunzenhausen gab es im Sommer 2020 so viele Störche wie schon lange nicht mehr. Sechs Paare tummelten sich in der Kernstadt, vier von ihnen zogen Nachwuchs groß. Entsprechend viel Flugverkehr herrschte über dem Marktplatz, denn Meister Adebar war schwer damit beschäftigt, Futter für die Jungen heranzuschaffen.


Wobei er, das machte Fitz nachdrücklich deutlich, nichts gegen die Störche habe, im Gegenteil. Er habe es auch unterstützt, dass sie auf dem Kirchendach heimisch werden. Der schmale Giebel des Hanselmann-Hauses, von dem Äste – und der Kot der Störche – aus großer Höhe ungebremst auf den Gehsteig klatschen, sei jedoch gänzlich ungeeignet. Die Stadt überlegt aber nach Worten von Fitz, Nistmöglichkeiten im Storchenbiotop schaffen.

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