Samstag, 27.02.2021

|

Lukas Matzick: Der Wert des Teilens

In Benin half der junge Herzogenauracher bei der Bildungsförderung mit - 24.01.2021 16:06 Uhr

Praktische Auslandserfahrung nach dem Abitur, konkrete Entwicklungsarbeit, neue Freundschaften und schicke bunte Hemden: Lukas Matzick erlebte ein spannendes Jahr in Benin.

24.01.2021 © Foto: Privat


Bereits seit der ersten Klasse beteiligte ich mich jedes Jahr an der Sternsingeraktion. Um so glücklicher war ich, als mir die Sternsinger die Zusage schickten, dass ich für ein Jahr in einem Projekt, für das ich jahrelang Geld gesammelt hatte, leben und den Projektalltag entdecken durfte.

Nach einer Zeit der Vorbereitung brach ich schließlich Anfang August 2015 voller Erwartungen auf nach Dogbo in Benin. Das Land liegt am Golf von Guinea zwischen Nigeria und Togo und grenzt im Norden an Burkina Faso und Niger.

Von Cotonou nach Dogbo

Nachdem ich in Cotonou, dem Regierungssitz, gelandet war, empfing mich der Vorsitzende des Projekts, und gemeinsam fuhren wir nach Dogbo, das etwa 120 km entfernt im Landesinneren liegt. Das Projekt hat insbesondere die Bildungs- und Ausbildungsförderung als Ziel. In dem Projekt werden Jungen und Mädchen beherbergt, die größtenteils die weiterführende Schule, das Collège, besuchten.

Zusätzlich gibt es auf dem Projektgelände auch noch drei Ausbildungswerkstätten: eine Bäckerei und Feinbäckerei, eine Metallwerkstatt sowie eine Autowerkstatt. Die Berufsausbildungen sind kostenlos. Das ist in Benin allerdings nicht der Regelfall, denn normalerweise müssen die Lehrlinge, anders als wir das aus Deutschland kennen, einen Beitrag an die Ausbilder bezahlen.

Chance für junge Menschen

Durch das Projekt bekommen auch junge Menschen, die sich sonst keine Berufsausbildung leisten könnten, die Chance auf eine gute Ausbildung und damit die Chance auf ein geregeltes Einkommen.

Ich arbeitete überwiegend in der Verwaltung des Projektes mit. Die Aufgaben waren vielfältig. Beispielsweise überlegte ich mir ein neues Ordnungssystem für die projekteigene Bibliothek oder kümmerte mich um die Ausbildungsbestätigungen. Sehr spannend fand ich es auch, wenn ich die Mitarbeitenden bei Hausbesuchen begleiten durfte.

Ein Fest für die Verstorbenen

Besonders in Erinnerung sind mir die Beerdigungen geblieben. Diese waren häufig mit einem Fest in Erinnerung an den verstorbenen Men-schen verbunden. Teilweise begann die Zeremonie schon eine Woche vor der eigentlichen Beisetzung. Die Idee, sich daran zu freuen, dass die Person ein erfülltes Leben hatte, gefällt mir sehr.

Ein Wert, der mich in Benin sehr beeindruckt hat, ist das Teilen. Oft haben mir Menschen, manchmal auch Fremde, angeboten, ihr Essen mit mir zu teilen. Und dabei war es völlig unbedeutend, dass ich für beninische Verhältnisse eher wohlverdienend war oder ob die andere Person wenig Geld hatte.

 

Seite drucken

Seite versenden


weitere Meldungen aus: Herzogenaurach