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Trotz Corona: Sportverbände wollen bald wieder Wettkämpfe

Schon in wenigen Wochen könnte es auch in Kontaktsportarten wieder losgehen - 27.06.2020 13:40 Uhr

Dominik Riedel (li.) von der Sportfreunden Dinkelsbühl liefert sich ein packendes Duell mit Fabian Schneider vom SV Arberg – und das sogar vor Publikum. Noch weiß niemand, wann das wieder erlaubt sein wird. © Uli Gruber


Der Sport in Bayern bewegt sich weiter in Richtung Normalität. Die bislang geltende Obergrenze von 20 Personen bei einer Trainingseinheit ist aufgehoben, auch Veranstaltungen wie beispielsweise Vereinssitzungen sind zukünftig mit bis zu 50 Gästen innen und bis zu 100 Gästen im Freien möglich. Zudem dürfen Umkleidekabinen in geschlossenen Räumlichkeiten genutzt werden.

Nur auf ihre Duschmöglichkeiten müssen die meisten Vereine wohl noch verzichten: "In Mehrplatzduschräumen müssen Duschplätze deutlich voneinander getrennt sein. Mehrplatzduschen sind außer Betrieb zu nehmen oder durch Trennwände voneinander zu separieren", heißt es dazu im "Rahmenhygienekonzept Sport" des Bayerischen Staatsministeriums des Innern. Basis aller Lockerungen ist weiterhin das Einhalten einer Abstandsregelung von mindestens 1,5 Metern sowie eine Maskenpflicht in bestimmten Bereichen.

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Die weiteren Lockerungen im Sport seien ein entscheidender Schritt, kommentiert Jörg Ammon, Präsident des Bayerischen Landes-Sportverbands (BLSV). "Es ist unser Ziel, in einer nächsten Stufe den Wettkampfbetrieb für kontaktlos betriebene Sportarten im Indoorbereich wieder aufzunehmen. Danach stehen dann noch Lockerungen für Kontaktsportarten an. Aufgrund des Infektionsgeschehens haben sich die Lockerungsschritte im 14-tägigen Rhythmus bewährt und sollten für die beiden verbleibenden Stufen beibehalten werden."

Im Klartext: Wenn sich das Infektionsgeschehen weiter auf dem aktuellen Niveau einpendelt, kann mit einer Rückkehr zum Fußballtraining mit Körperkontakt in vier Wochen gerechnet werden – das jedenfalls hofft man beim BLSV.

Tischtennis ab 6. Juli? 

Der Bayerische Tischtennis-Verband (BTTV) macht ebenfalls Druck und erklärt auf seiner Homepage: "Das bayerische Kabinett hatte einen Vier-Stufen-Plan zur Lockerung vorgelegt. Die erste Stufe ( Trainingsbetrieb für kontaktlose Outdoor-Sportarten) und die zweite Stufe (Trainingsbetrieb für kontaktlose Indoor-Sportarten) sind bereits beschritten worden."

Nun will man beim Verband, dass alles möglichst schnell weitergeht. "Als dritte Stufe soll die Einschränkung für den Wettkampfbetrieb von kontaktlosen Sportarten indoor aufgehoben werden. Sollte der Rhythmus der Lockerungen so beibehalten werden, dürfte dies ab dem 6. Juli der Fall sein." Falls das so eintritt, könnten im Tischtennis dann bereits wieder Wettkämpfe stattfinden.

Wie realistisch das ist, ist derzeit jedoch schwer einzuschätzen. Zwar haben sich die Infektionszahlen bezogen auf das gesamte Bundesgebiet inzwischen auf vergleichsweise niedrigem Niveau eingependelt, gebannt ist die Gefahr durch das Coronavirus aber noch lange nicht. Vor allem der massive Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies in Nordrhein-Westfalen, wo sich mittlerweile mehr als 1500 Mitarbeiter mit dem Virus infiziert haben, dürfte die bayerische Staatsregierung dazu animieren, weitere Lockerungen sorgfältig zu überdenken. Der Freistaat gehört außerdem noch immer zu den Bundesländern mit der höchsten Infektionstätigkeit.

"Der Verantwortung gerecht werden"

Unter den Sportlern hofft man natürlich trotzdem, schon bald wieder ohne allzu massive Einschränkungen auf dem Platz oder in der Halle stehen zu dürfen. Bis die Sportfreunde in der Region wieder packende Zweikämpfe im Fußball, Basketball oder Handball beobachten können, dürfte es aber noch eine ganze Weile dauern.

Wie schnell es tatsächlich geht, wird auch davon abhängen, wie gewissenhaft sich die Aktiven an die Hygieneregeln halten. Das weiß auch BLSV-Präsident Ammon und betont: "Ebenso wichtig wie die stufenweise Rückkehr zur Normalität ist für uns, dieser großen Verantwortung auch gerecht zu werden."

ab/dom E-Mail

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