Mittwoch, 13.11.2019

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2:6 gegen Sonthofen: Alligators missglückt der Auftakt

Harmlose Höchstadt Alligators finden noch nicht in die Oberliga-Saison. - 27.09.2019 22:51 Uhr

Wenn der Gegner präsenter ist, muss man sich manchmal eben anders behelfen – Max Cejka (links) vom HEC versucht es hier.


Es wird wieder Eishockey gespielt, das untrüglichste Zeichen dafür, dass der Sommer endgültig vorbei ist. In diesem Jahr sollte der Beginn der kalten Zeit beim Höchstadter EC eine besonders festliche Angelegenheit sein.

Die Spieler kamen vor der Auftaktpartie gegen den ERC Sonthofen alle im Anzug an die Kabine, sie wollten noch einmal ein kleines Zeichen setzen, sich und den Fans gegenüber, wie ernst sie es meinen in dieser Spielzeit. Die vergangene hatte ja nach vielen verlorenen Spielen nicht unbedingt harmonisch geendet.

Auch das Stadion präsentierte sich aufgehübscht: Die Fans vom "F-Block" haben im Sommer die Stehplatztribüne in den HEC-Farben gestrichen. Doch nicht nur fokussierter, auch bissiger wollen die Alligators sein: Die Spieler liefen am Freitagabend vor dem Bully durch das Maul eines aufgeblasenen, riesigen Gummi-Alligatorkopfes aufs Eis.

Gegen die Wand gedrückt

Dort war all das schöne Drumherum allerdings schnell vergessen: Die Sonthofener drückten die Alligators – nun nicht mehr im Anzug – mit Power-Eishockey gegen die Wand. Nach gerade einmal 26 Sekunden stand es 0:1. Und die Gäste legten schnell nach: Der HEC spielte in Unterzahl, Santeri Ovaska hatte auf der linken Seite vor dem Höchstadter Tor viel Zeit, um platziert nicht nur die Trinkflasche von Goalie Patrick Golombek abzuschießen – sondern dabei auch das 2:0 zu erzielen.

Es sah in der Anfangsphase bisweilen besorgniserregend aus, wie einfach sich etwa Sonthofens Ondrej Havlicek durch die Höchstadter Reihen schlängeln konnte. Nach diesen fatalen ersten Minuten fingen sich die Höchstadter aber etwas und kamen zu ersten Halbchancen. Doch wenn der HEC sich einmal vor dem Sonthofener Tor festsetzen konnte, konterten die Bulls mit ein, zwei Kontakten blitzschnell. Und in der Offensive verlor man den Puck zu häufig, bevor überhaupt eien gefährliche Situation entstehen konnte.

Der HEC steht sich selbst im Weg

Ihre erste Überzahl nutzten die Alligators allerdings  rasch: Es bliebt zunächst etwas strittig, ob Patrik Rypar oder Jari Neugebauer für einen Schrei der Erleichterung am Kieferndorfer Weg sorgte, die Schiedsrichter meldeten am Ende Neugebauer als Schützen des Anschlusstreffers. Noch waren die Alligators also nicht ganz abgehängt. Sie standen sich bisweilen aber auch einfach selbst im Weg: Kurz nach dem 1:2 traf der sonst so abgeklärte Michal Petrak aus bester Schussposition den Puck nicht.

Die Partie war nun wieder offen und die Alligators wären vielleicht schon vor Ende des ersten Drittels zum Ausgleich gekommen, hätten sie nicht etwas zu viel Zeit auf der Strafbank verbracht. Doch auch im zweiten Drittel traten die Höchstadter noch fahrig auf, während Sonthofen aggressiver und gedankenschneller zur Sache ging – und so nach 32. Minuten nach einem konsequent und schnell ausgespielten Angriff mit 3:1 in Führung ging. Edgar Homjakovs musste den Puck nur noch einschieben.

Ein altes Muster

Und wieder wirkte der HEC überrumpelt, wieder konnten die Bulls schnell nachlegen: Fabjon Kuqi traf zum 4:1 und sorgte für hängende Köpfe bei den Alligators, die selbst im Powerplay kaum einen gefährlichen Schuss abgeben konnten.

Und auch das Schlussdrittel lief nach diesem Muster ab: Mit einem Doppelschlag innerhalb von 30 Sekunden erhöhten die Bulls auf 6:1, der Anschlusstreffer von Neuzugang Robin Maly machte das Ergebnis für den HEC nur noch erträglicher.

Vor der Saison galt Sonthofen nach den finanziellen Turbulenzen im Sommer wahlweise als Playoff- oder als Abstiegskandidat. Mit der Leistung vom Freitag deutete das Team von Martin Ekrt an, das mit ihm zu rechnen ist. Und die Alligators? Die müssen nun am Sonntag in Weiden erst einmal in eine Saison finden, die schwer werden dürfte.

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