Aus dem Ausschuss

Treuchtlingen: Der aktuelle Stand in Sachen Stromnetz

29.12.2021, 05:15 Uhr
Dass immer mehr Menschen auf Photovoltaikanlagen setzen, ist zwar prinzipiell eine gute Sache, jedoch müssen die Stadtwerke dementsprechend darauf reagieren und die Netzleistung gewährleisten.

Dass immer mehr Menschen auf Photovoltaikanlagen setzen, ist zwar prinzipiell eine gute Sache, jedoch müssen die Stadtwerke dementsprechend darauf reagieren und die Netzleistung gewährleisten. © Foto: Patrick Pleul/dpa

Zu dieser Forderung kommt des weiteren auch eine Solardachpflicht. Künftig sollen alle geeigneten Dachflächen für diese Energieversorgung genutzt werden. Somit ist klar, dass in Sachen Energieversorgung auch in Treuchtlingen einiges im Wandel steht.

Folgende Projekte sind geplant: Es soll mit dem Unternehmen Siemens voruntersucht werden, ob Speichermöglichkeiten zum Einsatz kommen können. Außerdem seien derzeit Anmeldungen für PV-Freiflächen und Windparks in der Netzverträglichkeitsprüfung. Um den weiteren Zubau dezentraler Erzeuger zu ermöglichen, ist ein neuer Übergabepunkt in Treuchtlingen in der 100 kV-Ebene notwendig. Die Anschlusskapazität für Bezug und Erzeuger ist ausgeschöpft – ein weiterer Ausbau des 20 kV-Netzes löst das Problem nicht, hieß es im Ausschuss.

"Wir reden bei einem Umspannwerk von Kosten von 20 Millionen Euro", erklärt Pause. Man möchte dies über die Netzendgelder refinanziert bekommen. "Das ist der aktuelle Stand", so ,"wir müssen etwas tun und Maßnahmen anschieben."

E-Mobilität auf dem Vormarsch

Zum Thema Energiewende spricht Stadtrat Matthias Strauß (CSU) das Thema E-Mobilität an. Es sei zu erwarten, dass der Bedarf an Ladestationen sich in den nächsten Jahren erhöhen wird. Auf dem Land bedeute das, dass viele Menschen ihre E-Autos in ihren Garagen laden werden wollen. Das sei richtig, erwiderte Pause, obgleich es momentan noch so aussähe, dass ein großer Bedarf an Ladestationen (zum Beispiel in Tiefgaragen) mit "unserem Netz nicht zu stemmen sei", so Pause. Die elektrische Energieversorgung in Treuchtlingen stellt also wieder ein zentrales Thema da.


Netzausbau, Nahwärme, Wasserstoff: Wohin steuert Treuchtlingen?


Schon im Oktober 2020 beauftragte der Stadtrat die Werkleitung und die Technische Leitung Strom/LWL der Stadtwerke Treuchtlingen mit der Erstellung eines Projektplanes, um mögliche Lösungen der Probleme im Stromnetz der Stadtwerke Treuchtlingen zu prüfen. Allerdings, das versichert Pause dem Ausschuss, stellt der Leistungsbezug derzeit kein Problem da. Was allerdings Sorgen mache, seien die Eigenerzeugungsanlagen (Photovoltaik).

Lokal stark eingeschränkt

Die Anschlussleistung der dezentralen Erzeuger hat sich in den letzten Jahren mehr als verdreifacht. Diese wird auch in den nächsten Jahren zunehmen.Für diese Leistung sei das Netz derzeit allerdings nicht ausgebaut, so Pause. Trotz Anstrengungen in den Verteilnetzen ist der Anschluss weiterer kleiner Anlagen lokal stark eingeschränkt "Es reicht noch nicht, um alle Anlagen ans Netz zu nehmen", sagt der Technische Leiter.

Um weitere Netzverstärkungen in den nächsten Jahren durchzuführen, gibt es seitens der Stadtwerke die Überlegungen, das 20 kV-Netz zu trennen und ein Teilnetz an die N-ergie umzuschalten. Das Ziel ist es also, das Netz grundsätzlich auszubauen. Alleine im Jahr 2022 will man über drei Millionen Euro investieren. Wenn es die nächsten Jahre neue Anmeldungen für Photovoltaik gibt – und die gibt es wohl schon jetzt genug – wird dann dementsprechend der Zubau berechnet.

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