Keine Befürworter unter Usern

Weißenburger Straße als Einbahstraße: Großes Kopfschütteln im Netz

14.10.2021, 05:58 Uhr
Für Fahrradfahrer und Fußgänger ist der derzeitige Zustand der Weißenburger Straße nicht zufriedenstellend. Eine Lösung könnte eine Einbahnstraßenregelung sein, die stößt allerdings bei vielen auf Kritik.

Für Fahrradfahrer und Fußgänger ist der derzeitige Zustand der Weißenburger Straße nicht zufriedenstellend. Eine Lösung könnte eine Einbahnstraßenregelung sein, die stößt allerdings bei vielen auf Kritik. © Foto: Marianne Natalis

Um die Weißenburger Straße – eine der Hauptverkehrsachsen der Stadt – für Radfahrer und Fußgänger sicher zu machen, schlägt das Planungsbüro "i.n.s." eine Einbahnstraßenregelung an dieser Stelle vor. Der Geschäftsführer Thiemo Graf stellte die Pläne in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses vor. Der Verkehr stadtauswärts sollte demnach, so die Idee, mit Einbahnstraßenregelung über die Weißenburger Straße geführt werden, in die Stadt käme man über die Theodor-Heuss-, Frankenmuther- und Reutbergstraße.

Im Netz rufen diese Vorschläge großes Kopfschütteln hervor. So spricht etwa Christian Pohler von einem "Schildbürgerstreich", Simone Grabowsky hält eine Einbahnstraßenregelung sogar für den "Supergau". Viele befürchten negative Folgen für die dort ansässigen Geschäfte und ganz allgemein herrscht die Meinung vor, die Fahrradfahrer könnten doch auch hintenherum – also über die Straßen "An der Stemme" und "Im Hollerfeld" am Stadthallenparkplatz vorbei und dann Richtung Promenade – umgeleitet werden.

Für Kinder gefährlicher

Welche Auswirkungen die Umleitung des Verkehrs in die Reutberg- und Frankenmuther Straße haben könnte, davon konnte man während der Sperrung der Weißenburger Straße im vergangenen Jahr eine Ahnung bekommen. Tempobegrenzungen seien, berichtet etwa Simone Grabowsky, von den Verkehrsteilnehmern oft ignoriert worden, manche seien auch in die Nebenstraße ausgewichen. Und wegen des hohen Verkehrsaufkommens sei es für die Kinder viel gefährlicher gewesen, die Straße zu überqueren. Sie selbst fahre täglich mit dem Fahrrad über die Weißenburger Straße und halte das nicht für "schwierig".

Ein Thema für die User sind auch die Lastwagen, die sich täglich durch die Weißenburger Straße zwängen. Die würden dann mitten durchs Wohngebiet fahren, so die Befürchtung. Hansi Bauer hält es deshalb für wichtiger, "darauf zu achten, dass kein Schwerlastverkehr durch dieses Nadelöhr gelassen wird".

"Einbahnstraße ist der völlig falsche Weg"

Breiten Raum nimmt auch die Frage ein, was eine Einbahnstraßenregelung in der Weißenburger Straße für die dort ansässigen Geschäfte bedeuten würde. So erläutert Gabi Bayerlein von der Firma Zweirad Gruber, dass die Kunden ihre Räder mit dem Auto abholen und bringen. Nach eigenen Worten findet sie es "natürlich gut, wenn die Verkehrsanbindung für Radler sicherer wird". Dafür dürfe man aber nicht eine "stark belastete Verkehrsader einseitig ausbluten lassen". Eine Zufahrt nach Gunzenhausen über die Reutbergstraße hält sie für "kaum tragbar" und erinnert zudem daran, dass das Wohngebiet am Reutberg ja noch erweitert werden soll. Für sie ist eine Einbahnstraße der "völlig falsche Weg".


1880: Als das Fahrrad nach Gunzenhausen kam


Erich Beyer geht es mit viel Ironie an und nennt es entsprechend eine "super Idee". Das Parkhotel wäre nur noch von der Stadt aus erreichbar, denn entlang der neuen Stadthalle gilt ja bereits jetzt eine Einbahnregelung in Richtung Parkplatz. Auch das THW könne immer noch "prima ausrücken" und müsse dann halt "zu den unmöglichsten Zeiten durchs Wohngebiet zurück fahren".

Das Ofengeschäft erhalte seine Ware künftig "per Lastenrad" und der Steinmetz könne seine Grabsteine damit sicher ausliefern. Die Bäckerei Kleeberger samt Café könne "mit Sicherheit auf die Hälfte der Kundschaft verzichten". Ganz zu schweigen davon, dass sich die Bewohner des Wohngebiets über "die 10.000 Autos vor ihrer Haustür" bestimmt freuen werden.

Dass die unterschiedlichen Sichtweisen sicher auch etwas damit zu tun haben, wie man die Straße nutzt, bringt Werner Meister mit seinem Kommentar auf den Punkt: "Als Radfahrer oder Fußgänger würde ich das gut finden, als Autofahrer nicht so toll, und als Anwohner der Reutberg- oder Theodor-Heuss-Straße katastrophal. Es bleibt spannend."

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